Brick: Plastikblock sperrt Apps für 114 Dollar
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 17:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-amerikanische Unternehmen Brick hat Details zu seinem gleichnamigen Hardware-Produkt veröffentlicht, das die Reduzierung der Bildschirmzeit durch eine physische Barriere unterstützen soll.
Bei dem als „Brick“ bezeichneten Gerät handelt es sich um einen kleinen Plastikblock, der mittels NFC-Technologie (Near Field Communication) gezielt den Zugriff auf vordefinierte Applikationen und Internetseiten auf dem Smartphone unterbindet.
Die Anschaffungskosten für die Hardware wurden nun konkretisiert: Das Produkt wird für 95 US-Dollar angeboten, wobei inklusive der anfallenden Versandkosten ein Gesamtpreis von 114 US-Dollar erreicht wird.
Die Funktionsweise des Systems sieht vor, dass Anwender über eine zugehörige Applikation festlegen, welche Programme oder Webseiten für einen bestimmten Zeitraum gesperrt werden sollen. Eine Aufhebung dieser Sperre ist im Regelfall nur möglich, wenn das Smartphone physisch mit dem Plastikblock in Kontakt gebracht wird.
Durch diese Kopplung fungiert der Gegenstand als externe Hürde, die das impulsive Öffnen von Apps verhindern soll. Den Berichten zufolge lassen sich bis zu 10 verschiedene Modi konfigurieren, um die Blockierung individuell an verschiedene Alltagssituationen anzupassen.
Um die Wirksamkeit des Systems zu erhöhen, ist ein sogenannter Strict Mode integriert. Diese Funktion soll sicherstellen, dass Nutzer die Sperre nicht einfach durch das Löschen der Steuerungs-App umgehen können.
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Für dringende Ausnahmefälle sind im System fünf sogenannte Emergency Unbricks vorgesehen. Diese erlauben es dem Anwender, das Smartphone auch ohne den physischen Plastikblock zu entsperren, sofern eine unvorhergesehene Situation dies erforderlich macht.
In Branchenkreisen stößt das Geschäftsmodell auf ein geteiltes Echo. Kritiker verweisen primär auf den hohen Preis der Hardware, die in früheren Berichten bereits mit über 60 Euro veranschlagt wurde und nun in der Endabrechnung deutlich darüber liegt.
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Zudem wird die Vermarktungsstrategie des Herstellers als paradox eingestuft: Das Unternehmen bewirbt das Produkt, das explizit zur Vermeidung von Ablenkungen durch das Smartphone entwickelt wurde, massiv über soziale Netzwerke.
Marktbeobachter weisen darauf hin, dass bereits kostengünstigere Alternativen zur digitalen Selbstregulierung existieren. Das Konkurrenzprodukt Locked wird etwa zu einem Preis von circa 40 Euro angeboten. Für technisch versierte Nutzer besteht zudem die Option, vergleichbare Mechanismen im Eigenbau mithilfe einfacher NFC-Chips umzusetzen.
Als weitere Alternative für eine konsequente Reduzierung der digitalen Erreichbarkeit wird zudem der Wechsel auf funktionsreduzierte Mobiltelefone, sogenannte Dumb-Phones, angeführt, die von vornherein auf komplexe App-Ökosysteme verzichten.
