Blutspenden, Bevölkerung

Blutspenden: Nur 3 Prozent der Bevölkerung spenden regelmäßig

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nur drei Prozent spenden regelmäßig; im September blieb das DRK NSTOB mit 2.700 täglichen Spenden unter dem Bedarf.

DRK warnt vor knappen Blutreserven und wirbt um mehr Spender
Ein leerer Behandlungsraum in einem Krankenhaus mit einem verstellbaren Bett und hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der DRK-Blutspendedienst appelliert an die Bevölkerung, durch kontinuierliche Blutspenden die verlässliche Versorgung von Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern sicherzustellen. Vor allem chronisch Kranke sowie Unfallopfer sind auf ständig verfügbare Blutpräparate angewiesen. Berichte regionaler Verbände verdeutlichen, wie groß die Lücke zwischen dem täglichen Bedarf der Kliniken und der tatsächlichen Spendenbereitschaft ausfällt.

Hoher Bedarf trifft auf geringe Spendenquote

Allein für Baden-Württemberg und Hessen beziffert der zuständige DRK-Blutspendedienst den Bedarf auf täglich rund 2.700 bis etwa 3.000 Blutkonserven, um Kliniken lückenlos beliefern zu können. Um dieses Aufkommen zu sichern, organisiert der Dienst in dieser Region täglich rund 20 mobile Spendetermine.

Bundesweit stehen die Dienste jedoch vor strukturellen Herausforderungen: Lediglich 3 Prozent der Bevölkerung spenden regelmäßig Blut. Nach Angaben von DRK-Pressesprecher Eberhard Weck kommen viele Menschen erst dann mit der Thematik in Berührung, wenn sie selbst oder Angehörige auf eine Transfusion angewiesen sind.

Hinzu kommen saisonale Schwankungen. Im Herbst drohen Versorgungsengpässe, da viele potenzielle Spender verreist sind. Laut dem DRK-Blutspendedienst NSTOB waren die Vorräte bestimmter Blutgruppen zuletzt dramatisch niedrig. Während täglich bis zu 3.000 Spender benötigt werden, verzeichnete der Dienst im September durchschnittlich lediglich 2.700 Spenden pro Tag, womit die Reserven unter den angestrebten Sicherheitsbestand fielen.

Ablauf, Kriterien und gesundheitlicher Nutzen

Grundsätzlich darf jede gesunde Person ab 18 Jahren mit einem Körpergewicht von über 50 Kilogramm Blut spenden. Eine obere Altersgrenze existiert nicht mehr. Vor Ort erfolgt ein kostenloser Gesundheitscheck, bei dem Blutdruck, Puls und der Eisenwert kontrolliert werden. Mitzubringen ist ein amtlicher Lichtbildausweis wie der Personalausweis oder der Führerschein, zudem wird vorab eine ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme empfohlen.

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Nur 3 Prozent der Bevölkerung spenden regelmäßig Blut — und im Herbst fallen die Reserven unter den Sicherheitsbestand, weil viele Spender verreist sind. Dabei ist die erste Spende kein großes Ding: Der Ablauf dauert rund eine Stunde, die eigentliche Entnahme nur 10 bis 15 Minuten. Unser Leitfaden führt Sie in drei Schritten durch Eignung, Vorbereitung und Terminbuchung. Blutspende-Leitfaden jetzt kostenlos anfordern

Der gesamte Ablauf inklusive Anmeldung, ärztlichem Gespräch und anschließender Ruhepause beansprucht etwa eine Stunde. Die eigentliche Blutentnahme dauert lediglich 10 bis 15 Minuten; dabei werden 500 Milliliter Blut abgenommen.

Da das Vollblut in verschiedene Komponenten aufgeteilt werden kann, lässt sich mit einer einzigen Spende bis zu drei Menschen helfen. Erstspender erhalten wenige Wochen nach ihrem ersten Termin zudem ihre Blutgruppe mitgeteilt.

Gezielte Aktionen zur Mobilisierung neuer Spender

Um dem Mangel entgegenzuwirken, setzen die verschiedenen DRK-Organisationen auf unterschiedliche Anreize. Der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg–Hessen führt vom 28. September bis zum 27. November 2026 die Aktion „Du+1“ durch: Wer in Begleitung spendet, erhält Socken im DRK-Design. Das Angebot gilt bei mobilen Terminen sowie an den DRK-Instituten in Mannheim, Ulm, Frankfurt und Kassel.

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Viele Menschen kommen erst mit der Blutspende in Berührung, wenn sie selbst oder Angehörige eine Transfusion brauchen. Wer vorher Klarheit will, scheitert oft an zwei Fragen: Darf ich überhaupt spenden — und was muss ich mitbringen? Der Leitfaden beantwortet beides: Alters- und Gewichtsvoraussetzungen, kostenloser Gesundheitscheck vor Ort, Ausweis-Pflicht und die richtige Vorbereitung. Eignung und Ablauf jetzt prüfen

Der DRK-Blutspendedienst West startete eine Erstspender-Kampagne, bei der Mitnahmebecher für Heißgetränke mit Schaf-Motiv und dem deutsch übersetzten Motto „Sei cool, spende Blut“ ausgegeben werden.

Auch der DRK-Blutspendedienst NSTOB setzt auf Motivation und verlost in Kooperation mit dem Händler Lucky Bike monatlich fünf Wunschfahrräder unter den Teilnehmenden, die sich über die Blutspende-App anmelden. Ergänzend werben Ortsvereine mit regionalen Rahmenprogrammen und Imbissen um Engagierte, um das Spendenaufkommen auf dem erforderlichen Niveau zu halten.

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