Botnetz, Polizei

Botnetz offline: Polizei sperrt 17 Millionen infizierte Geräte

29.05.2026 - 21:16:29 | boerse-global.de

Behörden schalten über 200 Server in den Niederlanden ab. Das Botnetz war mit dem Proxy-Dienst Asocks verbunden und nutzte infizierte Geräte weltweit.

Botnetz offline: Polizei sperrt 17 Millionen infizierte Geräte - Bild: über boerse-global.de
Botnetz offline: Polizei sperrt 17 Millionen infizierte Geräte - Bild: über boerse-global.de

Die niederländische Polizei hat gemeinsam mit dem Nationalen Cyber Security Center (NCSC) ein massives Botnetzwerk offline genommen. Weltweit waren mindestens 17 Millionen infizierte Geräte betroffen – Computer, Tablets und Smartphones, die für koordinierte Cyberangriffe missbraucht wurden.

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Über 200 Server sichergestellt

Die Ermittler identifizierten am heutigen Freitag über 200 Server an niederländischen Standorten und stellten sie sicher. Ein involvierter Hosting-Provider schaltete die Systeme ab, die als zentrale Steuerungseinheiten für das Botnetz fungierten.

Das Netzwerk steht in direkter Verbindung mit dem Proxy-Dienst Asocks. Dieser soll rund sieben Millionen IP-Adressen für verschiedene Aktivitäten im digitalen Raum angeboten haben.

Parallelaktion gegen Cyberkriminelle

Nur einen Tag zuvor kam es zu weiteren Maßnahmen: Sicherheitsforscher berichten über die Beschlagnahmung von 800 Servern des Anbieters THE.Hosting am Donnerstag. Dabei wurden zwei Betreiber verhaftet. Der Kern-IP-Adressraum des Hosters blieb jedoch weitgehend intakt.

Ebenfalls am Donnerstag zerschlugen Unternehmen wie CrowdStrike, Google und Shadowserver das Glassworm-Botnetz. Dieses hatte über zwei Jahre hinweg Open-Source-Entwickler angegriffen und mehr als 300 Repositories auf GitHub mit Schadcode manipuliert. Zur Steuerung nutzten die Hintermänner Blockchain-Technologien und öffentliche Kalenderdienste.

KI beschleunigt Angriffe drastisch

Die Sicherheitsbranche beobachtet eine Professionalisierung und Beschleunigung von Cyberangriffen. Analysten von Google Cloud warnen: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz durch staatliche Akteure verkürzt das Sicherheitsfenster für Unternehmen drastisch.

In aktuellen Tests schrumpfte die Zeitspanne zwischen der Veröffentlichung einer Schwachstelle und dem ersten Exploit-Versuch von acht Stunden auf etwa 22 Sekunden. Seit Mitte 2025 nutzen russlandverbundene Gruppen KI-Modelle für Angriffe auf die digitale Infrastruktur.

Unternehmen und Politik unter Druck

Die Relevanz solcher Behördeneinsätze unterstreichen aktuelle Marktdaten. Eine Deloitte-Erhebung aus dem Jahr 2024 zeigte: 97 Prozent der Großunternehmen im DACH-Raum verzeichnen mindestens einen Cybervorfall pro Jahr. Zwei Drittel der Betriebe planen daher, ihre Ausgaben für Cybersicherheit weiter zu erhöhen.

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Auch politische Institutionen geraten verstärkt ins Visier. Im Mai 2026 wurden in Australien WhatsApp-Konten von Parlamentariern und Mitarbeitern durch Phishing-Kampagnen übernommen. Ähnliche Vorfälle gab es zuvor bereits in Europa.

Die niederländischen Staatssekretäre kritisierten zudem die Weitergabe personenbezogener Daten von Beamten an US-Behörden durch Softwareanbieter. Das verschärft die Deabtte um digitale Souveränität und Datenschutzregeln im Rahmen internationaler Abkommen.

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