BMW Spartanburg: Vier humanoide Roboter übernehmen Logistik
03.07.2026 - 10:04:18 | boerse-global.de
BMW treibt die Automatisierung voran: Im Werk Spartanburg in South Carolina arbeiten nun vier humanoide Roboter vom Typ Figure 03. Die Maschinen sollen Logistikaufgaben übernehmen und die Belegschaft entlasten.
Die Partnerschaft mit dem kalifornischen Unternehmen Figure AI markiert einen Meilenstein in der Integration von Laufrobotern in die Automobilproduktion. Im größten BMW-Werk weltweit, das rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigt und täglich etwa 1.500 Fahrzeuge produziert, übernehmen die Figure-03-Einheiten nun komplexe Logistik- und Montagevorbereitungsaufgaben.
Autonome Helfer am Fließband
Die Roboter sind speziell dafür ausgelegt, angelieferte Teile in der korrekten Reihenfolge für das Montageband zu sortieren – ein Prozess, der als Sequencing bekannt ist. Dabei identifizieren, greifen und platzieren die Maschinen Komponenten mit hoher Präzision. Sie können schwere Karren ziehen und Teile eigenständig sortieren.
Besonders beeindruckend: Die Figure-03-Modelle navigieren in Echtzeit durch wechselnde Umgebungen und kehren bei niedrigem Akkustand selbstständig zu ihrer Ladestation zurück. Die Maschinen sind zudem mit einer drahtlosen Ladefunktion ausgestattet und kommen pro Ladung auf eine Betriebszeit von rund fünf Stunden.
Technische Details und KI-Integration
Der Figure 03 ist 1,73 Meter groß und wiegt 61 Kilogramm. Seine Spezialhände verfügen über Tastsensoren und integrierte Kameras, die selbst heikle Greifaufgaben ermöglichen. Für die Sicherheit der menschlichen Kollegen sorgen „weiche" Komponenten, die bei Berührungen nachgeben.
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Das Herzstück der Maschine ist das Helix-02-KI-System. Es ermöglicht dem Roboter, seine Umgebung zu sehen, zu analysieren und darauf zu reagieren. Die Plattform unterstützt Echtzeit-Entscheidungen und sogar Sprachkommunikation mit den Mitarbeitern.
Bewährte Technologie
Der aktuelle Einsatz baut auf einer erfolgreichen Testphase mit dem Vorgängermodell Figure 02 auf. Über einen Zeitraum von zehn Monaten im Jahr 2025 halfen die Roboter bei der Produktion von mehr als 30.000 BMW X3. Dabei verarbeiteten sie rund 90.000 Einzelteile – ein Beleg für die Zuverlässigkeit humanoider Systeme in der Großserienfertigung.
Während sich der Figure 02 auf spezifische Montageaufgaben konzentrierte, ist der Figure 03 für breitere Logistikanwendungen optimiert. Der Trend zur Industrierobotik ist global: Allein in China waren 2024 über zwei Millionen Industrieroboter im Einsatz.
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Keine Jobverluste durch Roboter
BMW betont, dass die Einführung der humanoiden Roboter die bestehende Belegschaft ergänzen und nicht ersetzen soll. Ziel ist es, Mitarbeiter von repetitiven, ergonomisch belastenden oder körperlich anstrengenden Tätigkeiten zu befreien.
Durch die Übertragung von Sortier- und Transportaufgaben an autonome Maschinen will das Unternehmen die Arbeitssicherheit und Effizienz steigern. Dieser Ansatz spiegelt einen branchenweiten Trend wider: Immer mehr Automobilhersteller setzen auf KI-gesteuerte Robotik, um arbeitsintensive Logistikprozesse zu bewältigen – bei gleichbleibend hohen Produktionszahlen.
