BRK, Senioren-Park

BRK Senioren-Park Buxheim: 4,8 Millionen Euro für Umbau und Sanierung

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fördergelder und Bauprojekte erweitern Pflegeangebote, während steigende Bedarfsprognosen den Anpassungsdruck verdeutlichen.
Ein modern gestalteter, barrierefreier Garten einer Pflegeeinrichtung mit geschwungenen Wegen und großen Glasfronten. Illustration mit AI erstellt.

Träger, Kommunen und Landesregierungen intensivieren bundesweit ihre Bemühungen, stationäre und teilstationäre Pflegeeinrichtungen an veränderte Anforderungen anzupassen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und baulicher Modernisierungsanforderungen fließen erhebliche Investitionen in Ersatzneubauten, Standortsanierungen und spezialisierte Wohnkonzepte.

Steigender Versorgungsbedarf lenkt Fördermittel in Spezialbereiche

Die Notwendigkeit struktureller Anpassungen wird besonders in den langfristigen Prognosen deutlich. Nach Einschätzung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention wird die Zahl der Pflegebedürftigen im Freistaat bis zum Jahr 2050 auf rund 980.000 anwachsen.

Zugleich soll die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen von derzeit mehr als 270.000 auf 300.000 im Jahr 2030 und weiter auf 380.000 im Jahr 2040 steigen.

Um stationäre Strukturen für diese Herausforderungen vorzubereiten, übergab Pflegeministerin Judith Gerlach am 15. Oktober 2026 einen Förderscheck über 4,8 Millionen Euro für den BRK Senioren-Park Buxheim. Die Zuwendung aus dem bayerischen Förderprogramm „Pflege im sozialen Nahraum“ (PflegesoNah) fließt in die Aufstockung, den Umbau sowie die Sanierung der Einrichtung mit 80 Dauerpflegeplätzen.

Im Buxheimer Senioren-Park sind nach Angaben des Ministeriums rund 95 Prozent der Bewohner von Demenz betroffen. Das Haus legt den Schwerpunkt auf die gerontopsychiatrische Betreuung, verzichtet dabei vollständig auf geschlossene Bereiche und bindet eine über 5.000 Quadratmeter große Gartenanlage ein.

Über das Programm PflegesoNah wurden laut Ministerium seit dem Start im Jahr 2020 über 486 Millionen Euro zur Schaffung und Modernisierung von mehr als 10.400 Pflegeplätzen bereitgestellt. Allein im Jahr 2026 wurden bisher rund 1.600 Plätze mit einem Volumen von 76,6 Millionen Euro bezuschusst.

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Ersatzneubauten lösen historische Bausubstanz ab

Auch außerhalb Bayerns investieren Träger und Investoren zweistellige Millionenbeträge in zeitgemäße Unterbringungsformen. In Kempen am Niederrhein übernimmt die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist zwei fertiggestellte Neubauten mit Baukosten von rund 40 Millionen Euro.

Eigentümer und Investor der Liegenschaften ist die Kölner Conesta-Gruppe. Die neuen Gebäude bieten 144 Dauerpflege- sowie 20 Kurzzeitpflegeplätze und ersetzen das aus dem Jahr 1969 stammende Von-Broichhausen-Stift, aus dem rund 120 Bewohner umziehen.

Im baden-württembergischen Heilbronn-Böckingen setzte die Richard-Drautz-Stiftung im Oktober 2026 den Baustart für einen neuen Senioren-Campus. Bei einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro entstehen auf einer Gesamtfläche von circa 8.000 Quadratmetern 90 stationäre Pflegeplätze und 15 Plätze für die Kurzzeitpflege.

Bereits am 7. Oktober 2026 erfolgte in Geisingen der Spatenstich für das Projekt Haus Roßberg. Der Zweckverband Pflegeheim Haus Wartenberg investiert dort rund 25 Millionen Euro in einen Ersatzbau, dessen Fertigstellung für 2028 geplant ist. Auf drei Etagen entstehen 90 barrierefreie Einzelzimmer in sechs Wohngruppen gemäß der Landesheimbauverordnung Baden-Württemberg.

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Die Gesamtzahl der Plätze bleibt damit stabil. Der Zweckverband verfügt insgesamt über 312 Bewohnerplätze in Geisingen, 47 in Blumberg, 24 Einheiten für seniorengerechtes Wohnen, rund 60 Ausbildungsplätze und beschäftigt etwa 400 Mitarbeiter.

Erweiterungen bei Tagespflege und Fachkliniken

Neben klassischen Heimen erweitern Träger auch das Angebot an teilstationären und spezialisierten Einrichtungen. Die Diakonie Knoblauchsland legte den Grundstein für eine Senioren-Tagespflege in Nürnberg-Almoshof, um Versorgungsdefizite abzubauen und Familien im Nürnberger Norden zu entlasten.

Im Schwarzwald eröffnete das Seniorenzentrum Glottertal mit einem Pflegekonzept, das auf selbstbestimmtes Wohnen zielt. Für Mehlingen im Landkreis Kaiserslautern plant das Unternehmen Walg Enterprise an der Spelzenhofstraße 46 auf rund 4.800 Quadratmetern das Gesundheits- und Pflegezentrum Spelzenhofcarree mit betreutem Wohnen in drei Bauabschnitten.

Parallel dazu laufen die Ausschreibungen für umfassende Klinik- und Heiminfrastrukturen. Die AWO Niedersachsen gGmbH modernisiert die Klinik für Gerontopsychiatrie in Königslutter mit fünf Stationen im laufenden Betrieb, wobei etwa 40 Prozent der Altbausubstanz saniert werden.

In Salzwedel startete am 15. Oktober 2026 das Zentrum für Soziale Psychiatrie die Ausschreibung einzelner Ausbaugewerke für den Neubau eines Pflegeheims an der Hoyersburger Straße 60.

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