Brustkrebsmonat, Freiburg

Brustkrebsmonat Oktober: Freiburg eröffnet neues Zentrum mit Tag der offenen Tür

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 06:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kliniken bündeln die Versorgung, während Screening-Angebote und Aufklärung im Brustkrebsmonat im Mittelpunkt stehen.

Brustkrebsmonat Oktober: Neue Zentren und Angebote zur Früherkennung
Ein heller, moderner Klinikflur mit großen Fenstern und natürlichem Licht, der eine ruhige medizinische Umgebung zeigt. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Beginn des internationalen Brustkrebsmonats Oktober verstärken medizinische Einrichtungen und Präventionsakteure ihre Bemühungen um Aufklärung und Früherkennung. Im Zentrum der Initiativen stehen neue infrastrukturelle Angebote an Universitätskliniken sowie breit angelegte Informationsveranstaltungen, die über Risiken und Behandlungsfortschritte informieren.

Neue Versorgungsstrukturen und Informationstage in Universitätskliniken

Ein Schwerpunkt der aktuellen Entwicklungen liegt beim Universitätsklinikum Freiburg. Dort wird in der kommenden Woche ein neues Brustzentrum feierlich eröffnet, das die Bereiche Gynäkologie, Radiologie, die Hochschulambulanz und das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) räumlich und organisatorisch zusammenführt.

Am Mittwoch, den 7. Oktober, bietet die Einrichtung zwischen 16 und 19 Uhr einen Tag der offenen Tür in der Uniklinik für Frauenheilkunde an. Der Ärztliche Direktor Ingolf Juhasz-Böss betonte, dass Frauen durch die Bündelung der Fachbereiche eine klare Anlaufstelle erhalten sollen, die sie von der ersten Abklärung bis zur Nachsorge begleitet.

Das Freiburger Zentrum blickt auf eine lange Tradition zurück; es wurde bereits 2003 als erstes zertifiziertes Brustzentrum an einer deutschen Universitätsklinik etabliert.

Zeitgleich initiiert das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln zum Auftakt des Aktionsmonats einen Patiententag. Am Freitag, den 2. Oktober, finden von 14 bis 19 Uhr in der Kerpener Straße Vorträge, Führungen und Beratungsangebote statt.

Die von der Deutschen Krebshilfe geförderte Veranstaltung beinhaltet unter anderem Demonstrationen an einem begehbaren Gehirnmodell, um über Hirntumore und Metastasen aufzuklären. Das CIO Köln operiert dabei im Verbund mit den Standorten Aachen, Bonn und Düsseldorf sowie dem Westdeutschen Tumorzentrum Essen im Rahmen des NCT West.

Präventionsprogramme und statistische Relevanz

Die Notwendigkeit der Früherkennung wird durch aktuelle Daten unterstrichen. Laut der Deutschen Krebshilfe ist Brustkrebs in Deutschland die häufigste Krebsart bei Frauen mit jährlich rund 75.000 Neuerkrankungen und über 18.000 Sterbefällen.

Experten wie Professorin Rita Schmutzler verweisen darauf, dass bei regelmäßiger Teilnahme am Mammographie-Screening etwa jeder vierte brustkrebsbedingte Todesfall vermieden werden könne. In Deutschland haben gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf dieses Screening; eine Erweiterung der Altersgrenze auf 45 Jahre wird derzeit diskutiert.

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Auch international werden die Kapazitäten ausgeweitet. In Österreich, wo 2023 rund 6.900 Frauen die Diagnose Brustkrebs erhielten, ermöglicht das Programm „früh erkennen“ Frauen zwischen 45 und 74 Jahren alle zwei Jahre eine Mammographie ohne Überweisung.

In Brasilien plant das Gesundheitssekretariat von Bahia für den Oktober die Vergabe von über 40.000 Untersuchungsterminen. Die Sociedade Brasileira de Mastologia (SBM) prognostiziert für den Zeitraum 2026 bis 2028 jährlich etwa 78.610 neue Fälle in Brasilien, was einer Steigerung von rund 5.000 Fällen pro Jahr gegenüber dem vorangegangenen Dreijahreszeitraum entspricht.

Forschung, Innovation und digitale Aufklärung

Im Bereich der medizinischen Forschung wurde durch das österreichische Frauenministerium und die Ludwig Boltzmann Gesellschaft eine Ausschreibung für eine klinische Forschungsgruppe zu Frauengesundheit und Gendermedizin veröffentlicht. Das Budget beträgt 8.32 Millionen Euro für eine Laufzeit von acht Jahren. Anträge für dieses nicht-kommerzielle Forschungsprojekt können bis zum 6. November 2026 eingereicht werden.

Parallel dazu gewinnen innovative Diagnoseansätze an Bedeutung. Das vom Physiker Marc Mausch gegründete Unternehmen Earlytrace arbeitet an einem Verfahren, das Blutproben mittels künstlicher Intelligenz auswertet, um künftig als Ergänzung zu herkömmlichen Methoden wie der Biopsie Hinweise auf Tumore zu liefern. Das privat finanzierte Unternehmen plant nach wissenschaftlichen Veröffentlichungen den Aufbau der notwendigen IT-Infrastruktur.

Zusätzliche digitale Informationsformate bietet die Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) Rheinland-Pfalz an. Am 19. Oktober referiert Professorin Annette Hasenburg von der Universitätsmedizin Mainz in einer Online-Veranstaltung zum Krebsrisiko bei Frauen. Ein weiterer Termin zur Männergesundheit mit dem Urologen Dr. Jörg Schede ist für den 18. November angesetzt.

Öffentliche Zeichen und zivilgesellschaftliches Engagement

Neben medizinischen Fachangeboten prägen öffentliche Aktionen das Bild des Aktionsmonats. Die Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) begeht ihr 50-jähriges Bestehen am 1. Oktober unter anderem mit der „Lucia-Aktion“ in Onstmettingen. Dabei werden 51 Kerzen entzündet, stellvertretend für die statistisch 51 Frauen, die in Deutschland täglich an Brustkrebs sterben.

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Bei einem auffälligen Befund zählt vor allem eines: zu wissen, an wen man sich wendet. Zertifizierte Brustzentren begleiten Frauen von der ersten Abklärung bis zur Nachsorge — unser Leitfaden erklärt, wie Sie die passende Einrichtung finden und welche Fragen Sie dort stellen sollten. Leitfaden Brustzentrum-Anlaufstellen sichern

Weitere Akzente setzen symbolische Beleuchtungen wie an der Burgruine Windeck in Weinheim oder der Fassade am Wiener Minoritenplatz. Sportliche Formate wie der „Muddy Angel Run“ am Fühlinger See oder Spendenläufe der Deutschen Krebshilfe zielen darauf ab, die Aufmerksamkeit für das Thema in der breiten Öffentlichkeit zu erhöhen und Mittel für die Forschung zu generieren.

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