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BND-Vize Dag Baehr: Private Handynummer jahrelang frei im Internet

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Baehr nutzte die von einem Datenleck betroffene Nummer weiter; auch Kontaktdaten weiterer europäischer Geheimdienstchefs waren öffentlich zugänglich.

BND-Vize Dag Baehr: Private Kontaktdaten jahrelang online auffindbar
Ein minimalistischer, dunkel beleuchteter moderner Büroflur mit langen Schatten und architektonischen Linien. Illustration mit AI erstellt.

Sensible persönliche Informationen des Vizepräsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), Dag Baehr, waren über Jahre hinweg frei im Internet zugänglich. Nach Medienberichten vom 2. Oktober 2026 umfassten die öffentlich einsehbaren Datensätze neben privaten E-Mail-Adressen und der Wohnanschrift des Geheimdienst-Vizechefs auch dessen private Mobilfunknummer.

Die veröffentlichten Informationen gehen auf einen Cyberangriff auf ein US-amerikanisches Online-Auktionshaus im Jahr 2020 zurück. Bei diesem Vorfall wurden rund 3,4 Millionen Kundendatensätze im Netz verbreitet.

Obwohl Baehr von dem Datenabfluss wusste, behielt er die betroffene Telefonnummer über Jahre hinweg bei und nutzte sie bis kurz vor der Veröffentlichung der Recherchen weiter. Am 9. September 2026 hatten Reporter den BND-Vizechef mit den Rechercheergebnissen konfrontiert.

Widersprüche bei der dienstlichen Nutzung

Baehr begründete das Festhalten an dem Mobilfunkanschluss mit familiären Gründen. Zugleich räumte er ein, dass dieses Vorgehen ein Fehler gewesen sei, den er inzwischen korrigiert habe.

Während Baehr angab, den Anschluss ausschließlich im privaten Rahmen verwendet zu haben, zeichneten Recherchen ein anderes Bild: Mehrere berufliche Kontakte, darunter Beamte und Angehörige des Militärs, kannten ihn demnach ausschließlich über diese Mobilfunknummer als mobilen Kontakt.

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Der BND selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Vorkommnissen ab. Konkrete Hinweise auf einen erfolgten Angriff oder eine tatsächliche Kompromittierung lagen laut den Berichten nicht vor. Dennoch weisen Sicherheitsexperten auf die erheblichen Gefahren hin, die von derart exponierten Datensätzen ausgehen.

Öffentlich zugängliche Kontaktdaten hochrangiger Sicherheitsbeamter erleichtern potenziellen Angreifern gezielte Spionageoperationen, Phishing-Kampagnen sowie Social-Engineering-Angriffe. Zudem bergen sie das Risiko, dass Fremde detaillierte Bewegungs- oder Interessenprofile erstellen oder Angriffe auf das berufliche und private Kontaktumfeld starten.

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Sicherheitslücken bei weiteren europäischen Diensten

Der Fall des deutschen Geheimdienst-Vizechefs steht nicht isoliert da. Die Recherchen machten deutlich, dass auch private Kontaktdaten mehrerer anderer europäischer Geheimdienstchefs online auffindbar waren.

So zählten unter anderem Aktivitäten aus einer Fitness-App von Peter Reesink, dem Chef des niederländischen Militärgeheimdienstes MIVD, zu den öffentlich zugänglichen Daten. Die Vorfälle werfen grundlegende Fragen bezüglich der internen Sicherheitsvorkehrungen und des Umgangs europäischer Spitzenkräfte von Sicherheitsbehörden mit privaten Daten auf.

Mehr zum Thema bei Golem.de: „BND-Vize Dag Baehr: Geleakte Handynummer jahrelang aktiv“

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