Bluetooth, Audio

Bluetooth LE Audio: LC3-Codec soll Hörgeräte-Akkus zwei- bis dreimal länger halten

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 03:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der neue Audiostandard senkt den Energiebedarf von Hörgeräten und ermöglicht synchronisierte Übertragung an beide Ohren.
Zwei neutrale Hörsysteme liegen auf einem Holztisch in einem hellen, minimalistischen Raum für Hörtests. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Standard Bluetooth LE Audio, der im Zuge der Spezifikation Bluetooth 5.2 eingeführt wurde, verändern sich die technischen Voraussetzungen für Hörsysteme grundlegend. Im Zentrum dieser Weiterentwicklung steht der moderne Audiocodec LC3. Dieser senkt die erforderliche Datenbitrate im Vergleich zum bisherigen Standardcodec SBC um rund 50 Prozent, ohne Abstriche bei der Tonqualität zu machen.

Der damit verbundene Effizienzgewinn verringert den Strombedarf der Systeme spürbar und ermöglicht eine Verdopplung bis Verdreifachung der bisherigen Akkulaufzeiten von Hörgeräten.

Hohe Effizienz und reduzierte Verzögerung

Bislang stellte die drahtlose Verbindung für Entwickler von Hörhilfen einen permanenten Kompromiss dar. Klassische Bluetooth-Verbindungen verbrauchten vergleichsweise viel Energie, was bei den stark begrenzten Kapazitäten kleiner Hörgerätebatterien meist nur Laufzeiten von 12 bis 18 Stunden ermöglichte.

Zudem führte die Übertragung über das ältere Protokoll zu Latenzzeiten zwischen 150 und 300 Millisekunden. Solche Verzögerungen beeinträchtigen die Sprachwahrnehmung bei Hörgeschädigten erheblich, da Ton und Lippenbewegungen bei Videowiedergaben oder im direkten Gespräch spürbar auseinanderfallen.

Der Übertragungsstandard LE Audio setzt an diesen Engpässen an. Durch die reduzierte Bitrate und ein überarbeitetes Funkprotokoll sinkt sowohl die Leistungsaufnahme beim Senden von Daten als auch der Energiebedarf im Ruhezustand auf einen Bruchteil früherer Werte.

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Gleichzeitig verkürzen sich die Signallaufzeiten deutlich. Für Trägerinnen und Träger von Hörhilfen erleichtert dies das Richtungshören und die lippensynchrone Wahrnehmung von Sprache in dynamischen Hörsituationen.

Parallele Übertragung für räumlichen Stereoklang

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Technologie ist die Integration von echtem Multi-Stream Audio. Bei herkömmlichen Verbindungswegen empfing häufig nur ein einzelnes Hörgerät das Monosignal einer Audioquelle und leitete es über eine separate Funkverbindung an das zweite Gerät weiter. Dieser Zwischenschritt beanspruchte zusätzliche Energie und führte gelegentlich zu Asynchronitäten zwischen beiden Ohren.

Mit Bluetooth LE Audio können Audioquellen nun unabhängige, synchronisierte Datenströme gleichzeitig an das linke und das rechte Hörsystem senden. Neben einem stabileren Signal und verbessertem Raumklang entlastet dieser direkte Empfang die interne Signalverarbeitung der Endgeräte.

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Da Nutzer in dieser Gerätekategorie auf einfache Handhabung sowie eine verlässliche Nutzungsdauer von über 20 Stunden angewiesen sind, deckt der Standard die zentralen Anforderungen an zeitgemäße digitale Hörhilfen ab.

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