Blutzucker, Prädiabetes-Remission

Blutzucker senken: Prädiabetes-Remission halbiert Todesfallrisiko

22.06.2026 - 00:22:53 | boerse-global.de

Yale-Forschung belegt: Keto-Diät aktiviert Immunzellen in der Lunge und hemmt die Ausbreitung von Influenzaviren bei Mäusen.

Ketogene Diät: Neue Studie zeigt Schutz vor Grippeinfektionen
Blutzucker - Hände halten eine Schale mit ketogener Nahrung, im Hintergrund unscharf wissenschaftliche Dokumente und ein Mikroskop. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher der Yale-Universität haben im Juni 2026 in Science Immunology veröffentlicht, dass eine ketogene Diät bei Mäusen spezifische T-Zellen in der Lunge stimuliert. Die Folge: mehr Schleimproduktion in den Atemwegen, die die Ausbreitung von Influenzaviren hemmt. Die Überlebensrate der ketogen ernährten Tiere war höher als bei der Kontrollgruppe mit kohlenhydratreicher Kost.

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Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) fordert daher im Juni 2026 eine stärkere Berücksichtigung präventiver Ernährungsansätze.

Die Schattenseiten: Zuckerfrei kann schaden

Doch Vorsicht: Eine 16-wöchige, saccharosefreie Diät kann auch negative Effekte haben. Das Dasman Diabetes Institute stellte im Frühjahr 2026 in Frontiers in Immunology fest, dass Mäuse nach dieser Diät eine beeinträchtigte Glukosetoleranz und entzündliche Prozesse im Darm entwickelten. Die Botschaft: Nährstoffe müssen ausgewogen sein.

Blutzucker runter, Krebsrisiko runter

Ein normaler Blutzucker schützt nicht nur vor Diabetes. Experten des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) betonen in einer Analyse in Nature Reviews Endocrinology vom Juni 2026: Die Remission von Prädiabetes senkt das Krebsrisiko messbar.

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Grundlage ist eine südkoreanische Kohortenstudie mit über sechs Millionen Teilnehmern. Sie belegt: Wer dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte hat, erkrankt häufiger an Bauchspeicheldrüsen- und Gallenblasenkrebs. Normalisieren sich die Werte, sinkt das Risiko auf das Niveau gesunder Probanden. Zusätzlich zeigen Daten des King's College London: Eine erfolgreiche Prädiabetes-Remission reduziert das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle um mehr als die Hälfte.

Supplemente: Oft gut gemeint, selten wirksam

Vitamin D gegen Atemwegsinfekte bei Kindern? Ein Cochrane-Review vom April 2026 mit 107 Studien und über 31.500 Kindern unter fünf Jahren zeigt: Die Wirkung ist minimal. Die Anzahl der Arztbesuche blieb unverändert.

Auch Omega-3-Fettsäuren enttäuschen. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC zur Alzheimer-Prävention (Juni 2026) ergab: 365 Probanden mit erhöhtem Risiko nahmen zwei Jahre lang täglich 2.000 mg DHA. Die DHA-Werte im Gehirn stiegen um 17 Prozent – doch kognitive Leistung und Gedächtnis verbesserten sich nicht. Die Forscher empfehlen stattdessen eine mediterrane Ernährung.

Gefahr von Glucosamin: Eine Beobachtungsstudie in Nature Metabolism (2026) der University of Florida zeigt: Das Mittel erhöht das Risiko, von leichten kognitiven Beeinträchtigungen zu Alzheimer zu wechseln, um 25 Prozent. Als Ursache vermuten die Forscher eine Hyperglykosylierung im Gehirn.

Neue Medikamente: Fett weg, Muskeln bleiben

Pharmaunternehmen entwickeln Wirkstoffe, die den Gewichtsverlust unterstützen und gleichzeitig die Muskelmasse erhalten. Eli Lilly arbeitet an Bimagrumab, das den Fettabbau fördert. AstraZeneca setzt mit SPX-001 auf den Erhalt der fettfreien Masse unter GLP-1-Präparaten.

Erste Studienergebnisse zu ATX-304 von Cambrian Biotech zeigen bei 23 Erwachsenen eine Reduktion des viszeralen Fetts um fünf Prozent – durch eine Steigerung des Ruheumsatzes. Novo Nordisk verzeichnet mit CagriSema einen Fettabbau von 67 Prozent im Rahmen der Gewichtsreduktion. Der Trend geht zur differenzierten medikamentösen Begleitung von Stoffwechseloptimierungen.

de | wissenschaft | 69599133 |