Brustkrebs: Bienengift-Wirkstoff zerstört Zellen in 60 Minuten
22.06.2026 - 18:22:16 | boerse-global.de
Das belegt eine neue Studie im Fachjournal Nature Precision Oncology.
Forscher des Harry Perkins Instituts untersuchten den Wirkstoff Melittin – ein Bestandteil von Bienengift. In Versuchen mit Mäusen zeigte sich: Die Kombination mit dem Chemotherapeutikum Docetaxel reduziert das Tumorwachstum effizient. Synthetisch hergestelltes Melittin erzielte laut den Forschern vergleichbare Effekte.
Pflanzliche Extrakte im Fokus
Nicht nur tierische Gifte stehen im Rampenlicht der Forschung. Das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam untersucht gemeinsam mit internationalen Partnern Extrakte aus Artemisia annua sowie Artemisinin-Derivate.
Laborstudien deuten darauf hin: Diese Substanzen könnten nicht nur gegen das SARS-CoV-2-Virus wirken, sondern auch selektiv toxisch auf Krebszellen. Sie hemmen zudem die Bildung neuer Blutgefäße in Tumoren.
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Psilocybin fürs alternde Gehirn
Kann ein Pilzwirkstoff die Gehirnleistung im Alter verbessert? Die PLASTICITY-Studie an der UC Berkeley geht dieser Frage nach. Forscher untersuchen den Einfluss von Psilocybin in Dosierungen zwischen 1 und 30 mg auf die Neuroplastizität bei gesunden Probanden zwischen 60 und 85 Jahren.
Bisher haben zwei von 20 geplanten Teilnehmern die Studie abgeschlossen. Ein abschließender Wirksamkeitsnachweis steht noch aus.
Künstliche Intelligenz im Dienste der Medizin
Die Medizinische Universität Wien setzt auf das Modell PATEC. Es testet Kombinationen aus Strahlen- und Immuntherapien direkt an Patientenzellen. Besonders wirksam: die Verbindung von Strahlentherapie mit einem STING-Agonisten, beschrieben in einer Publikation von 2026.
Auch in der Impfstoffentwicklung spielt KI eine Schlüsselrolle. Ein an der Universität Cambridge entwickeltes KI-System namens DIOSynX absolvierte zwischen 2021 und 2023 erfolgreich eine Phase-1-Studie. Eine Folgestudie mit rund 200 Teilnehmern soll nun den Schutz gegen gesamte Coronavirus-Familien prüfen.
Klinische Durchbrüche in der Praxis
Die SNAP-Studie mit over 1.300 Teilnehmern aus acht Ländern liefert wichtige Erkenntnisse für die Infektiologie. Laut Berichten in NEJM und The Lancet (2026) sind bestimmte Penicilline bei Blutstrominfektionen eine gleichwertige Alternative zu Flucloxacillin – mit einem geringeren Risiko für Nierenversagen.
In der Rheumatologie zeigen Studien zur rheumatoiden Arthritis: Eine zweijährige Behandlung mit Abatacept in der frühen Krankheitsphase senkt das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung von etwa 50 Prozent auf circa 20 Prozent.
Berliner Vorreiterrolle
Das Immanuel Krankenhaus Berlin, akademisches Lehrkrankenhaus der Charité, sucht derzeit Teilnehmer für neue klinische Studien zur Naturheilkunde. Die Einrichtung wurde 2026 mit dem FOCUS-Siegel als Top-Krankenhaus in der Region Berlin ausgezeichnet.
Am 17. Juni trat das Krankenhaus zudem dem Berliner Bündnis für Pflege bei. Für den 23. Juni ist im Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg eine Veranstaltung zur Geburtshilfe geplant.
Integrative Onkologie in Stuttgart
Das Zentrum für Hämatologische Neoplasien am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart verfolgt einen besonderen Ansatz. Medizinische Therapien werden dort durch Massagen, Akupunktur, Yoga und psychosoziale Beratung ergänzt – speziell für jüngere Leukämie-Patienten.
Das RBK war im Herbst 2020 das erste Zentrum seiner Art in Stuttgart mit einer entsprechenden Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft.
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Überraschende Erkenntnisse aus dem Alltag
Selbst alltägliche Substanzen werden auf ihre Wirkung hin untersucht. Forscher des King's College London beobachteten: Das Kauen von zuckerhaltigem Kaugummi nach dem Konsum von Rote-Bete-Saft erhöht den Speichel-pH-Wert und den Nitritgehalt im Körper signifikant.
Die Folge: eine leichte Senkung des Blutdrucks. Die Wissenschaftler betonten jedoch – es handelt sich um eine Beobachtung, nicht um eine klinische Behandlungsempfehlung.
