BMW testet humanoide Roboter: AEON übernimmt Montage ab Juni
14.06.2026 - 01:18:33 | boerse-global.de
Die humanoiden Systeme des Typs AEON von Hexagon Robotics übernehmen monotone und ergonomisch belastende Aufgaben. Das Ziel: Die Automatisierung in der Fertigung auf eine neue Stufe heben.
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Roboter auf Rollen mit schnellem Akku-Wechsel
Die AEON-Roboter sind 1,65 Meter groß und wiegen rund 60 Kilogramm. Sie bewegen sich auf Rollen fort und erreichen bis zu 2,5 Meter pro Sekunde. Ihre Akkulaufzeit liegt zwischen drei und vier Stunden. Ist der Akku leer, wechseln sie ihn selbstständig in unter zwei Minuten. So läuft die Produktion nahezu ohne Unterbrechung.
Lernen durch Vormachen – per VR-Brille
Die Programmierung erfolgt nicht über klassischen Code. Stattdessen setzt BMW auf „Imitation Learning“. Mitarbeiter trainieren die Roboter mit VR-Brillen, indem sie Bewegungsabläufe vormachen. Zwischen 20 und 40 solcher Trainingseinheiten braucht ein System, bis es eine neue Aufgabe sicher beherrscht. Einmal gelernt, lassen sich die Daten auf alle weiteren Einheiten im Netzwerk übertragen. Michael Ströbel, Leiter der Digitalisierung bei BMW, sieht darin einen Quantensprung für die Produktion.
Vom Pilotbetrieb zum Serieneinsatz
In der aktuellen Pilotphase arbeiten die Roboter in der Batteriemontage, der Komponentenfertigung und der Qualitätskontrolle. Dort scannen sie Bauteile zur Fehlererkennung. Der Fahrplan ist ehrgeizig:
- Ab Sommer 2026: Serienbetrieb in der Qualitätsprüfung
- Ab 2027: Ausweitung auf Batteriemontage und Kunststofffertigung
- Bis Ende 2026: Pilotphase in Leipzig abgeschlossen, Ausrollen auf weitere Standorte
Langfristig plant BMW, innerhalb von fünf Jahren mehrere hundert humanoide Roboter in seinen Werken einzusetzen.
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Kein Jobabbau, sondern Entlastung
Die Werksleitung betont: Die Technologie ersetzt keine Arbeitsplätze. Rund 6.600 Mitarbeiter arbeiten am Standort Leipzig. Die Roboter übernehmen Aufgaben, die ergonomisch ungünstig, repetitiv oder sicherheitskritisch sind – etwa das Montieren schwerer Batteriemodule. Die Offensive dient auch der Anpassung an den demografischen Wandel und soll die Arbeitsplatzgestaltung verbessern. Der Einsatz der AEON-Systeme ist der erste dieser Art in einem europäischen Automobilwerk.
