Bluttest, Alzheimer-Diagnose

Bluttest p-Tau217: Alzheimer-Diagnose in 17 Minuten

22.06.2026 - 02:39:16 | boerse-global.de

Forschung der University of Florida zeigt erhöhtes Alzheimer-Risiko durch Glucosamin. Diabetes-Medikamente und Impfungen wirken dagegen protektiv.

Glucosamin erhöht Alzheimer-Risiko laut Studie um 25 Prozent
Bluttest - Eine nachdenkliche Hand eines älteren Menschen berührt die Schläfe, im Hintergrund verschwimmen Natur und neuronale Netze. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Untersuchung der University of Florida zeigt: Glucosamin kann bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent erhöhen. Die in Nature Metabolism veröffentlichte Studie wertete Daten von rund 50.000 Personen aus dem Zeitraum 2012 bis 2024 aus. Bei bereits bestehender Demenz steigt das Sterberisiko durch die Einnahme ebenfalls um 25 Prozent.

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Diabetes-Medikamente als Schutzfaktor

Ganz anders sieht es bei bestimmten Diabetes-Wirkstoffen aus. Langzeitdaten des National Institutes of Health (NIH) von 2014 bis 2023 zeigen: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern um 43 Prozent. GLP-1-Rezeptoragonisten erreichen immerhin eine Reduktion um 33 Prozent. Auch eine Gürtelrose-Impfung wird mit einem um 24 Prozent verringerten Demenzrisiko in Verbindung gebracht. Für Fischöl (DHA) ließen sich dagegen keine positiven Effekte nachweisen.

Das Blutdruck-Paradoxon

Forscher der Michigan Technological University entdeckten einen überraschenden Zusammenhang bei 700.000 Teilnehmern. Ein niedriger Blutdruck korreliert mit einem 2,74-fach erhöhten Alzheimer-Risiko – stärker als Bluthochdruck (Faktor 1,57). Die Wissenschaftler fanden zudem genetische Überschneidungen zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerativen Prozessen.

Spaziergänge im Grünen stärken das Gehirn

Die University of Michigan und die University of Utah belegen die regenerierende Wirkung von Naturerlebnissen. EEG-Messungen zeigen: Die Gehirnaktivität sinkt während eines Spaziergangs im Grünen zunächst zur Erholung. In anschließenden Konzentrationstests erreicht sie jedoch deutlich stärkere Aktivitätsspitzen. Frühere Studien verzeichneten bereits eine Steigerung der Aufmerksamkeit um 20 Prozent nach Parkbesuchen.

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Soziale Initiativen gegen das Vergessen

Neben der medizinischen Forschung setzen regionale Projekte auf soziale Teilhabe. Die Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg bietet in Potsdam begleitete Gesundheitswanderungen für Demenzerkrankte und Angehörige an. In Griesheim gibt es Boule-Treffs, in Bad Vilbel Seniorennachmittage – beides fördert kognitive Funktionen durch soziale Interaktion.

Die Förderung beginnt zunehmend früher. Ein 2025 gegründeter Denksport-Verein in Stahnsdorf setzt bereits im Grundschulalter an. Die Heidelberg School of Education widmet sich im Rahmen der akademischen Mittagspause dem concept der „Mental Health Literacy“ und stärkt Resilienzräume in Bildungseinrichtungen.

Bluttest erkennt Alzheimer in 17 Minuten

Seit Mai 2026 gibt es einen CE-zertifizierten Bluttest auf das Protein p-Tau217. Er weist Biomarker mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent innerhalb von 17 Minuten nach. Ein echter Fortschritt für die Früherkennung.

Psilocybin-Forschung: Ergebnisse noch offen

Die PLASTICITY-Studie der University of California, Berkeley untersucht derzeit Psilocybin bei gesunden Probanden zwischen 60 und 85 Jahren. Ziel ist es, die Auswirkungen des Pilz-Wirkstoffs auf Neuroplastizität und Gedächtnis zu prüfen. Bisherige Ergebnisse stehen noch aus. Eine generelle Schutzwirkung gegen den Alterungsprozess konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

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