Boston Dynamics: 25.000 Atlas-Roboter für Hyundais Werke geplant
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Boston Dynamics und die Hyundai Motor Group haben den Vollbetrieb ihres neuen Robotics Metaplant Application Center (RMAC) in den USA aufgenommen. In der Anlage im Bundesstaat Georgia werden humanoide Roboter für den Einsatz in der Automobilproduktion vorbereitet. Während Hyundai eine großflächige Implementierung plant, rüsten auch Wettbewerber wie Toyota ihre Fertigungskapazitäten massiv auf.
Die Eröffnung des RMAC markiert einen Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen dem Roboterspezialisten Boston Dynamics und seinem Mutterkonzern Hyundai Motor Group. Das Zentrum befindet sich auf dem Gelände des Hyundai Motor Group Metaplant America (HMGMA), einem 2.900 Acre großen Werk für Elektrofahrzeuge in der Nähe von Savannah, Georgia. Nachdem im Juni ein Pilotbetrieb gestartet war, läuft die Anlage nun im vollen Umfang.
Atlas-Roboter trainieren für die Serienfertigung
Im Fokus des neuen Zentrums steht die Weiterentwicklung des humanoiden Roboters Atlas. Aktuell trainieren die Einheiten am RMAC logistische Abläufe sowie die Sequenzierung von Fahrzeugkomponenten gemäß der Montagereihenfolge.
Die strategische Planung sieht vor, dass die Roboter bis zum Jahr 2030 auch Aufgaben in der Komponentenmontage übernehmen. Langfristig sollen die Systeme zudem repetitive Tätigkeiten und Schwerlastaufgaben innerhalb der Produktion ausführen.
Das Vorhaben ist Teil einer umfassenden Expansionsstrategie. Für das Jahr 2027 plant die Hyundai Motor Group den Umzug des Zentrums in ein separates Gebäude auf dem HMGMA-Gelände, das etwa die zehnfache Größe der aktuellen Fläche aufweisen soll. Zack Jackowski, CPTO von Boston Dynamics, bezeichnete das Projekt als Pionierarbeit für physische künstliche Intelligenz im industriellen Maßstab.
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Massiver Ausbau der Roboterkapazitäten bei Hyundai
Die Hyundai Motor Group verfolgt ambitionierte Ziele für den Einsatz autonomer Systeme. In den kommenden Jahren sollen insgesamt 25.000 Atlas-Einheiten in den weltweiten Werken von Hyundai und Kia integriert werden. Zusätzlich plant der Konzern den Aufbau einer neuen US-Produktionsstätte, die eine Kapazität von bis zu 30.000 Robotern pro Jahr erreichen soll. Ein konkreter Standort für dieses Werk wurde bislang nicht kommuniziert.
Parallel dazu baut Boston Dynamics seinen Stammsitz aus. Im Rahmen einer Expansion mit einem Volumen von 100 Mio. USD soll bis 2033 eine zweite Immobilie in Waltham entstehen, wodurch rund 1.250 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Das Unternehmen führt zudem Gespräche mit potenziellen Kunden aus Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Halbleiterindustrie und der Logistik über den Einsatz seiner Robotermodelle Spot und Stretch.
Die organisatorische Integration von Boston Dynamics in den Hyundai-Konzern wurde erst kürzlich abgeschlossen. Nachdem Hyundai im Jahr 2020 für rund 880 Mio. USD einen Anteil von 80 % erworben hatte, ist Boston Dynamics seit Juli eine hundertprozentige Tochtergesellschaft. Die Übernahme des Robotics and AI Institute (RAI) durch SoftBank habe laut Unternehmensangaben keinen Einfluss auf die Entwicklung von Atlas.
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Wettbewerb durch Toyota und HD Hyundai Robotics
Der Vorstoß von Hyundai erfolgt in einem Marktumfeld, in dem auch andere Automobilhersteller massiv in Robotik investieren. Die Toyota Motor Group plant ab 2028 jährliche Ausgaben in Höhe von 6,42 Mrd. USD (rund 1 Billion Yen) für die Modernisierung ihrer Fabriken durch Robotereinsatz. Ziel von Toyota ist die Implementierung von insgesamt 400.000 Robotern, wobei 150.000 in eigenen Werken und 250.000 bei Zulieferern zum Einsatz kommen sollen.
Toyota setzt dabei unter anderem auf den humanoiden Roboter ELEY (Embodied Learning robot for Enhanced Yield), der darauf ausgelegt ist, komplexe Handgriffe von erfahrenen Fachkräften durch maschinelles Lernen zu übernehmen. Hiroki Nakajima, Vorstandsmitglied bei Toyota, betonte, dass Roboter künftig mit Menschen koexistieren und diese nicht ersetzen sollen.
Gleichzeitig entwickelt HD Hyundai Robotics kollaborative Roboter der HDC-Serie, die ohne Sicherheitszäune direkt neben Menschen arbeiten können. Die neuen Modelle, wie der HDC50-17 mit einer Nutzlast von bis zu 50 kg, verfügen über moderne Radarsensoren und Sicherheitssysteme. Das Unternehmen strebt bis 2030 einen Marktanteil von über 50 % bei kollaborativen Robotern mit hoher Nutzlast auf dem heimischen Markt an.
Die globale Bedeutung dieser Entwicklungen wird durch Daten der International Federation of Robotics (IFR) unterstrichen. Im Jahr 2024 installierte China 2 Mio. Industrieroboter, während Japan auf 450.500, die USA auf 34.200 und Südkorea auf 30.600 Einheiten kamen.
