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Börsengang in 73 Tagen: Unitree Robotics bricht Shanghai-Rekord

02.06.2026 - 19:03:28 | boerse-global.de

Unitree Robotics erhält IPO-Zulassung am STAR-Markt nach nur 73 Tagen. Der Roboterhersteller plant, rund 550 Millionen Euro einzunehmen.

Börsengang in 73 Tagen: Unitree Robotics bricht Shanghai-Rekord - Bild: über boerse-global.de
Börsengang in 73 Tagen: Unitree Robotics bricht Shanghai-Rekord - Bild: über boerse-global.de

Der chinesische Hersteller von humanoiden Robotern Unitree Robotics hat die Zulassung für seinen Börsengang am STAR-Markt in Shanghai erhalten. Die Genehmigung kam nach einem Rekord-Schnellverfahren von nur 73 Tagen und markiert einen Meilenstein für die Branche der sogenannten „verkörperten Künstlichen Intelligenz".

Milliardenbewertung trotz sinkender Gewinne

Das in Hangzhou ansässige Unternehmen will rund 4,2 Milliarden Yuan (etwa 550 Millionen Euro) einsammeln. Die Bewertung nach dem Börsengang wird auf etwa 42 Milliarden Yuan geschätzt – ein deutlicher Sprung gegenüber den 12,7 Milliarden Yuan aus der privaten Finanzierungsrunde im Juni 2025.

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Unitree hat sich vor allem mit vierbeinigen Robotern einen Namen gemacht. Zwischen 2023 und 2025 verkaufte das Unternehmen mehr als 33.000 dieser Maschinen. Doch der Fokus verschiebt sich zunehmend auf zweibeinige Humanoiden. 2025 lieferte Unitree über 5.500 Einheiten aus – das machte mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes aus.

Zu den wichtigsten Anteilseignern zählen Meituan mit 9,65 Prozent und Sequoia China mit 7,11 Prozent. Auch Tencent, Alibaba und Ant Group sind investiert.

Die Zahlen zeigen allerdings auch die Kehrseite des Booms: Zwar stieg der Umsatz im ersten Quartal 2026 um 68 Prozent auf 422,8 Millionen Yuan. Der bereinigte Nettogewinn brach jedoch um rund 52 Prozent auf 40,3 Millionen Yuan ein. Grund sind die enormen Kosten für Forschung und Entwicklung – Unitree hält derzeit 262 Patente.

Nvidia setzt auf Unitree-Technik

Parallel zum Börsengang gab es eine strategische Partnerschaft: Nvidia kündigte auf der Computex in Taipeh an, Unitree als primären Partner für seine neue Robotik-Referenzplattform ausgewählt zu haben. Das System kombiniert das Unitree H2 Plus-Chassis mit Nvidias Jetson Thor Blackwell GPU und den Isaac GR00T-KI-Modellen.

Die Roboterhände liefert das Unternehmen Sharpa. Ab Oktober 2026 sollen die ersten Einheiten an Forschungseinrichtungen ausgeliefert werden – darunter die Stanford University, die ETH Zürich, die UC San Diego und das Allen Institute for AI in Seattle.

Unitree erwirtschaftet bereits heute mehr als 40 Prozent seines Umsatzes außerhalb Chinas. Zu den industriellen Kunden zählen Amazon und BASF.

Welle von Robotik-IPOs zeichnet sich ab

Der Börsengang von Unitree gilt als Testfall für eine ganze Branche. Allein in Hongkong haben mindestens 46 Robotik-Unternehmen Börsenzulassungen beantragt – das sind mehr als zehn Prozent aller dort anstehenden IPOs.

Die Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen die Dominanz Chinas: 50 Prozent aller Industrieroboter und 85 Prozent aller humanoiden Roboter weltweit wurden dort produziert. Zwar ist der Aktienindex für humanoide Roboter Anfang 2026 um 13 Prozent gefallen – nach einem Anstieg von 47 Prozent im Vorjahr. Die Bewertungen bleiben jedoch hoch: rund 40 Mal das erwartete Gewinnniveau, verglichen mit 14 Mal für den breiten CSI-300-Index.

Die Branche konsolidiert sich zudem durch Übernahmen. Im Dezember 2025 kaufte UBTech 43 Prozent an Fenglong für 1,665 Milliarden Yuan. Anfang 2026 übernahm Mobileye Mentee Robotics, Amazon schnappte sich Rivr und Fauna Robotics. Erst im Mai 2026 kaufte Meta das Robotik-Unternehmen ARI.

Humanoide Roboter erobern Fabriken und Logistik

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In China werden humanoide Roboter zunehmend in der Produktion eingesetzt. Die Walker-S-Serie von UBTech prüft bei CATL 147 Schweißpunkte pro E-Auto-Batteriepack – mit einer Fehlerquote von nur 0,017 Prozent. Mehr als 12.000 Walker-X-Einheiten arbeiten bei BYD in der Batterietestung. In einem großen Postzentrum sortieren humanoide Roboter 1.200 Pakete pro Stunde im 24/7-Betrieb.

Um die Entwicklung voranzutreiben, hat China ein nationales Netzwerk von Datensammelzentren aufgebaut – sogenannte „Roboterschulen". Eine 5.000 Quadratmeter große Anlage in Shanghai generiert täglich bis zu 30.000 Bewegungsdatensätze. Das Jahresziel liegt bei zehn Millionen Datensätzen. Ähnliche Einrichtungen in Peking und Hangzhou beschäftigen hunderte menschliche Trainer, die Robotern alltägliche Aufgaben in simulierten Wohn- und Fabrikumgebungen beibringen.

Marktforscher rechnen damit, dass humanoide Roboter bis 2035 bis zu 3,8 Prozent der chinesischen Arbeitskräfte ersetzen könnten.

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