Bluttest, Stanford-KI

Bluttest bestimmt biologisches Alter: Stanford-KI erkennt Organverschleiß

22.06.2026 - 10:09:39 | boerse-global.de

Neuer KI-Bluttest der Stanford University erkennt frühzeitig Risiken für Alzheimer und andere Alterskrankheiten.

Stanford-Bluttest misst biologisches Alter von elf Organen
Bluttest - Nahaufnahme einer Hand, die ein Reagenzglas mit einer Blutprobe hält, mit digitalen Overlays, die KI-Analyse und biologisches Alter darstellen. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Stanford-Universität hat einen KI-gestützten Bluttest entwickelt, der das biologische Alter von elf Organen bestimmt. Das Verfahren analysiert rund 3.000 Proteine im Blut und basiert auf Daten von bis zu 60.000 Teilnehmern der UK Biobank. Die Ergebnisse wurden in Nature Medicine veröffentlicht.

Organalterung verrät Krankheitsrisiken

Ein biologisch überdurchschnittlich gealtertes Gehirn korreliert mit einem dreifach erhöhten Alzheimer-Risiko. Ähnliche Muster zeigten sich bei anderen Organen: Ein altes Herz erhöht das Risiko für Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern, eine vorzeitig gealterte Lunge das für COPD.

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Besonders alarmierend: Personen mit acht oder mehr biologisch gealterten Organen haben ein achtfach höheres Sterberisiko. Mit einer Markteinführung des Tests rechnen die Forscher in etwa drei Jahren.

Alzheimer-Früherkennung wird schneller

Parallel dazu hat die Diagnostik neurodegenerativer Erkrankungen einen Sprung gemacht. Roche erhielt im Frühjahr 2026 die CE-Kennzeichnung für den Elecsys pTau217-Bluttest – eine weniger invasive Alternative zur Liquor-Analyse oder PET-Scans.

Sysmex präsentierte im Juni 2026 die HISCL-Plattform. Sie analysiert das Verhältnis von p-Tau217 und Amyloid in nur 17 Minuten. Validierungsstudien belegen eine Genauigkeit von über 90 Prozent. Ein KI-basiertes Verfahren der Washington University erreichte sogar 92,3 Prozent.

Medikamente drehen an der biologischen Uhr

Die Universität Tohoku testete den Wirkstoff RS5614 an 19 Probanden zwischen 50 und 75 Jahren. Nach vier Monaten sank das biologische Alter der Teilnehmer um zwei bis drei Jahre – gemessen an der epigenetischen Horvath-Uhr. Eine Folgestudie mit 150 Teilnehmern ist in Planung.

Auch etablierte Medikamente zeigen Potenzial: Eine NIH-Studie im JAMA deutet darauf hin, dass SGLT2-Inhibitoren das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken. GLP-1-Rezeptor-Agonisten erreichen 33 Prozent, die Gürtelrose-Impfung immerhin 24 Prozent.

Risikofaktoren: Niedriger Blutdruck gefährlicher als hoher

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Eine Studie der Michigan Technological University liefert überraschende Ergebnisse: Niedriger Blutdruck korreliert mit einem 2,74-fach erhöhten Alzheimer-Risiko – stärker als Bluthochdruck mit Faktor 1,57.

Die University of Florida warnt zudem vor Nahrungsergänzungsmitteln. Bei Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen erhöhte Glucosamin das Alzheimer- und Sterberisiko um jeweils 25 Prozent. DHA-Fischöl zeigte dagegen keinen kognitiven Nutzen.

Die UC Berkeley untersucht derzeit in der PLASTICITY-Studie die Wirkung von Psilocybin auf das alternde Gehirn. Erste Ergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Ein allgemeiner Schutz gegen den Alterungsprozess ist bislang nicht nachgewiesen.

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