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Block Inc. beantragt Banklizenz für Bitcoin-Verwahrung in den USA

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Block reicht bei der OCC einen Antrag für eine nationale Treuhandbank ein, die Bitcoin und Stablecoins ohne Einlagen- oder Kreditgeschäft verwahren soll.

Block beantragt US-Banklizenz für Bitcoin- und Stablecoin-Verwahrung
Ein minimalistischer, moderner Tresorgang in einem Finanzgebäude mit polierten Betonwänden und verschlossenen Stahltüren. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Finanztechnologieunternehmen Block Inc. strebt eine formelle Banklizenz für die spezialisierte Verwahrung von Kryptowährungen an. Ein entsprechender Antrag für eine nationale Treuhand-Charta wurde bei der US-Bankenaufsichtsbehörde Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eingereicht. Das neue Institut soll unter dem Namen Builders Bank & Trust, N.A. operieren und den Fokus auf die Verwahrung von Bitcoin und Stablecoins legen.

Wie aus den Antragsunterlagen hervorgeht, ist die Builders Bank & Trust als eine unversicherte, einlagenfreie nationale Treuhandbank konzipiert. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass das Institut keine Kundeneinlagen entgegennimmt und keine Kredite vergibt.

Als zukünftiger CEO der Bank ist Lee Woolley vorgesehen. Die Initiative markiert einen weiteren Schritt des Unternehmens unter der Leitung von Jack Dorsey, die Infrastruktur für digitale Vermögenswerte innerhalb des regulierten US-Finanzsystems zu festigen.

Marktreaktion und regulatorisches Umfeld

Der Kryptomarkt reagierte verhalten auf die Bekanntgabe der Pläne von Block Inc. Der Kurs von Bitcoin verzeichnete im zeitlichen Umfeld der Ankündigung einen leichten Rückgang von 78.900 US-Dollar auf 78.000 US-Dollar. Analysten werten den Vorstoß dennoch als Signal für eine zunehmende Institutionalisierung der Verwahrstrukturen in den USA.

Die US-Aufsichtsbehörde OCC hat in den vergangenen Tagen bereits weitere Weichenstellungen im Fintech-Sektor vorgenommen. Am 2. September 2026 erteilte die Behörde der OpenReserve Bank aus Salt Lake City sowie der Revolut Bank US bedingte Lizenzen. Am darauffolgenden Tag, dem 3. September 2026, wurden Details zu diesen Zulassungen konkretisiert.

Revolut plant demnach für seine US-Nationalbank in Stamford, Connecticut, eine Investition von rund 95 Millionen US-Dollar und die Beschäftigung von etwa 160 Mitarbeitern. Das Unternehmen muss für den operativen Start, der für das Jahr 2027 angestrebt wird, eine Kernkapitalquote (Tier-1) von mindestens 10 Prozent vorweisen.

Zudem stehen noch Genehmigungen der Einlagensicherung FDIC sowie der US-Notenbank Federal Reserve aus. Revolut beabsichtigt unter anderem den Vertrieb von Stablecoins von Drittanbietern.

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Fokus auf Infrastruktur und Sicherheit

Parallel dazu erhielt die OpenReserve Bank eine bedingte Charta mit strengeren Kapitalauflagen. Das Institut muss zwischen 2026 und 2029 eine Tier-1-Quote von mindestens 12 Prozent einhalten und verfügt über ein Kapital von 210 Millionen US-Dollar.

OpenReserve konzentriert sich auf die Entwicklung von Infrastrukturen für Stablecoins und sogenannte Unified Ledger. Auch hier sind weitere Genehmigungen von FDIC und Fed für den Vollbetrieb erforderlich.

Die Notwendigkeit robuster Verwahr lösungen wird auch auf internationaler Ebene durch aktuelle Sicherheitsvorfälle unterstrichen. Das auf der Isle of Man ansässige Unternehmen CoinCorner startete in diesem Zusammenhang den „CoinCorner Vault“, eine Bitcoin-Verwahrungslösung auf Basis von Multi-Signatur-Technologie (Multisig). Das Produkt entstand in Zusammenarbeit mit AnchorWatch und ist über Lloyd's of London versichert.

Internationale Entwicklungen im Bereich Verwahrung

CoinCorner-CEO Danny Scott verwies bei der Vorstellung des neuen Dienstes auf die Risiken bestehender Lösungen und nannte als Hintergrund einen Sicherheitsvorfall bei Coldcard, der zu einem Verlust von 115 Millionen US-Dollar geführt habe. Der neue Dienst erhebt eine jährliche Gebühr von 1,5 Prozent.

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Es wurde jedoch klargestellt, dass der CoinCorner Vault nicht der Regulierung durch die britische Finanzaufsicht FCA unterliegt und keinen Schutz durch das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) bietet. Eine Regulierung durch die FCA wird erst ab dem 25. Oktober 2027 erwartet. Wie die geplante Bank von Block Inc. in den USA wird auch dieses Angebot keine Kreditvergabe umfassen.

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