Blutzuckersensor, Texas

Blutzuckersensor: Texas A&M stellt injizierbare Nahinfrarot-Technik vor

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Labortests zeigen einen breiten Messbereich und stabile Farbstoffbindung; klinische Erprobung und Marktreife stehen noch aus.
Ein lichtbrechendes, transparentes Hydrogel-Material in einer sterilen Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Ein Forschungsteam der Texas A&M University hat einen neuartigen injizierbaren Sensor zur Messung von Blutzuckerwerten vorgestellt, der auf Nahinfrarotlicht basiert.

Die wissenschaftliche Arbeit erschien in der Fachzeitschrift ACS Measurement Science Au, wie Fachmedien am 4. November 2026 berichteten. Die Technologie soll ohne im Körper implantierte Elektronik auskommen und richtet sich an eine weltweite Zielgruppe von mehr als 500 Mio. Diabetespatienten.

Funktionsprinzip und kostengünstigere Moleküle

Der entwickelte Sensor ist als Hydrogelstab konzipiert, der eine Breite von 2,5 mm und eine Länge von 11 mm aufweist und direkt unter die Haut injiziert wird. Das Messsystem arbeitet enzymfrei und setzt auf das Protein ConA in Verbindung mit Beta-Mannopentaose.

Die Messung beruht auf einem speziellen Nahinfrarot-Farbstoff, der an ein Zuckermolekül gekoppelt ist. Ein externes Lesegerät erfasst die Lichtsignale durch das Gewebe hindurch, weshalb keine elektronischen Komponenten im Sensor selbst integriert werden müssen.

Gegenüber früheren Ansätzen setzt das Team auf ein wirtschaftlicheres Verfahren: Der Einsatz von Beta-Mannopentaose ersetzt das zuvor genutzte Alpha-Mannopentaose. Bei einer vergleichbaren Messleistung ist das neu gewählte Molekül rund 10-mal günstiger als das bisherige Vergleichsmolekül.

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Resultate aus den Labortests und Abgrenzung zu CGM-Systemen

In den durchgeführten Laborversuchen deckte der Hydrogelstab einen physiologisch relevanten Glukosebereich von 25–400 mg/dL ab. Diese Leistung konnte auch unter Bedingungen in künstlicher Interstitialflüssigkeit aufrechterhalten werden. Hinsichtlich der chemischen Beständigkeit zeigte sich der Sensor stabil: Nach einer Testdauer von 7 Tagen verblieben mehr als 94 % des Farbstoffs im Material.

Bestehende CGM-Systeme zur kontinuierlichen Glukoseüberwachung verlangen von Anwendern gegenwärtig typischerweise einen Sensorwechsel in Intervallen von 5–14 Tagen. Diese Geräte verursachen laufende Kosten von 60–180 US-Dollar pro Sensor und bringen mitunter Hautreizungen sowie die Notwendigkeit von Kontrollmessungen per Fingerstich zur Kalibrierung mit sich.

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Entwicklungsstand und geplante Schritte

Bislang wurde der Sensor der Texas A&M University ausschließlich unter Laborbedingungen erprobt. Ein Termin für eine klinische Verfügbarkeit oder Marktreife wurde seitens der Universität nicht genannt. In den kommenden Entwicklungsphasen plant die Forschungsgruppe, die Haltbarkeit und Messgenauigkeit des Systems weiter zu optimieren sowie die Biokompatibilität des Materials umfassend zu validieren.

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