Borreliose in Thüringen: 327 Fälle trotz Rückgang weiterhin hoch
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 11:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahl der gemeldeten Borreliose-Fälle in Thüringen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum spürbar gesunken. Laut Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums, über die n-tv.de berichtete, wurden bis Anfang September 327 Fälle der durch Zeckenstiche übertragenen Erkrankung erfasst. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 429 Fälle – ein Rückgang um rund 100 Erkrankungen.
Zweithöchster Wert der vergangenen fünf Jahre
Trotz des Rückgangs ordnet das Ministerium die aktuelle Zahl als weiterhin hoch ein. Wie mz.de berichtete, markieren die 327 gemeldeten Fälle den zweithöchsten Wert der vergangenen fünf Jahre.
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Jahres 2024 wurden 286 Fälle registriert, im Jahr 2022 lediglich 152. Die aktuelle Zahl liegt damit zwar unter dem Vorjahreswert, aber deutlich über dem Niveau früherer Jahre.
Die Entwicklung zeigt damit keinen durchgehenden Trend in eine Richtung, sondern schwankt von Jahr zu Jahr teils erheblich – ein Muster, das nach Einschätzung von Fachleuten auch mit Witterungsverläufen und Zeckenaktivität zusammenhängen kann.
Borreliose wird durch Bakterien übertragen, die von Zecken beim Stich weitergegeben werden können. Die Erkrankung kann unbehandelt zu chronischen Beschwerden führen, etwa Gelenkentzündungen, neurologischen Symptomen oder anhaltenden Schmerzen, weshalb eine frühzeitige Diagnose und Behandlung als besonders wichtig gilt.
FSME-Fälle ebenfalls rückläufig
327 Borreliose-Fälle in Thüringen bis Anfang September — der zweithöchste Wert der vergangenen fünf Jahre, trotz des Rückgangs gegenüber dem Vorjahr. Für Familien, die Wälder und Wiesen genießen, heißt das: Der Zecken-Check nach dem Ausflug gehört einfach dazu. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie in zwei Minuten gründlich absuchen und welche Frühwarnzeichen Sie ernst nehmen sollten. Kostenlosen Zecken-Leitfaden für Familien anfordern
Neben der Borreliose erfasst das Gesundheitsministerium auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine ebenfalls durch Zecken übertragene, aber virale Erkrankung.
Laut einem Bericht von insuedthueringen.de wurden bis zum 8. September sieben FSME-Fälle in Thüringen registriert – zwei weniger als im Vorjahreszeitraum. Anders als Borreliose kann FSME durch eine Impfung vorgebeugt werden, was sie epidemiologisch von der bakteriellen Borreliose unterscheidet, für die es keinen entsprechenden Schutz gibt.
Weite Teile Thüringens als Risikogebiet eingestuft
Die Gefahr einer FSME-Infektion bleibt in Thüringen regional erheblich. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gelten 13 Kreise in Thüringen als FSME-Risikogebiet, wie n-tv.de berichtete. Für Bewohner und Besucher dieser Regionen bedeutet das ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bei Zeckenstichen, insbesondere in den wärmeren Monaten, in denen Zecken besonders aktiv sind.
Einordnung für die Praxis
In 13 Thüringer Kreisen gilt laut RKI ein FSME-Risikogebiet — und gegen Borreliose gibt es bis heute keinen Impfschutz. Wer regelmäßig mit Kindern draußen unterwegs ist, sollte wissen, was nach einem Stich wirklich zählt und wie sich die FSME-Impfung sinnvoll einordnen lässt. Unser kostenloser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch Vorsorge, Kontrolle und die richtige Reaktion. Vorsorge-Guide für Zeckenstiche jetzt anfordern
Die aktuellen Zahlen aus Thüringen verdeutlichen, dass sowohl Borreliose als auch FSME trotz rückläufiger Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr weiterhin relevante Gesundheitsrisiken darstellen. Der Vergleich mit den Vorjahren zeigt zudem, dass ein einzelner Jahresrückgang nicht zwangsläufig eine langfristige Trendwende bedeutet – die Werte von 2022 bis 2026 schwanken erheblich.
Fachleute raten unabhängig von den jährlichen Schwankungen dazu, sich nach Aufenthalten in Wald- und Wiesengebieten sorgfältig auf Zecken zu untersuchen und Stiche möglichst frühzeitig zu behandeln, um das Risiko einer Borreliose- oder FSME-Infektion zu verringern.
Mehr zum Thema bei n-tv: „Thüringen: Weniger Borreliose-Fälle in Thüringen als 2025 - n“
