Blutdruck-Wearables, Modelle

Blutdruck-Wearables: Nur zwei Modelle erfüllen klinische Standards

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 09:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine ESH-Auswertung findet standardgerechte Validierungsstudien für zwei Manschetten-Wearables, während Daten zu weiteren Anwendungen begrenzt bleiben.

Blutdruck-Wearables: ESH sieht nur zwei Modelle wissenschaftlich bestätigt
Ein steriler Untersuchungsraum mit medizinischer Ausstattung für Blutdruckmessungen. Illustration mit AI erstellt.

Die European Society of Hypertension (ESH) hat in einer aktuellen Stellungnahme die wissenschaftliche Evidenzlage für Wearables zur Blutdruckmessung untersucht. Der im Fachmagazin Journal of Hypertension veröffentlichte Konsens konzentriert sich dabei spezifisch auf Geräte, die zur Messung am Handgelenk eine integrierte Manschettentechnologie einsetzen.

Wie aus einem Bericht vom 1. Oktober 2026 hervorgeht, identifizierten die Experten deutliche Unterschiede zwischen der Vielzahl verfügbarer Produkte und deren tatsächlicher klinischer Überprüfung.

Im Rahmen einer systematischen Recherche in der medizinischen Datenbank PubMed werteten die Autoren insgesamt 281 Artikel aus. Nach einer detaillierten Prüfung der methodischen Qualität erwiesen sich jedoch lediglich 26 dieser Beiträge als relevant für die Fragestellung der klinischen Validierung.

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Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass derzeit nur für zwei konkrete Modelle publizierte Validierungsstudien vorliegen, die den etablierten internationalen Standards für medizinische Messgeräte entsprechen. Dabei handelt es sich um das Modell HeartGuide des Herstellers Omron sowie die Huawei Watch D beziehungsweise deren Nachfolgemodell D2.

Hinsichtlich der Messpräzision ergaben die statischen Validierungsstudien für diese Geräte am Handgelenk eine allgemein akzeptable Genauigkeit. Damit erfüllen die genannten Modelle grundlegende Anforderungen für punktuelle Messungen unter kontrollierten Bedingungen.

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Dennoch weist das Konsenspapier auf erhebliche Forschungslücken hin, die einer breiteren medizinischen Anwendung noch im Wege stehen. Insbesondere für die Nutzung im Rahmen einer ambulanten 24-Stunden-Überwachung sowie für die Anwendung bei speziellen Patientengruppen liegen laut den Experten bislang nur begrenzte Daten vor.

Das Expertenteam um die Autoren George S. Stergiou, Ariadni Menti und Kei Asayama betonte zudem, dass die klinische Eignung für verschiedene medizinische Einsatzszenarien aufgrund der dünnen Datenbasis noch nicht abschließend gesichert sei. Während die technologische Entwicklung der Manschettenmessung am Handgelenk Fortschritte mache, hinke die wissenschaftliche Absicherung bei der Mehrheit der im Markt befindlichen Produkte hinterher.

Die Veröffentlichung unterstreicht die Notwendigkeit strenger wissenschaftlicher Überprüfungen nach standardisierten Protokollen, um die Zuverlässigkeit tragbarer Messsysteme im medizinischen Alltag zu gewährleisten.

Für Fachkreise und Anwender bleibt die Auswahl an klinisch validierten Wearables mit Manschettentechnologie damit vorerst auf eine sehr kleine Zahl an Modellen beschränkt, für die eine Übereinstimmung mit etablierten Genauigkeitsstandards nachgewiesen werden konnte.

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