Bluetooth Core 7.0: 7,5 Mbit/ s ermöglichen erstmals standardisiertes Lossless-Audio
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 00:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Bluetooth Special Interest Group (SIG) hat die Spezifikation Bluetooth Core 7.0 offiziell verabschiedet. Als zentrale Neuerung führt der Standard die Bitübertragungsschicht High Data Throughput (HDT) ein. Damit steigt die maximale Übertragungsrate bei Bluetooth Low Energy (LE) von bislang 2 Mbit/s auf bis zu 7,5 Mbit/s, was erstmals standardisiertes, verlustfreies Audio ermöglicht.
Fünf Geschwindigkeitsstufen und höhere Effizienz
Die neue Funktion HDT ist innerhalb des Core-7.0-Standards als optionale Erweiterung ausgelegt; eine Konformität mit Core 7.0 garantiert folglich nicht automatisch die Integration von HDT.
Das Dokument zu Bluetooth Core 7.0 definiert auf Seite 2795 fünf Betriebsmodi mit Übertragungsraten von 2, 3, 4, 6 sowie 7,5 Mbit/s. Entscheidet sich ein Hersteller für die Implementierung von HDT, sind die Stufen HDT2, HDT3 und HDT4 verpflichtend vorgeschrieben, während HDT6 und HDT7.5 optional bleiben.
Technisch basiert der Zuwachs auf robusteren und effizienteren Modulationsschemata der neuen Bitübertragungsschicht. Durch die gesteigerte Datenrate verkürzt sich die Funkaktivität pro Übertragungsvorgang, was den Energiebedarf senkt. Zugleich verbessert die Spezifikation die Verbindungssicherheit in dichten Funkumgebungen sowie unter widrigen Empfangsbedingungen.
Standardisiertes Lossless-Audio ohne Zusatzcodecs
Mit bis zu 7,5 Mbit/s reicht die Bandbreite aus, um unkomprimiertes Stereo-Audio mit 24-bit und 96 kHz zu übertragen, wofür rund 4,6 Mbit/s anfallen. Eine Übertragung mit 24-bit und 192 kHz erfordert hingegen etwa 9,2 Mbit/s und bleibt unerreicht. Für Audiosignale in CD-Qualität genügen rund 0,8 bis 1,4 Mbit/s, während 24-bit bei 48 kHz etwa 2,3 Mbit/s beanspruchen.
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Ein neuer komprimierender Lossless-Codec ist seitens der Bluetooth SIG nicht vorgesehen. HDT soll stattdessen verlustfreie und hochauflösende Wiedergabe, räumlichen Klang sowie Mehrkanal-Surround-Formate standardisiert und ohne proprietäre Codecs abbilden.
Hardware-Anforderungen und Marktausblick
Bestehende Hardware lässt sich nicht per Firmware- oder Software-Update auf HDT aufrüsten, da die Technik zwingend neue Funkchips erfordert. Um das Leistungsplus zu nutzen, müssen zudem beide beteiligten Endgeräte einer Verbindung den Standard unterstützen.
Als Einsatzbereiche nennt die Bluetooth SIG neben Premium-Audiogeräten auch Smart Glasses, Hardware für künstliche Intelligenz, tragbare Sensorik, Smart-Home-Systeme, AR- und VR-Brillen, Smartwatches sowie industrielle Steuerungsanlagen. Øyvind Strøm von Nordic Semiconductor verwies beispielhaft darauf, dass die Daten einer Smartwatch mit der Technik innerhalb von Sekunden abgeglichen werden könnten.
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Erste marktreife Endgeräte mit HDT werden für Anfang 2027 erwartet, wobei Premieren zur Elektronikmesse CES im Januar 2027 als wahrscheinlich gelten. Erste Anwendungen dürften Flaggschiff-Kopfhörer und Notebooks betreffen.
Berichten zufolge arbeitet Qualcomm an der Plattform FastConnect 8800 mit entsprechender Unterstützung, während Apple für das Jahr 2027 drei neue Produkte mit möglicher HDT-Anbindung vorbereiten soll. Xiaomi hat bislang kein passendes Modell angekündigt, und auch branchenweit liegt zum gegenwärtigen Berichtsstand noch keine offizielle Ankündigung eines Herstellers für eine HDT-Implementierung vor.
