Blutdrucksenker: Trockener Husten trifft bei ACE-Hemmern 10 bis 20 Prozent
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deMedikamente gegen Bluthochdruck spielen eine entscheidende Rolle beim Schutz vor lebensgefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schlaganfällen. Gleichzeitig können die verordneten Präparate jedoch unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringen, die im Behandlungsalltag offen angesprochen werden sollten.
Da Bluthochdruck und Gefäßveränderungen den gesamten Organismus betreffen, stellen Nebenwirkungen Patientinnen und Patienten wie auch medizinisches Personal regelmäßig vor Herausforderungen bei der Therapiefindung.
Spezifische Begleitsymptome der gängigen Wirkstoffklassen
Die unterschiedlichen Substanzklassen weisen spezifische Nebenwirkungsprofile auf. Wie aus einer Übersicht von uumama.com hervorgeht, lösen ACE-Hemmer wie Captopril, Enalapril, Benazepril, Cilazapril, Perindopril oder Fosinopril am häufigsten einen anhaltenden trockenen Husten aus, wobei die Inzidenz bei 10–20 % liegt. Bei Angiotensin-II-Rezeptorblockern wie Losartan oder Valsartan treten hingegen eher leichter Schwindel, Übelkeit und selten eine Hyperkaliämie auf.
Kalziumkanalblocker, darunter Nifedipin, Felodipin und Amlodipin, führen nicht selten zu Flush, Kopfschmerzen, Knöchelödemen oder Tachykardie. Andere Vertreter dieser Gruppe wie Verapamil und Diltiazem können eine Sinusbradykardie sowie einen AV-Block auslösen.
Diuretika wie Hydrochlorothiazid, Chlortalidon oder Furosemid verändern häufig den Elektrolythaushalt, führen zu Hypokaliämie oder Hyperkalzämie und können zudem Hyperglykämie sowie Hyperlipidämie begünstigen.
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Bei bestehender Niereninsuffizienz steigen unter Umständen Harnstoff und Kreatinin. Alpha-Blocker wie Prazosin, Terazosin oder Doxazosin führen insbesondere bei der ersten Dosis oft zu orthostatischer Hypotonie.
Auswirkungen auf Kreislauf und sexuelle Gesundheit
Betablocker wie Metoprolol, Bisoprolol, Atenolol oder Propranolol senken den Blutdruck sowie die Herzfrequenz und können Bradykardie, Müdigkeit, kalte Hände oder Füße sowie Schwindel hervorrufen.
Laut einem Bericht von frage.de bedeutet eine stärkere Pulsverlangsamung nicht automatisch eine bessere Blutdrucksenkung. Zudem können Betablocker Asthmaanfälle provozieren, Hyperglykämie oder Hyperlipidämie fördern, Warnzeichen einer Unterzuckerung maskieren und in hoher Dosis eine akute Herzinsuffizienz auslösen.
Ein sensibles Thema betrifft Einschränkungen der Sexualfunktion. Wie intixo.com berichtet, sind über 25 % der Fälle von niedrigem sexuellem Verlangen bei Menschen mit regelmäßiger Medikation möglicherweise auf die Verordnung zurückzuführen, wobei vor allem Betablocker wie Propranolol und Diuretika als Auslöser gelten.
Nach Angaben der Urologin Noémie Lautenbach vom Universitätsspital Basel und von Uroviva Zürich hat etwa jeder dritte Mann über 50 Erektionsprobleme. Häufigste organische Ursache seien Gefäßprobleme, wobei auch Medikamente als Ursache infrage kommen.
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Da Penisgefäße kleiner sind, zeigen sich Durchblutungsprobleme dort oft früher als an den Herzkranzgefäßen, weshalb Lautenbach eine kardiologische Abklärung empfiehlt.
Risiken älterer Präparate und Handlungsoptionen
Ein Blick auf ältere Blutdrucksenker zeigt zusätzliche Risiken auf. Das Portal itchol.com weist darauf hin, dass Reserpine wegen Depression, Schlafproblemen und Erschöpfung gemieden wird, während Methyldopa bei Langzeitanwendung Müdigkeit, Depression und Leberprobleme verursachen kann.
Hydralazin steht in Verbindung mit Herzrhythmusstörungen, Flüssigkeitseinlagerung, Gelenkschmerzen und selten Lupus-artigen Reaktionen. Ältere Wirkstoffe wie Atenolol und Propranolol können die Herzfrequenz stark verlangsamen und den Elektrolythaushalt stören, wohingegen modernere Betablocker wie Nebivolol als sicherer gelten.
Experten warnen davor, verordnete Betablocker oder andere Wirkstoffe eigenständig höher zu dosieren oder abrupt abzusetzen. Das plötzliche Absetzen von Clonidin kann gefährliche Blutdruckanstiege mit Kopfschmerzen und Schlaganfallrisiko nach sich ziehen, besonders unter laufender Betablockertherapie.
Treten Schwindel beim Aufstehen, Müdigkeit oder Libidoverlust auf, raten Fachleute dazu, Symptome zu dokumentieren und ärztlich abzuklären. Oft genügen Dosisanpassungen, veränderte Einnahmezeiten oder ein Präparatewechsel. Treten schwere Symptome wie Atemnot, Schwellungen von Lippen, Zunge oder Rachen, Brustschmerzen oder Sehstörungen auf, ist umgehend der Notruf über die 112 zu verständigen.
