Bluttest: Neuer Marker erkennt Demenz und Krebs Jahre früher
15.06.2026 - 14:41:39 | boerse-global.de
Die Methode erlaubt präzise Vorhersagen für Demenz, Krebs und ALS – lange bevor erste Symptome auftreten.
Eine Studie in Nature Medicine zeigt: Die Analyse von Plasma-Proteinen kann die Alterung spezifischer Zelltypen messen. Die Forscher untersuchten das Proteom von über 7.000 Proteinen bei mehr als 60.000 Personen. Ergebnis: 20 bis 25 Prozent der Menschen altern in mindestens einem Zelltyp beschleunigt.
Besonders deutlich wird das bei neurologischen Erkrankungen. Träger des APOE4-Genotyps mit extrem alternden Astrozyten haben ein dreifach erhöhtes Alzheimer-Risiko. Bei der neuromuskulären Erkrankung ALS steigt das Risiko sogar um das 12,7-Fache – wenn die Skelettmyozyten zu schnell altern.
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Auch für Raucher gibt es alarmierende Daten: Sie haben ein 58 Prozent höheres Lungenkrebsrisiko, wenn ihre Atemwegszellen extrem schnell altern.
Warum Jugendgene im Alter schaden
Eine Arbeit des Leibniz-Instituts für Alternsforschung und des University College London in Nature Reviews Genetics erklärt die genetischen Ursachen. Das Phänomen heißt antagonistische Pleiotropie.
Signalwege wie mTOR oder der Insulin/IGF-1-Stoffwechsel sind in der Jugend für Wachstum und Fortpflanzung essenziell. Im Alter geraten sie in einen „Selektionsschatten“ – ihre dauerhafte Überaktivität blockiert zelluläre Reinigungsprozesse und schädigt Mitochondrien und DNA.
Das Ziel: Diese Prozesse medikamentös so bremsen, dass nicht nur die Lebensspanne steigt, sondern vor allem die gesunden Jahre.
Zombie-Zellen im Visier der Krebsforschung
Seneszente Zellen – oft „Zombie-Zellen“ genannt – rücken in den Fokus der Krebsforschung. Sie teilen sich nicht mehr, schädigen aber ihr Umfeld. Eine Studie in Nature Cell Biology unter Leitung von Jesus Gil beschreibt eine neue Strategie, sie gezielt zu töten.
Das Enzym GPX4 schützt diese Zellen normalerweise vor der Ferroptose, einer Form des programmierten Zelltods. Die Forscher testeten über 10.000 Verbindungen und fanden 38 wirksame Substanzen, die GPX4 blockieren.
In Mausversuchen verlängerte eine Kombination aus Cisplatin und einem GPX4-Hemmer das Überleben bei Eierstockkrebs signifikant. Der Ansatz funktionierte auch bei Prostata- und schwarzem Hautkrebs.
Krankheitsrisiko beginnt mit 20
Anzeige: Bereits mit 20 werden die Weichen für Alterskrankheiten gestellt – Rauchen, Bewegungsmangel oder Depressionen hinterlassen messbare Spuren. Die gute Nachricht: 36 Prozent der Demenzfälle wären durch frühzeitige Maßnahmen vermeidbar. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die konkreten Schritte. Lebensstil-Checkliste jetzt sichern
Dass die Weichen für Alterskrankheiten früh gestellt werden, zeigt eine Untersuchung der Universität Leipzig in Alzheimer's & Dementia. Basis sind Daten der NAKO-Gesundheitsstudie mit knapp 150.000 Teilnehmern.
Rauchen, Bewegungsmangel oder Depressionen – der sogenannte LIBRA-Index erfasst solche Risikofaktoren. Bereits bei 20- bis 39-Jährigen zeigen sie messbare Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Bei Jüngeren dominieren Verhaltensfaktoren, im Alter kommen Herz-Kreislauf-Risiken hinzu.
Die Zahlen sind alarmierend: 1,8 Millionen Demenzkranke in Deutschland, Prognose für 2050: 2,7 Millionen. Die Autoren schätzen, dass 36 Prozent der Fälle durch frühzeitige Gegenmaßnahmen vermeidbar wären.
