Brasilien, Ausschuss

Brasilien: Ausschuss billigt kostenlose Zwei-Faktor-Authentifizierung ab 60

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Brasiliens Seniorenrechtsausschuss befürwortet kostenlose Zusatzprüfungen bei auffälligen Finanzvorgängen für Bankkunden ab 60 Jahren.
Innenansicht eines minimalistischen, leeren Bankgebäudes mit Marmorboden und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Der Ausschuss für Seniorenrechte der brasilianischen Abgeordnetenkammer (CIDOSO) hat dem Gesetzentwurf PL 1453/26 zugestimmt. Die Vorlage sieht vor, Banken und Finanzinstitute gesetzlich dazu zu verpflichten, Kundinnen und Kunden ab einem Alter von 60 Jahren eine Zwei-Faktor-Authentifizierung kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Die gebilligte Textfassung wurde von dem Berichterstatter Castro Neto (MDB-PI) vorgelegt. Der ursprüngliche Gesetzesentwurf geht auf die Initiative von Lucas Abrahão (Rede-AP) zurück, wobei im parlamentarischen Verfahren eine Änderung in das Dokument eingearbeitet wurde.

Selektive Sicherheitsprüfungen bei verdächtigen Transaktionen

Die im Gesetzentwurf vorgesehene zusätzliche Authentifizierung soll nach Medienberichten nicht ausnahmslos bei jedem Vorgang greifen. Vorgesehen ist ein selektives und proportionales System, das nur dann aktiviert wird, wenn Transaktionen vom üblichen Kundenprofil, der bisherigen Kontobewegungshistorie oder entsprechenden Risikoanalysen abweichen.

Eine automatische Sicherheitsabfrage wird demnach bei bestimmten Ereignissen vorgeschrieben. Dazu zählen Zahlungen, die über von den Kontoinhabern selbst festgelegten Limits liegen, ungewöhnliche Überweisungen, Kreditaufnahmen sowie der Abschluss neuer Finanzdienstleistungen. Ebenso soll das Verfahren bei relevanten Änderungen von Registerdaten anschlagen, wie etwa bei einer Aktualisierung der hinterlegten E-Mail-Adresse oder Wohnanschrift.

Anzeige

Millionen Menschen nutzen täglich Online-Banking per Smartphone – ohne zusätzlichen Schutz kann das riskant sein. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen fünf einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Gerät und Ihre sensiblen Finanzdaten sofort besser absichern. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone jetzt entdecken

Zusätzliche Überprüfungen sind zudem für elektronische Überweisungen vorgesehen. Reguläre Alltagsoperationen bleiben von den zusätzlichen Schritten hingegen ausgenommen, um den täglichen Zahlungsverkehr nicht unverhältnismäßig zu erschweren. Die genauen Kriterien und die Definition dieser Alltagsgeschäfte soll die brasilianische Zentralbank (Banco Central) im Rahmen künftiger Regulierungsmaßnahmen festlegen.

Gesetzliche Vorgabe soll bankeigene Richtlinien ablösen

Bislang stützt sich der Schutz von Bankkunden in Brasilien vorrangig auf interne, institutseigene Sicherheitsrichtlinien der jeweiligen Finanzhäuser. Mit der Verabschiedung von PL 1453/26 würde dieser Rahmen durch eine verbindliche gesetzliche Vorgabe für Verbraucher ab 60 Jahren ersetzt.

Anzeige

Wer Online-Zahlungen und Banking noch sicherer machen möchte, findet in modernen Verfahren wie Passkeys eine effektive Lösung gegen Datenklau. Ein kostenloser Report erklärt, wie Sie diese Technologie bei gängigen Diensten wie WhatsApp oder Amazon unkompliziert einrichten. Kostenlosen Report zur passwortlosen Anmeldung herunterladen

Nach der Zustimmung im Ausschuss für Seniorenrechte stehen dem Gesetzesvorhaben weitere parlamentarische Hürden bevor. Zu den nächsten Stationen im Gesetzgebungsprozess gehören der Finanz- und Steuerausschuss sowie der Verfassungs- und Justizausschuss.

Im Anschluss müssen das Plenum der Abgeordnetenkammer und der Bundessenat mit jeweils einfacher Mehrheit über den Entwurf abstimmen. Ein konkreter Termin für ein mögliches Inkrafttreten der neuen Sicherheitsvorschriften ist bislang nicht festgelegt worden.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70459896 |