Brustkrebs, Pflanzenstoff

Brustkrebs: Pflanzenstoff Curcumol hemmt Metastasen in Studien

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 12:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen Fortschritte bei pflanzlichen Metastasenhemmern, Genanalysen und neuer Erstlinientherapie für aggressiven Brustkrebs.

Brustkrebs-Forschung: Neue Therapien und pflanzliche Wirkstoffe
Brustkrebszellen in einer Petrischale unter dem Mikroskop, daneben Pflanzenbestandteile von Curcuma kwangsiensis. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Forschung zum Mammakarzinom konzentriert sich zunehmend auf neue Wirkmechanismen und die genetische Entschlüsselung von Tumortreibern. Aktuelle Studien untersuchen sowohl Substanzen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als auch präzisere Diagnostik und neue Therapieoptionen.

Curcumol: Pflanzlicher Wirkstoff gegen Metastasen

Können Inhaltsstoffe aus TCM-Heilpflanzen die Krebstherapie ergänzen? Eine Studie der Guilin Medical University, veröffentlicht im Juni 2026 im Fachjournal Phytotherapy Research, gibt Hinweise darauf. Die Forscher untersuchten den Pflanzenstoff Curcumol aus Curcuma kwangsiensis.

In Zell- und Mausversuchen hemmte Curcumol die Invasion und Migration von Brustkrebszellen. Der Wirkmechanismus basiert auf der Beeinflussung der miR-206/NCL/ER?36-Achse. Die Erkenntnisse könnten für künftige Therapien relevant sein, die die Ausbreitung von Tumorzellen verhindern sollen.

Genetik liefert neue Angriffspunkte

Parallel zur pflanzlichen Wirkstoffforschung liefert die Genetik neue Erkenntnisse über aggressive Brustkrebsformen. Ein Team um Khalid Al-Zahrani vom Mount Sinai Hospital in Toronto identifizierte 90 Treibergene für das basalähnliche Mammakarzinom. Die in Nature veröffentlichte Studie nutzte ein CRISPR-KOALA-Screening – getestet wurden 3752 Gene an 471 Mäusen. Überraschend: 81 dieser Gene waren zuvor nicht als Treiber dieser Krebsform bekannt.

Forscher des Baylor College of Medicine entwickelten zudem optimierte Rattenmodelle für ER+-Brustkrebs. Diese mittels CRISPR-Cas9 erzeugten Modelle bilden die humane Krankheitsbiologie und das Ansprechen auf Therapien präziser ab. Weitere Studien aus dem Jahr 2026, etwa in Cell Death Discovery, thematisieren die Rolle des Moleküls LINC01929, das Tumorwachstum durch Umgehung der Ferroptose fördert, sowie die Auswirkungen eines Protein-Merlin-Mangels auf die Immunsuppression im Tumorumfeld.

Mammografie-Screening: Nutzen bestätigt, Risiken bleiben

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Die Früherkennung bleibt ein zentraler Baustein der Krebsbekämpfung. Eine europäische Auswertung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) untersuchte Daten von 3,4 Millionen Frauen aus 21 Ländern – Zeitraum 1978 bis 2019. Die im Fachmagazin The Lancet Regional Health – Europe veröffentlichte Analyse bestätigt: Das Mammografie-Screening verbessert die Früherkennung und senkt die Zahl fortgeschrittener Tumoren.

Allerdings betonten die Experten: Therapiefortschritte haben einen größeren Einfluss auf die Senkung der Sterblichkeitsrate als die reine Diagnostik. Gleichzeitig bleibt das Risiko von Überdiagnosen bestehen.

Die Dringlichkeit effektiver Modelle wird durch WHO-Prognosen unterstrichen: Die Organisation rechnet mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen von 20,6 Millionen (2024) auf rund 35 Millionen Fälle pro Jahr bis 2050 – eine Zunahme um 70 Prozent. Hauptursachen sind die Alterung der Bevölkerung sowie Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Luftverschmutzung.

Besonders deutlich zeigen sich die globalen Versorgungsunterschiede: Die 5-Jahres-Überlebensrate bei Brustkrebs liegt in Ländern mit hohem Einkommen bei etwa 87 Prozent, in einkommensschwachen Regionen dagegen nur bei 42 Prozent.

Trodelvy: Neue Erstlinientherapie für aggressiven Brustkrebs

Im Bereich der Pharmakotherapie gab es eine wichtige Zulassung: Die FDA erweiterte das Einsatzspektrum von Trodelvy (Sacituzumab Govitecan). Das Medikament ist jetzt für die Erstlinientherapie des metastasierten triple-negativen Brustkrebses (mTNBC) zugelassen.

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Grundlage waren die Studien ASCENT-03 und ASCENT-04. Sie zeigten eine signifikante Risikoreduktion und ein verlängertes medianes Ansprechen im Vergleich zu herkömmlichen Chemotherapien. Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) führt die Substanz bereits als bevorzugte Option für die Erstlinie.

Auch bei der Herstellung etablierter Therapeutika gibt es Fortschritte. Für das Brustkrebsmedikament Elacestrant wurden Optimierungen in der Synthese eines zentralen Intermediats bekannt gegeben – mit verbesserter Ausbeute und Skalierbarkeit der Produktion.

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