Blutzucker-Kontrolle: Pflanze aus Kalimantan fünfmal wirksamer als Medikamente
06.06.2026 - 11:32:41 | boerse-global.de
Besonders zwei Pflanzen aus Vietnam rücken in den Mittelpunkt: Die Affenknochenpflanze und die Jasminblüte. Beide zeigen vielversprechende Wirkungen bei Entzündungen und Stoffwechselproblemen.
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Affenknochenpflanze: Entzündungshemmer mit Schutzfunktion
Die in Vietnam als Gemüse und Heilpflanze genutzte Affenknochenpflanze (Clinacanthus nutans) steckt voller Flavonoide. Dazu gehören Vitexin, Isovitexin, Orientin und Isoorientin. Diese Stoffe hemmen die Entzündungsbotenstoffe TNF-?, IL-1? und IL-6.
Doch die Pflanze kann mehr: Sie wirkt antioxidativ, wundheilend und blutzuckerregulierend. Laborstudien zeigen zudem einen schützenden Effekt auf die Leber. Grund dafür ist die Erhöhung der Enzyme Superoxiddismutase (SOD) und Glutathionperoxidase. Erste Untersuchungen deuten sogar auf ein Potenzial gegen Krebszellen in Leber, Gebärmutterhals und Brust hin.
Jasminblüte: Wohltuend – aber nicht für jeden
Die Jasminblüte (Telosma cordata) gilt in der traditionellen Medizin als schlaffördernd, entgiftend und verdauungsförnd. Aktuelle Analysen bestätigen den Gehalt an Ballaststoffen, den Vitaminen A und C sowie verschiedenen Antioxidantien.
Allerdings sollten bestimmte Personengruppen vorsichtig sein. Dazu gehören Kinder unter zwei Jahren, Allergiker und Patienten mit Gastritis oder Reizdarmsyndrom. Auch Schwangere, Stillende sowie Menschen, die Blutdruckmedikamente oder Blutverdünner einnehmen, sollten auf die Nutzung verzichten. Die Botschaft ist klar: Bei pflanzlichen Präparaten ist fachkundige Beratung Pflicht.
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Weitere Heilpflanzen im Forschungsfokus
Neben den vietnamesischen Pflanzen gibt es Fortschritte bei anderen Arten:
Kumis Kucing und Gotu Kola: Die indonesische Pflanze Orthosiphon aristatus fördert die Nieren- und Harnwegsgesundheit und reguliert Blutdruck und Blutzucker. Centella asiatica (Gotu Kola) wird für ihre neuroprotektiven und immunstärkenden Eigenschaften geschätzt.
Mariendistel: Der Wirkstoff Silymarin bleibt zentral in der Lebertherapie. Neuere Studien deuten darauf hin, dass seine antioxidative Wirkung auch gegen Lungen- und Darmkrebszellen helfen könnte – indem sie die Produktion von körpereigenem Glutathion anregt.
Moringa: Die antioxidative Wirkung von Moringa oleifera gilt als gut belegt. Entzündungshemmende Effekte wurden in Tierstudien beobachtet, der Nachweis beim Menschen steht noch aus. Die empfohlene Dosierung liegt bei drei bis fünf Gramm Pulver täglich.
Pflanzen als Biofabriken: Neuer Forschungszweig
Die Forschung entdeckt auch regionale Arten neu. Wissenschaftler der Universität Jember veröffentlichten im Dezember 2025 Ergebnisse zur Pflanze Ampelocissus rubiginosa Lauterb aus Kalimantan. Deren Wurzelextrakt hemmt Enzyme, die Kohlenhydrate in Zucker umwandeln – und zwar etwa fünfmal effektiver als herkömmliche Medikamente.
Ein weiterer Trend: Pflanzen als Produktionsstätten. Im Rahmen eines EU-Projekts mit sechs Millionen Euro Budget untersuchen Forscher, wie Nicotiana benthamiana zur Herstellung von Antigenen für Veterinärimpfstoffe genutzt werden kann. Ziel ist die Bekämpfung von Krankheiten wie Q-Fieber oder Brucellose, die auch auf Menschen übertragbar sind.
In Deutschland unterstreicht ein Jubiläum die Bedeutung der botanischen Tradition: Der Wiesbadener Apothekergarten feiert im Juni 2026 sein 40-jähriges Bestehen. Er macht die Geschichte und Anwendung von Heilpflanzen für Fachpublikum und Öffentlichkeit zugänglich.
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