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Boston Dynamics IPO: Hyundai plant Börsengang für 100 Milliarden

07.06.2026 - 00:51:15 | boerse-global.de

Hyundai Motor Group bereitet den Börsengang seiner Robotik-Tochter Boston Dynamics an der Nasdaq vor. Der Erlös soll Erbschaftssteuern decken und die Konzernstruktur vereinfachen.

Hyundai plant milliardenschweren Börsengang von Boston Dynamics in den USA
Boston - A robot hand reaching towards a digital stock ticker showing an IPO on a screen, with a blurred cityscape in the background. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das könnte die Machtverhältnisse im ganzen Konzern neu ordnen.

Hyundai Motor Group strebt einen Börsengang von Boston Dynamics an der Technologiebörse Nasdaq an. Branchenkenner rechnen mit einem Listing frühestens im Jahr 2027. Der Schritt gilt als strategisch bedeutsam: Mit dem Erlös will Konzernchef Chung Euisun nicht nur hohe Erbschaftssteuern begleichen, sondern auch die verworrene Beteiligungsstruktur des Mischkonzerns entwirren.

Milliardenschwere Bewertung

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Die Bewertung von Boston Dynamics sorgt derzeit für intensive Diskussionen unter Analysten. Die südkoreanische Investmentbank KB Securities taxiert das Unternehmen auf umgerechnet rund 128 Billionen Won. Das Analysehaus Hanwha geht sogar von bis zu 150 Billionen Won aus – umgerechnet etwa 100 bis 115 Milliarden Euro.

Konzernchef Chung Euisun hält persönlich 22,6 Prozent an der Robotikfirma. Bei einer Bewertung von 150 Billionen Won wäre seine Beteiligung rund 13,5 Milliarden Euro wert. Hyundai hatte 2021 für 660 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent von SoftBank übernommen. Der japanische Investor hält noch 9,5 Prozent und besitzt eine Verkaufsoption, die bis Ende Juni 2026 gültig ist.

Zwei Ziele mit einem IPO

Die Erlöse aus dem Börsengang sollen zwei zentrale Probleme lösen. Zum einen stehen geschätzte Erbschaftssteuern von umgerechnet rund drei Milliarden Euro im Raum. Zum anderen könnte Chung mit dem Geld Anteile an Hyundai Mobis erwerben – einer der zentralen Schaltstellen im Konzerngeflecht.

Ein größerer Anteil an Hyundai Mobis gilt als Schlüssel, um die komplexen wechselseitigen Beteiligungen des Konzerns zu entflechten. Beobachter werten dies als entscheidenden Schritt, um Chungs Führungsposition langfristig zu festigen. Spekulationen um diese Pläne erhielten neue Nahrung, als am 4. Juni ein Treffen zwischen Chung und Blackstone-Präsident Jonathan Gray bekannt wurde. Offiziell ging es um mögliche strategische Investitionen oder die Vorbereitung des Börsengangs.

Führungswechsel und KI-Offensive

Boston Dynamics durchläuft derzeit einen personellen Umbruch. Nach dem Abgang von CEO Robert Playter führt Amanda McMaster das Unternehmen kommissarisch.

Parallel dazu vertieft Hyundai die Zusammenarbeit mit dem KI-Riesen Nvidia. Seit dem 5. Juni sind beide Konzerne in Verhandlungen mit der südkoreanischen Regierung über den Aufbau eines KI-Technologiezentrums in der Provinz Nord-Jeolla. Geplant ist ein „Innovationszentrum“ mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet rund sieben Milliarden Euro. Der Fokus liegt auf physischer KI und Robotik der nächsten Generation. Nvidia-Chef Jensen Huang war zu diesem Zweck persönlich in Seoul.

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Weltmeisterschaft als Schaufenster

Schon vor dem Börsengang nutzt Hyundai die große Bühne der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die am 11. Juni beginnt. Als offizieller Mobilitäts- und Robotikpartner setzt der Konzern vier „Spot“-Roboter von Boston Dynamics ein.

Die vierbeinigen Maschinen übernehmen autonome Sicherheitspatrouillen und inspizieren verdächtige Gegenstände im International Broadcast Center in Dallas sowie im New York-New Jersey Stadium. Der humanoide Roboter „Atlas“ kommt in einer aktuellen „School of Football“-Kampagne zum Einsatz und zeigt beeindruckende athletische Bewegungen. Hyundai betont, dass die dabei genutzten KI-Lernmethoden – ein Jahr menschliches Training wird in nur 24 Stunden simuliert – direkt auf industrielle Anwendungen wie Logistik und Fertigung übertragbar sind.

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