BoxBot, Viam

BoxBot: Viam stellt Roboter zur automatisierten Karton-Öffnung vor

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Viam führt in Pittsburgh einen Roboter zum Kartonöffnen vor, der lokale KI-Inferenz, präzise Bildsteuerung und frei verfügbaren Code verbindet.

Viam zeigt BoxBot: KI-Roboter öffnet Kartons auf der IROS 2026
Leere braune Versandkartons in einer sauberen, industriellen Lagerhalle mit Betonboden und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Auf der anstehenden Fachkonferenz IROS 2026 in Pittsburgh präsentiert das Robotik-Unternehmen Viam eine Neuentwicklung für automatisierte Arbeitsabläufe in der Logistik. Wie aus einem Bericht von prnewswire.com hervorgeht, stellt das Unternehmen vom 27. September bis zum 3. Oktober 2026 an Stand 828 ein System namens BoxBot vor. Der Roboter ist darauf spezialisiert, mit Klebeband verschlossene Kartons selbstständig zu öffnen.

Präzise Steuerung und kompaktes KI-Modell

Das Öffnen von Verpackungen stellt Robotersysteme aufgrund variierender Materialien und geringer Fehlertoleranzen vor Herausforderungen. BoxBot setzt zur Bewältigung dieser Aufgabe auf eine zweistufige technische Lösung: Zur Führung des Werkzeugs nutzt das System eine bildbasierte visuelle Servosteuerung. Diese orientiert sich entlang der lediglich 1 bis 2 Millimeter breiten Naht des Klebebands, um präzise Schnitte zu setzen.

Für die anschließende Handhabung der Verpackung kommt ein feinjustiertes SmolVLA-Modell zum Einsatz. Dieses Vision-Language-Action-Modell steuert den Roboterarm beim Erfassen und Umklappen der vier Kartonklappen.

Wie pressbee.net berichtet, kombiniert das System die bildbasierte Servosteuerung gezielt mit einem Open-Source-VLA, ohne dabei auf eine eigens neu entwickelte Modellarchitektur zurückzugreifen. Die gesamte Verarbeitung läuft stattdessen über eine auf Viam basierende Datenpipeline.

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Geringer Trainingsaufwand und lokale Inferenz

Für das Training des Systems war laut Viam nur ein vergleichsweise geringer Aufwand nötig. Die Datengrundlage bildeten 125 teleoperierte Demonstrationen, die von zwei Viam-Ingenieuren über einen Zeitraum von vier Tagen gesammelt wurden. Der reine Zeitaufwand für diese Erfassung belief sich auf etwa fünf Stunden, wobei die Steuerung über Virtual-Reality-Controller erfolgte.

Ein weiteres technisches Merkmal betrifft die Hardwareanforderungen für den laufenden Betrieb: Die Inferenz des Vision-Language-Action-Modells erfolgt vollständig lokal. Für die Ausführung nutzt BoxBot einen Nvidia Jetson Orin Nano, womit keine ständige Verbindung zu rechenintensiven Cloud-Diensten erforderlich ist.

Open-Source-Ansatz für die Robotik-Entwicklung

Mit der Vorstellung verfolgt Viam einen offenen Ansatz für die Fachcommunity. Das Unternehmen hat sowohl den Programmiercode als auch den zugehörigen Datensatz über die Plattform Hugging Face öffentlich zur Verfügung gestellt.

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Shannon Bradshaw, Senior Vice President of Product bei Viam, ordnete den Einsatz der Technologie entsprechend ein: Bradshaw betonte, dass in der Robotik mittlerweile nicht mehr die Frage im Mittelpunkt stehe, ob sogenannte Vision-Language-Action-Modelle eingesetzt werden, sondern vielmehr an welchen konkreten Stellen ihr Einsatz in den Abläufen sinnvoll ist. Die Live-Demonstrationen auf der Fachkonferenz in Pittsburgh sollen nun zeigen, wie sich diese Ansätze in der Praxis bewähren.

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