Braunalgen, Polysaccharide

Braunalgen: Polysaccharide hemmen Hautalterung um bis zu 63%

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 03:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien untersuchen Braunalgen-Wirkstoffe gegen oxidativen Stress, Enzyme und Stoffwechselprobleme; viele Befunde stammen bislang aus Laboranalysen.

Braunalgen aus Dschibuti zeigen Potenzial für Hautpflege
Braunalgen im klaren türkisfarbenen Meerwasser, beleuchtet durch natürliches Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Nutzung mariner Ressourcen für kosmetische und pharmazeutische Anwendungen gewinnt durch neue Forschungsergebnisse zunehmend an Bedeutung. Im Zentrum stehen dabei bioaktive Polysaccharide aus Braunalgen, die aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften sowie ihres Potenzials zur Hemmung hautalternder Prozesse untersucht werden.

Aktuelle Analysen konzentrieren sich insbesondere auf spezifische Algenarten aus unterschiedlichen geografischen Regionen und deren jeweilige Wirkstoffprofile.

Extraktionsraten und bioaktive Potenziale von Algen aus Dschibuti

In einer Untersuchung, über die Mitte September 2026 berichtet wurde, befassten sich Forscher mit vier spezifischen Braunalgenarten aus den Gewässern vor Dschibuti: Padina pavonica, Sargassum ilicifolium, Sargassum latifolium und Turbinaria decurrens. Ziel war die Bestimmung der Polysaccharid-Ausbeute sowie deren antioxidative und Anti-Aging-Wirkung.

Die Analysen zur Alginat-Ausbeute zeigten deutliche Unterschiede zwischen den Arten. Während T. decurrens einen Wert von 29,3% DW (Trockengewicht) erreichte, lag die Ausbeute bei S. ilicifolium bei 22,17% DW und bei P. pavonica bei 12,4% DW. Auch bei den Fucoidan-Werten wurden differenzierte Ergebnisse erzielt: P. pavonica lieferte 1,81% DW, gefolgt von T. decurrens mit 1,43% DW und verschiedenen Sargassum-Arten mit 1,0% DW.

Hinsichtlich der antioxidativen Kapazität wiesen die Fucoidane der Arten S. ilicifolium, S. latifolium und T. decurrens DPPH-IC50-Werte zwischen 0,09 und 0,11 mg/mL auf. Für T. decurrens wurde zudem ein FRAP-IC50-Wert von 0,50 mg/mL ermittelt.

Im Bereich der Hautpflege-Relevanz zeigte P. pavonica bei einer Konzentration von 0,5 mg/mL eine Elastase-Hemmung von 62,1 %, während S. ilicifolium bei derselben Konzentration eine Tyrosinase-Hemmung von 63 % erreichte.

Marine Polysaccharide in der Stoffwechselforschung

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Ein im September 2026 veröffentlichter Review in der Fachzeitschrift Food Science and Biotechnology legt dar, dass Inhaltsstoffe wie Fucoidane, Carrageenane, Ulvane, Alginate und Chitosan als gezielte Präbiotika fungieren können. Diese wirken über die sogenannte Darm-Leber-Achse gegen die metabolisch assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD).

Präklinische Befunde deuten darauf hin, dass Fucoidan aus der Alge Sargassum fusiforme die Insulinresistenz lindern kann, während ein Iota-Carrageenan-Tetrasaccharid zur Senkung des Leberfetts beiträgt. Klinische Daten aus randomisierten kontrollierten Studien (RCT) belegen zudem, dass Chitosan die Leberfunktion bei nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) verbessern konnte.

Hemmung von Enzymen durch marokkanische Algenextrakte

Weitere Erkenntnisse lieferte eine Studie in Plant Biosystems zu der in Marokko vorkommenden Braunalge Cladostephus spongiosus. Ein Ethanol-Extrakt dieser Alge zeigte signifikante Wirkungen bei der Hemmung der Alpha-Glucosidase (4,28 mmol Acarbose-Äquivalente/g) sowie der Alpha-Amylase (IC50 9,73 µg/ml).

In diesem Zusammenhang wurden vier Wirkstoffe identifiziert: Loliolide, Isololiolide, Herniarin und ein Monocrotalin-Isomer. Diese Befunde basieren bisher auf In-vitro- und In-silico-Untersuchungen; klinische Humanstudien stehen hier noch aus.

Industrielle Verarbeitung und Wirkstoffkonzentrate

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Die praktische Umsetzung dieser Forschungsergebnisse zeigt sich in der Entwicklung spezifischer Wirkstoffkonzentrate. Das Unternehmen Oceanwell nutzt beispielsweise einen Algenextrakt aus der Art Laminaria, der in einem vierwöchigen Fermentationsprozess in Kiel gewonnen wird. Das resultierende Konzentrat besteht zu 36 % aus diesem fermentierten Extrakt und zu 62 % aus natürlichem Meerwasser.

Der Naturstoffgehalt des Produkts wird mit 15 % angegeben, wobei der Bio-Anteil innerhalb dieser Stoffgruppe bei 93,7 % liegt. Der Wasseranteil beträgt 83,9 %, und durch den Fermentationsprozess ergibt sich ein Alkoholgehalt von 5 %. Solche Entwicklungen unterstreichen den Trend zur Nutzung hochkonzentrierter mariner Wirkstoffe für die Hautpflege, wobei ein Teil der Erlöse oft direkt in Meeresschutzprojekte fließt.

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