Brustkrebs-Schmerzen: Vitamin-D-Mangel erhöht Risiko um das Dreifache
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 21:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie im Fachmagazin Regional Anesthesia & Pain Medicine.
Forscher beobachteten 184 Frauen vor ihrer Brustkrebs-OP. Das Ergebnis: Patientinnen mit einem Vitamin-D-Spiegel unter 30 nmol/l hatten innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Eingriff ein dreimal höheres Risiko für moderate bis starke Schmerzen.
Die Folgen zeigen sich auch bei der Medikation. Frauen mit Vitamin-D-Mangel benötigten während der Operation mehr Fentanyl und nach dem Eingriff verstärkt Tramadol.
Warum der Mangel so häufig ist
Der Körper produziert Vitamin D zu 80 bis 90 Prozent durch Sonneneinstrahlung. In Deutschland reicht die natürliche Synthese zwischen Oktober und März oft nicht aus. Zu den Risikogruppen zählen chronisch Kranke, ältere Menschen und Personen mit dunklerer Hautfarbe.
Experten führen Muskelschmerzen und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit häufig auf eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung zurück.
Chemotherapie: Vitamin D als Unterstützer?
Eine im Juli 2026 vorgestellte brasilianische Studie deutet darauf hin, dass Vitamin D den Erfolg einer Chemotherapie bei Brustkrebs positiv beeinflussen kann.
Parallel dazu rücken pflanzliche Wirkstoffe aus der Traditionellen Chinesischen Medizin in den Fokus. Die Guilin Medical University untersuchte Curcumol, einen Pflanzenstoff aus Curcuma kwangsiensis. Zellversuche und Mausmodelle zeigen: Der Wirkstoff hemmt die Invasion und Migration von Brustkrebszellen. Als Mechanismus identifizierten die Forscher den miR-206/NCL/ER?36-Signalweg. Die Ergebnisse erschienen im Juni 2026 in Phytotherapy Research.
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Vorsicht bei pauschaler Supplementierung
Trotz der Vorteile beim Schmerzmanagement warnen Wissenschaftler vor einer ungezielten Einnahme von Vitamin-D-Präparaten zum Knochenschutz. Eine Metaanalyse vom Juli 2026 mit Daten von rund 154.000 Erwachsenen aus 69 Studien fand keinen signifikanten Schutz vor Knochenbrüchen durch Vitamin D allein.
Die Kombination von Calcium und Vitamin D senkte das Risiko für Hüftbrüche lediglich um 0,3 Prozent – klinisch kaum bedeutsam. Fachleute raten von einer routinemäßigen Supplementierung zum Frakturschutz ab. Stattdessen empfehlen sie Kraft- und Gleichgewichtstraining. Zudem warnen Ärzte vor Überdosierung: Zu viel Vitamin D kann Übelkeit und Nierenschäden verursachen.
Roboter-OP und ganzheitliche Versorgung
Die Brustkrebstherapie wird zunehmend durch technologische Innovationen ergänzt. Im März 2026 führte das Alta Bates Summit Medical Center in Oakland erstmals außerhalb klinischer Studien eine robotische Single-Port-Mastektomie mit Brustwarzen-Erhalt durch. Operiert wurde eine 46-jährige Patientin mit triple-negativem Brustkrebs.
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Auch die Nachsorge gewinnt an Bedeutung. Organisationen wie die DKMS bieten im Sommer 2026 verstärkt Kosmetikseminare für Krebspatientinnen an – ein Baustein für mehr Lebensqualität während der Therapie.
Dass eine frühzeitige Diagnose entscheidend ist, zeigt der Fall von Franka Potente. Die Schauspielerin erhielt im April 2023 ihre Brustkrebsdiagnose. Nach Operation und Bestrahlung gilt sie heute als krebsfrei.
Kreatin: Neue Hoffnung aus der Immunforschung
Eine Studie der UCLA aus dem Jahr 2026 an menschlichen Zellen und Mäusen legt nahe: Kreatin könnte die Aktivität von T-Zellen gegen Tumore verbessern. Der Stoff versorgt dendritische Zellen mit Energie, die wiederum die Immunantwort steuern. Klinische Studien am Menschen stehen allerdings noch aus.
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