Bluttest pTau217: Alzheimer-Früherkennung mit über 90% Genauigkeit
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 23:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Bereits geringe Einschränkungen der Herzfunktion begünstigen mikrostrukturelle Schäden im Gehirn – und das lange bevor eine Herzinsuffizienz diagnostiziert wird.
Wenn das Herz schwächelt, leidet das Gedächtnis
Eine aktuelle Studie im Journal of Neuroscience zeigt den Zusammenhang. Forscher um Xia Zhang vom Max-Planck-Institut untersuchten 73 Probanden über dreieinhalb Jahre. Ergebnis: Eine niedrigere linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) – also die Schlagkraft des Herzens – sagte bereits zu Beginn der Studie mikroskopische Läsionen in bestimmten Hirnregionen voraus.
Besonders betroffen sind der Gyrus cinguli und der Gyrus lingualis. Diese Areale sind für Gedächtnisleistungen und visuelle Verarbeitung zentral. Der Clou: Der Zusammenhang zeigte sich auch bei Patienten ohne klinische Anzeichen einer Herzinsuffizienz. „Die Beobachtung der mikrostrukturellen Integrität des Gehirns eröffnet neue Wege für die Risikostratifizierung“, betont Zhang.
Diabetes-Medikamente schützen vor Alzheimer – Magenschutz erhöht Risiko
Große Kohortenstudien liefern parallel überraschende Erkenntnisse. Eine Analyse von über 112.000 Erwachsenen (2016 bis 2024) untersuchte Diabetes-Medikamente zur Alzheimer-Prävention. Die Ergebnisse sind beeindruckend: SGLT2-Inhibitoren senkten das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. In der Subgruppenanalyse DECLARE-TIMI 58 reduzierte Dapagliflozin das Risiko für Herzinsuffizienz bei genetisch vorbelasteten Patienten sogar um 82 Prozent.
Doch Vorsicht bei anderen verbreiteten Medikamenten. Eine im Juni 2026 in Nature Metabolism veröffentlichte Studie warnt vor Protonenpumpenhemmern (PPI), die oft als Magenschutz verschrieben werden. Bei 66.000 Probanden zeigte sich: Eine Dauertherapie steigert das Demenzrisiko um 44 Prozent. Bei älteren Patienten mit über zehnjähriger Einnahme sogar um 47 Prozent.
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Bluttest erkennt Alzheimer mit über 90 Prozent Genauigkeit
Seit Anfang Juli ist in der EU ein neuer Bluttest auf das Protein pTau217 verfügbar. Die Zulassung erfolgte im Mai. Der Test kostet zwischen 100 und 150 Euro und erreicht eine Genauigkeit von über 90 Prozent.
Experten warnen jedoch: Der Test liefert nur einen Hinweis. Eine vollständige Diagnose erfordert weiterhin bildgebende Verfahren (MRT/CT) und Liquoruntersuchungen.
Protein Arc als Transporter enttarnt – RNA-Marker sagen Risiko Jahrzehnte voraus
Eine Ende Juni in Cell veröffentlichte Studie der University of Utah Health identifizierte einen neuen Mechanismus der Krankheitsausbreitung. Das Protein „Arc“ transportiert Tau-Proteine zwischen Neuronen. In Tierversuchen reduzierte die Entfernung von Arc die Ausbreitung der schädlichen Proteine.
Noch weiter in die Zukunft blickt ein anderer Ansatz. 34 RNA-Marker im Blut könnten eine Risikovorhersage bis zu 34 Jahre vor dem eigentlichen Ausbruch ermöglichen.
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Die richtige Ernährung bremst den kognitiven Abbau
Neben Medikamenten rückt die Ernährung in den Fokus. Eine Untersuchung in JAMA Neurology an 160.000 Erwachsenen belegt: Die DASH-Diät verlangsamt den kognitiven Abbau um 41 Prozent.
Weitere Studien in JAMA Network Open bestätigen: Eine entzündungshemmende Ernährung schützt selbst bei Patienten mit erhöhten Alzheimer-Biomarkern (wie p-tau217 oder NFL). Fachleute empfehlen entzündungsfördernde Lebensmittel zu meiden und auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit etwa 30 Gramm pro Tag zu setzen.
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