Blutdruckmessung, Huawei

Blutdruckmessung: Huawei Watch D3 mit aufpumpbarer Manschette zugelassen

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 03:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Huawei Watch D3 kombiniert 24-Stunden-Blutdruckmessung mit EKG und Gesundheitsanalysen, bleibt laut Fachleuten aber ein Richtwert.

Huawei Watch D3 bringt zertifizierte Blutdruckmessung ans Handgelenk
Ein minimalistischer, heller Behandlungsraum mit medizinischen Messgeräten in einer ruhigen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der technologischen Entwicklung von Wearables zur Gesundheitsüberwachung markiert die Einführung der Huawei Watch D3 einen weiteren Schritt hin zur medizinisch zertifizierten Sensorik am Handgelenk. Das neue Modell setzt auf ein oszillometrisches Messverfahren, das durch eine im Armband integrierte, aufblasbare Manschette realisiert wird. Im Gegensatz zu rein optischen Verfahren, die oft Schätzwerte liefern, verfügt dieses System über eine CE-MDR-Zertifizierung.

Präzision und medizinische Funktionen der Huawei Watch D3

Das zentrale Merkmal der Huawei Watch D3 ist die Fähigkeit zur ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABPM), die sich an den Leitlinien der European Society of Hypertension (ESH) orientiert. Nutzer können dabei Messintervalle zwischen 15 und 30 Minuten festlegen.

Trotz der komplexen Technik im Inneren ist das Gehäuse mit 11,3 Millimetern Dicke flacher als beim Vorgängermodell, und das Gewicht liegt bei etwa 40 Gramm. Auch die Breite des Armbands wurde geringfügig auf 25,5 Millimeter reduziert.

Zusätzlich zur Blutdrucküberwachung bietet das Gerät Funktionen zur Erstellung eines Elektrokardiogramms (EKG), zur Überwachung der Herzfrequenz sowie zur Analyse von Schlafqualität und Stressniveau.

Ein integrierter Schnellcheck prüft nach Angaben des Herstellers elf verschiedene Gesundheitsindikatoren innerhalb von etwa einer Minute. Die Uhr ist sowohl mit Android- als auch mit iOS-Betriebssystemen kompatibel und erreicht eine Akkulaufzeit von bis zu sechs Tagen.

Marktverfügbarkeit und internationaler Wettbewerb

Für den europäischen Markt wurde ein Verkaufspreis von 449 Euro festgesetzt. In Großbritannien ist der Verkaufsstart im Huawei Store sowie bei großen Online-Händlern für den 23. September 2026 zu einem Preis von 399,99 Britischen Pfund angekündigt.

Während für Brasilien Bemühungen um eine Zulassung durch die dortige Gesundheitsbehörde Anvisa laufen, stehen Termine für eine Markteinführung in Südamerika noch nicht fest.

Ein Sprecher des Unternehmens betonte in diesem Zusammenhang, dass die strengen Prüfverfahren im Gesundheitsbereich einen hohen branchenweiten Aufwand erfordern. Es wurde zudem klargestellt, dass die Funktionen keinen Ersatz für eine ärztliche Diagnose darstellen, sondern als Warnsignale dienen sollen.

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Im Wettbewerbsumfeld zeigen sich unterschiedliche technologische Ansätze. Die Samsung Galaxy Watch 9, die preislich ab 409 Euro liegt, setzt für die Blutdruckmessung weiterhin die Kopplung mit einem hauseigenen Smartphone sowie eine regelmäßige Kalibrierung im Abstand von vier Wochen voraus.

Die Apple Watch Series 11 hingegen beschränkt sich bei der Blutdrucküberwachung auf eine Warnfunktion. Analysen ergaben hier eine Sensitivität von etwa 41 Prozent bei einer Falschalarmrate von rund 8 Prozent über einen Zeitraum von 30 Tagen.

Weitere Innovationen und die Rolle von spezialisierten Wearables

Auch andere Hersteller erweitern ihr Portfolio im Bereich der Herz-Kreislauf-Überwachung. Für den 28. September 2026 ist in China die Vorstellung der Honor Watch 6 Pro geplant. Diese soll erstmals über eine Erkennung von Herzstillständen mit automatischem Notruf verfügen und eine weiterentwickelte Blutdrucküberwachung nutzen.

Ein integrierter Assistent soll zudem die Anbindung an Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) ermöglichen, ohne jedoch selbst den Blutzucker zu messen.

Ein anderer Ansatz wird von Whoop verfolgt. Das Modell Whoop MG wurde als bisher kleinstes Wearable des Unternehmens konzipiert und bietet neben einer Akkulaufzeit von bis zu zwei Wochen ebenfalls Blutdruckmessung und ein 30-Sekunden-EKG direkt am Handgelenk.

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Das Unternehmen, das im März 2026 in einer Finanzierungsrunde von Investoren wie der Mayo Clinic mit 10,1 Milliarden US-Dollar bewertet wurde, unterstreicht damit den Trend zur Miniaturisierung medizinischer Sensoren.

Medizinische Einordnung und Herausforderungen der Sensorik

Trotz der technologischen Fortschritte mahnen Fachorganisationen zur Vorsicht. Die Deutsche Gesellschaft für Bluthochdruck weist darauf hin, dass Wearables derzeit noch nicht dem Standard konventioneller Messmethoden entsprechen und diesen nicht ebenbürtig seien.

Mediziner definieren Bluthochdruck bei Werten von über 140 zu 90 mmHg, während ein Bereich von 120 bis 129 zu 70 bis 79 mmHg als optimal gilt. Die Relevanz einer präzisen Überwachung nimmt mit steigendem Alter zu: Während in der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren etwa 20 bis 25 Prozent betroffen sind, steigt die Prävalenz bei Personen über 70 Jahren auf etwa 75 Prozent.

Zudem bestehen weiterhin technische Hürden bei der allgemeinen Datenerfassung durch Smartwatches. Eine Studie der Florida International University aus dem Jahr 2026 zeigte auf, dass die Berechnung des Kalorienverbrauchs bei sportlicher Aktivität im Schnitt um 15 bis 25 Prozent von den realen Werten abweicht.

Als Ursachen gelten unter anderem Ungenauigkeiten bei der optischen Herzfrequenzmessung durch Bewegungsartefakte oder Lichtabsorption bei unterschiedlichen Hautfarben. Wearables liefern daher nach Ansicht von Forschern weiterhin primär Richtwerte.

Mehr zum Thema bei n-tv: „Blutdruckmessen war nie so einfach? Huawei bringt neue Watch D3 auf den Markt - n“

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