Bluttest, Alzheimer

Bluttest pTau217: Alzheimer seit 1. Juli mit 90% Sicherheit erkannt

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 19:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Schon 3000 Schritte täglich senken Alzheimer-Risiko. Neuer Bluttest und Krafttraining als Schlüssel zur Prävention.

Alzheimer-Prävention: Wie Bewegung und Tests das Gehirn schützen
Eine ältere, gesunde Person joggt durch einen sonnigen Park, mit einer abstrakten Darstellung von Gehirnaktivität im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das belegen aktuelle Studien aus dem Jahr 2025. Sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining stoßen biologische Prozesse an, die Alzheimer entgegenwirken. Medikamentöse Therapien erhielten zwar Zulassungen, ihre Wirksamkeit bleibt aber begrenzt. Der Fokus verschiebt sich daher auf präventive Lebensstilinterventionen.

Schon 3000 Schritte machen den Unterschied

Eine Bostoner Studie mit 300 Probanden zeigt: Bereits 3000 Schritte pro Tag reichen aus, um die Konzentration des Tau-Proteins zu senken. Dieses gilt als Hauptmerkmal der Alzheimer-Erkrankung. Eine Metaanalyse von 45 Studien untermauert den Befund: Regelmäßige Bewegung verbessert die kognitive Leistung um durchschnittlich 30 Prozent.

Fachleute empfehlen aerobes Training von mindestens 2,5 Stunden pro Woche. Die Lancet Commission berichtete bereits 2024, dass rund 45 Prozent aller Demenzfälle durch gezielte Lebensstiländerungen potenziell vermeidbar wären.

Die Muskel-Hirn-Achse

Krafttraining rückt zunehmend in den Fokus der Wissenschaft. Sportmediziner betonen die Existenz einer sogenannten Muskel-Hirn-Achse. Bei Belastung geben die Muskeln Botenstoffe ab, die das Nervenwachstum im Gehirn anregen. Das fördert Gedächtnis und geistige Beweglichkeit.

In Wien läuft derzeit eine randomisierte Doppelblindstudie mit 126 Teilnehmern zwischen 65 und 85 Jahren. Sie untersucht die Kombination aus Krafttraining und der Supplementierung von L-Serin über 48 Wochen. Experten raten älteren Menschen zudem zu einer proteinreichen Ernährung – etwa ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Eine Informationsveranstaltung zu diesen Ansätzen ist für den 20. Juli in Wien geplant.

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Heidelberg zeigt, wie Prävention funktioniert

Seit 2012 existiert in Heidelberg ein spezifisches Programm zur Demenzprävention durch Bewegung. Solche Initiativen gewinnen an Bedeutung: Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland liegt laut aktuellen Schätzungen bei 1,7 bis 1,8 Millionen. Jährlich kommen rund 40.000 Fälle hinzu.

Neben Sport schützen weitere Faktoren:
- Mehrsprachigkeit und Musik – Studien aus 2025 zeigen, dass beides den kognitiven Abbau verzögert
- Ernährung – Kalorienrestriktion wirkt in Tierstudien lebensverlängernd. Wirkstoffe wie Metformin werden in laufenden Studien auf ihr Potenzial zur Verlangsamung von Alterungsprozessen geprüft

Bluttest erkennt Alzheimer mit über 90 Prozent Sicherheit

Seit dem 1. Juli ist EU-weit ein hochsensitiver Bluttest (pTau217) verfügbar. Er diagnostiziert Alzheimer mit über 90 Prozent Sicherheit. Parallel kommen neue bildgebende Verfahren zum Einsatz – etwa ein offener PET-Scanner an der LMU München für den Nachweis von Amyloid-Ablagerungen.

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Digitale Ansätze unterstützen die Früherkennung. In einer Kooperation zwischen einem Technologiekonzern und der University of California werden 1.000 Teilnehmer mit Smartwatches und Tablets ausgestattet. Über ein Jahr erfassen sie Vitaldaten und kognitive Leistungen. Ziel: Digitale Biomarker identifizieren, die einen Abbau frühzeitig anzeigen.

In München beteiligen sich 14 Apotheken an einer Studie. Menschen ab 60 Jahren absolvieren dort einen 30-minütigen Gedächtnis-Check via Tablet. In einer elfmonatigen Pilotphase wurden 167 Teilnahmen ausgewertet. Bei auffälligen Ergebnissen erfolgt eine frühzeitige fachärztliche Abklärung.

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