Bosch Hub Line: Neuer Nabenmotor wiegt nur 2,3 Kilogramm
18.06.2026 - 21:09:18 | boerse-global.de
Statt immer stärkerer Akkus und Motoren setzen Hersteller 2026 auf Leichtbau, schickes Design und clevere Integration. Der Grund: Pendler, die ihre Räder in Wohnungen oder Büros tragen müssen.
Neuer Nabenmotor von Bosch: Leicht und kompakt
Mitte Juni stellte Bosch mit der „Hub Line“ seinen ersten Nabenmotor vor. Das System wiegt nur 2,3 Kilogramm bei einem Durchmesser von 100 Millimetern. Mit 45 Newtonmetern Drehmoment und 400 Watt Spitzenleistung geht es nicht um maximale Bergtauglichkeit, sondern um ein natürliches Fahrgefühl.
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Dazu kommen kompakte Akkus wie die PowerTube 360. Mit 360 Wattstunden Kapazität und 2,1 Kilogramm sind sie deutlich leichter als bisherige Standardspeicher. Bosch rechnet künftig mit einem Absatzanteil von fünf bis zehn Prozent für Nabenmotoren.
Der europäische E-Bike-Markt stabilisiert sich nach Phasen der Überproduktion bei etwa fünf Millionen Einheiten jährlich. Zwei Millionen davon entfallen auf Deutschland.
Canyon und Co.: E-Bikes, die aussehen wie normale Räder
Am 18. Juni präsentierte Canyon das Roadlite:ON CF. Das Urban-E-Bike wiegt ab 13,9 Kilogramm, hat einen Carbon-Rahmen und kommt mit Singlespeed und Riemenantrieb. Das Modell wurde bereits mit Designpreisen ausgezeichnet.
Auch Schindelhauer zieht nach. Die am 17. Juni vorgestellte Neo-Serie umfasst ein E-Modell mit 16 Kilogramm Gesamtgewicht. Hier arbeiten Mahle-Antriebe mit Pinion-Getrieben zusammen.
Der Faltrad-Spezialist VELLO bringt mit der VIA+-Serie das weltweit erste E-Faltrad mit dem neuen Bosch-Nabenmotor. Die Modelle wiegen zwischen 16,5 und 16,9 Kilogramm. Ein modulares Akku-System erweitert die Kapazität auf bis zu 500 Wattstunden.
Für den preisbewussten Markt gibt es das Gazelle Curb. Knapp 2.400 Euro kostet das Modell mit Nabenmotor, wahlweise mit Kettenschaltung oder wartungsarmem Riemenantrieb.
Smarte Helme und vernetzte Sicherheit
Neben der Hardware gewinnen digitale Funktionen an Bedeutung. Auf der Eurobike Ende Juni in Frankfurt zeichnet sich ein Schwerpunkt ab: Sicherheitstechnologien.
Canyon arbeitet mit Volkswagen an V2X-Technologie. Das System ermöglicht die direkte Kommunikation zwischen E-Bike und anderen Verkehrsteilnehmern. Ziel ist die Unfallvermeidung.
Das Prototyp-System „Predict“ nutzt 360-Grad-Sensorik, Kameras, Radar und künstliche Intelligenz. Es erkennt Gefahren frühzeitig und kann mit vernetzten Helmen gekoppelt werden. Die Informationen erscheinen dann in einem Sichtfeld-Display.
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Digitale Zertifikate für den Gebrauchtmarkt
Die Branche reagiert auch auf den wachsenden Gebrauchtmarkt. Ab Juli dokumentieren digitale Zertifikate den Zustand gebrauchter E-Bikes. Käufer sehen dann die verbleibende Akkukapazität und die Wartungshistorie.
Der Wandel ist deutlich: Aus schweren Sportgeräten werden technologisch hochgerüstete, aber optisch dezente Alltagsverkehrsmittel.
