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Brain Endurance Training: Belastbarer Nachweis für den Nutzen fehlt bislang

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 12:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Training verbindet Denkaufgaben mit körperlicher Belastung; unabhängige Studien zum messbaren Nutzen fehlen bislang.

Brain Endurance Training: Mentale Ausdauer für Sport und Beruf
Leere Laufbahn eines Stadions in der Abenddämmerung zur Symbolisierung von mentaler Ausdauer und Fokus im Leistungssport. Illustration mit AI erstellt.

Im modernen Leistungssport gewinnt die gezielte Steigerung der mentalen Belastbarkeit zunehmend an Bedeutung, um die Leistungsfähigkeit von Athleten über die rein körperliche Erschöpfung hinaus zu sichern.

Ein Ansatz, der dabei vermehrt in den Fokus rückt, ist das sogenannte Brain Endurance Training (BET). Das Trainingskonzept zielt darauf ab, die mentale Ermüdungsresistenz systematisch zu schulen und so Einbrüche der Konzentrations- und Urteilsfähigkeit unter starker physischer Belastung zu verhindern.

Kombination aus kognitiver Beanspruchung und körperlicher Belastung

Das Prinzip von BET basiert auf der Verknüpfung von kognitiven Aufgaben mit dem klassischen Ausdauer- oder Krafttraining. Ziel ist es, das Gehirn gezielt unter Stress zu setzen, während der Körper gefordert wird oder bereits erschöpft ist. Typische Übungen sprechen die Reaktionszeit, die Entscheidungsfindung sowie das Gedächtnis an.

In der Praxis dauern diese spezifischen kognitiven Einheiten üblicherweise 15 bis 20 Minuten. Sie werden entweder unmittelbar vor oder direkt nach langen Sporteinheiten absolviert, um den Umgang mit mentaler Ermüdung unter Wettkampfbedingungen zu simulieren.

Durch das Training gegen die kognitive Erschöpfung soll die Fähigkeit gefördert werden, auch in späten Phasen eines Wettkampfs präzise Entscheidungen zu treffen und die notwendige Konzentration aufrechtzuerhalten.

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Einsatz und Erfahrungen im Spitzensport

Mehrere Profisportler setzen diese Methodik bereits in ihrer Wettkampfvorbereitung ein. Der Radrennfahrer Tom Portsmouth führt das Erreichen eines stabilen Flow-Zustands während seiner Rennen auf den Einsatz von BET zurück. Durch die gezielte Schulung der kognitiven Reserven gelinge es ihm besser, die mentale Fokussierung über die gesamte Renndauer beizubehalten.

Auch in anderen Sportarten kommt das Verfahren zum Einsatz: Die Skirennläuferin Ali Nullmeyer nutzte BET im Anschluss an eine Verletzungspause, um sich mental auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Das Gehirntraining diente in diesem Zusammenhang dazu, die kognitive Leistungsfähigkeit trotz physischer Einschränkungen zu fordern und den Wiedereinstieg auf höchstem Wettkampfniveau zu unterstützen.

Ausweitung auf Behörden und offene Datenlage

Die Anwendungsmöglichkeiten beschränken sich nach Branchenangaben nicht mehr allein auf den Spitzensport. Nach Angaben des Anbieters Soma NPT nutzen inzwischen auch Führungskräfte aus der Wirtschaft sowie Angehörige von Behörden, Militär- und Feuerwehrdiensten das Brain Endurance Training. In diesen Berufsfeldern spielen Entscheidungsfindung unter Zeitdruck und Stressresistenz in Notfallsituationen eine vergleichbar zentrale Rolle.

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Gleichzeitig bleibt die wissenschaftliche Fundierung des Ansatzes Gegenstand von Diskussionen. Zwar zielt das Training durch kognitive Aufgaben wie Entscheidungs-, Gedächtnis- und Reaktionstests klar auf eine Reduktion mentaler Ermüdung ab, in aktuellen Berichten über den praktischen Einsatz bei Athleten und weiteren Berufsgruppen fehlen jedoch bislang konkrete Studienergebnisse oder belastbare statistische Kennzahlen, die den quantitativen Nutzen unabhängig belegen.

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