Boeing 737 Max, Softwarefehler

Boeing 737 Max: Neuer Softwarefehler nach abgebrochenem Landeversuch entdeckt

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 00:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Boeing hat bei der 737 Max einen neuen Softwarefehler entdeckt. Nach einem abgebrochenen Landeversuch kann die automatisierte vertikale Navigation bei weiteren Anläufen zunächst ausfallen; die FAA prüft den Fall.

Zuletzt schien Boeing die Qualitätsprobleme bei der 737 Max in den Griff bekommen zu haben. (Archivbild) - Bild: Ted S. Warren/AP/dpa
Zuletzt schien Boeing die Qualitätsprobleme bei der 737 Max in den Griff bekommen zu haben. (Archivbild) - Bild: Ted S. Warren/AP/dpa

Boeing hat bei einigen Flugzeugen des weit verbreiteten Typs 737 Max einen Softwarefehler entdeckt, der nach einem abgebrochenen Landeversuch die automatisierte vertikale Navigation bei weiteren Anläufen beeinträchtigen kann.

Automatisierung vorübergehend eingeschränkt

Nach Angaben des Konzerns steht in diesem Fall zunächst nur eine niedrigere Automatisierungsstufe zur Verfügung. Boeing betonte, Piloten seien dafür ausgebildet, Flugzeuge auch ohne die betroffene Automatisierung zu landen.

Das System könne mit einer Reihe von Schritten wieder aktiviert werden. Boeing arbeite zugleich an einem Software-Update, das den Fehler dauerhaft beheben solle. Wie viele der mehr als 2.000 ausgelieferten 737-Max-Maschinen betroffen sind, ist bislang offen.

Airlines wurden im August informiert

Boeing informierte nach Angaben eines Sprechers im August alle Fluggesellschaften, bei denen die 737 Max eingesetzt wird, über das Problem. Dabei sei mitgeteilt worden, dass es kein Sicherheitsrisiko darstelle. Die US-Fluggesellschaften Southwest und United wollen demnach keine Maschinen mit dem Softwarefehler abnehmen.

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA prüft den Vorgang. Der Fehler geht laut dem Bericht des Wall Street Journal auf ein Software-Update zurück. Erstmals sei Boeing im November 2024 vom Betreiber der 737 Max auf das Problem hingewiesen worden; eine sicherheitstechnische Überprüfung sei nun im September eingeleitet worden.

737 Max steht unter besonderer Beobachtung

Die 737 Max brachte Boeing in die schwerste Krise der Unternehmensgeschichte. Bei zwei Abstürzen im Oktober 2018 und März 2019 starben insgesamt 346 Menschen. Als zentraler Auslöser galt eine Assistenzsoftware, die unter bestimmten Umständen zu stark in die Steuerung eingriff.

Boeing hatte bei der Zertifizierung durch US-Behörden spezielle Schulungen für die Software als unnötig eingestuft. Nach den Abstürzen musste der Konzern die Produktion aussetzen; sie ist weiterhin reduziert. Im Januar 2024 sorgte zudem der Bruch eines Rumpfteils an einer fast neuen 737 während des Steigflugs für neue Zweifel am Qualitätsmanagement.

Ein neuer Fehler in einem sensiblen System

Der nun bekannt gewordene Softwarefehler betrifft nicht den Antrieb oder die grundlegende Steuerbarkeit der 737 Max, sondern die automatisierte vertikale Navigation nach einem abgebrochenen Landeversuch. Für die Besatzung bedeutet das dennoch eine zusätzliche Arbeitsbelastung in einer Flugphase, in der Präzision und klare Abläufe besonders wichtig sind. Boeing verweist darauf, dass Piloten für Landungen mit geringerer oder ohne Automatisierung ausgebildet sind.

Die Vorgeschichte prägt die Bewertung

Die 737 Max steht seit den Abstürzen von Lion Air im Oktober 2018 und Ethiopian Airlines im März 2019 unter besonderer Beobachtung. Damals starben 346 Menschen; als zentraler Faktor galt die Assistenzsoftware MCAS, die unter bestimmten Bedingungen in die Flugsteuerung eingriff. Die weltweite Stilllegung des Typs und die anschließende Überarbeitung von Schulungen, Verfahren und Zulassung haben den Umgang mit neuen technischen Abweichungen nachhaltig verändert.

Was nun entscheidend ist

Für Airlines und Passagiere kommt es zunächst auf die Abgrenzung zwischen betroffenen Flugzeugen, betrieblichen Einschränkungen und dem angekündigten Software-Update an. Dass die Zahl der betroffenen Maschinen noch offen ist, macht die Prüfung durch die US-Luftfahrtaufsicht und die technische Ursachenanalyse besonders relevant. Sollte sich der Fehler auf viele Flugzeuge erstrecken, könnten Nachrüstungen, zusätzliche Trainings oder vorübergehende Einschränkungen den Flugbetrieb belasten. Für Reisende ist kurzfristig vor allem wichtig, dass der Fehler nach den vorliegenden Angaben nicht als unmittelbares Sicherheitsrisiko eingestuft wird und Ausweichverfahren vorgesehen sind.

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