Blutzuckermessung: Dexcom Flex ermöglicht 15 Tage ohne Fingerstechen
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 03:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Lange war die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) vor allem Typ-1-Diabetikern vorbehalten. Jetzt kommen verstärkt Lösungen für Menschen mit Typ-2-Diabetes auf den Markt – auch für jene, die keine intensivierte Insulintherapie brauchen.
Dexcom Flex: 15 Tage Tragezeit ohne Fingerstechen
Seit Juli 2026 ist mit dem Dexcom Flex ein neues CGM-System in Deutschland verfügbar. Es richtet sich an Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, die mit Basalinsulin, oralen Antidiabetika oder GLP-1-Rezeptor-Agonisten behandelt werden. Der Sensor überträgt Echtzeit-Glukosewerte auf Smartphone oder Smartwatch und hält bis zu 15 Tage.
Klinische Studien belegen: Der HbA1c-Wert sinkt um 0,3 bis zu einem Prozentpunkt. Die Zeit im Zielbereich (Time in Range) verlängert sich, das Risiko für Langzeitkomplikationen sinkt. Für Patienten entfällt das lästige Fingerstechen. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen prüfen diese derzeit individuell.
Neue Sensoren: Winziger Stromverbrauch, doppelte Messung
Auch die Technik dahinter macht Fortschritte. Mit dem TMR1370 stellte die Industrie im Juli einen neuen Magnetschalter-IC für CGM-Geräte vor. Sein Stromverbrauch liegt bei gerade einmal 50 Nanoampere – das ermöglicht Standby-Zeiten von über zwei Jahren. Die Halbleitertechnik treibt so den Trend zu langlebigeren und kompakteren Wearables voran.
Für den Herbst 2026 plant Abbott die Markteinführung des Libre Duo. Das duale Sensorsystem misst neben Glukose auch Ketone – ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung der diabetischen Ketoazidose (DKA). Die CE-Kennzeichnung erhielt das System bereits im Mai.
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Semaglutid kommt als Tablette – und schützt das Gehirn
Parallel zur Sensor-Technik erweitern sich die medikamentösen Optionen. Die EU-Kommission ließ im Juli eine Semaglutid-Tablette zur Adipositas-Behandlung zu. Studiendaten zeigen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 17 Prozent. Für August erwartet der Markt zudem eine orale Variante mit 25 mg Dosierung.
Die systemischen Effekte moderner Diabetestherapien sind beachtlich. Neue Leitlinien der American Heart Association (AHA) und des American College of Cardiology (ACC) vom Juli belegen: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Eine koreanische Langzeitstudie (2016–2022) zeigt zudem: CGM-Nutzer erleiden seltener Nierenversagen oder kardiovaskuläre Ereignisse und haben eine niedrigere Sterblichkeit.
DiGA-Boom: 1,6 Millionen Verordnungen bis Ende 2025
Der digitale Gesundheitsmarkt in Deutschland wächst rasant. Bis Ende 2025 wurden rund 1,6 Millionen Verordnungen für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) registriert – ein Plus von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die gesetzlichen Krankenkassen gaben dafür rund 400 Millionen Euro aus.
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Der Branchenverband BVMed fordert Mitte Juli 2026 deshalb Anpassungen der Regularien. In einem Positionspapier verlangt er einen eigenständigen Erstattungsweg für Telemonitoring – über die bisherige Regelversorgung bei Herzinsuffizienz hinaus. Konkret schlägt der Verband eine Erweiterung des Hilfsmittelverzeichnisses und ein Fast-Track-Verfahren analog zu den DiGA vor.
Ab 2028 sind zudem verpflichtende Screenings auf Typ-2-Diabetes geplant. Ziel ist es, die hohe Dunkelziffer unentdeckter Erkrankungen zu senken.
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