BL4CK, SP1D3R

BL4CK SP1D3R: Neue Ransomware nutzt doppelte Erpressungsmasche

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor BL4CK SP1D3R, die Daten stiehlt und verschlüsselt. Zeitgleich fallen Haftstrafen gegen Scattered-Spider-Mitglieder.

BL4CK SP1D3R: Neue Ransomware mit doppelter Erpressung entdeckt
Bedrohliche schwarze Spinne aus Leiterbahnen und glühenden roten Datenleitungen, kriecht über eine dunkle, reflektierende Oberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben eine gefährliche neue Ransomware-Variante entdeckt, die Unternehmen mit einer doppelten Erpressungsmasche unter Druck setzt. Die Bedrohung namens BL4CK SP1D3R zielt gezielt auf Windows-Systeme ab – und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Justiz in Großbritannien und den USA gegen mutmaßliche Mitglieder der berüchtigten Scattered Spider-Gruppe vorgeht.

So funktioniert die neue Erpressungssoftware

Die neu identifizierte Variante unterscheidet sich von klassischer Ransomware: Statt blind zu verschlüsseln, kopieren die Angreifer zunächst sensible Dateien aus dem Netzwerk ihrer Opfer. Erst dann starten sie den Verschlüsselungsprozess. Befallene Dateien erhalten eine spezifische Endung, und auf dem System erscheint eine Lösegeldforderung mit dem Namen BL4CK_SP1D3R_README.txt.

Die Täter setzen auf ein bewährtes Druckmittel: Sollten die Opfer nicht zahlen, drohen sie damit, die gestohlenen Daten auf öffentlichen Plattformen zu veröffentlichen. Diese Taktik hat sich in der Branche durchgesetzt, seitdem viele Unternehmen auf robuste Backup-Systeme setzen – die reine Verschlüsselung reicht den Erpressern längst nicht mehr.

Harte Strafen für Scattered-Spider-Mitglieder

Ein britisches Gericht hat zwei Männer zu je fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Thalha Jubair und Owen Flowers bekannten sich am 22. Juni schuldig und wurden am Woolwich Crown Court verurteilt. Die Verbindung zur Scattered-Spider-Gruppe war der entscheidende Faktor.

Anzeige

Immer mehr Unternehmen werden Opfer von Cyberangriffen – diese Checkliste hilft Ihnen, es zu verhindern. Experten erklären im kostenlosen E-Book, wie Sie sich proaktiv absichern, bevor es zu spät ist. IT-Sicherheits-Checkliste jetzt kostenlos anfordern

Der Angriff auf die Londoner Verkehrsinfrastruktur (TfL) zwischen August und September 2024 hatte verheerende Folgen: Geschätzte 39 Millionen Pfund Schaden, Tausende Mitarbeiter mussten ihre Passwörter zurücksetzen, Oyster-Card-Rückerstattungen und Photocard-Anträge waren tagelang blockiert. Die Gruppe soll zudem für Angriffe auf Jaguar Land Rover und Marks & Spencer verantwortlich sein.

US-Justiz holt 19-Jährigen aus Finnland

Parallel zu den britischen Urteilen wurde der 19-jährige Peter Stokes – ein Doppelstaatsbürger der USA und Estlands – in Finnland festgenommen und in die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Die US-Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, an einem Erpressungssystem beteiligt gewesen zu sein, das rund 100 Millionen Dollar von etwa 47 amerikanischen Unternehmen erpresst haben soll.

Besonders kurios: Ein Juwelier erlitt angeblich zwei Millionen Dollar Verlust, nachdem er sich weigerte, ein Lösegeld von acht Millionen Dollar zu zahlen. Das FBI hatte bereits im Juli 2024 rund 36 Millionen Dollar in Kryptowährung beschlagnahmt, die mit den Aktivitäten der Gruppe in Verbindung standen.

Gestohlene Identitäten als Einfallstor Nummer eins

Der Aufstieg solcher „Spider“-Varianten passt zu aktuellen Forschungsergebnissen über die Methoden der Angreifer. Ein Bericht von Sophos aus dem Jahr 2026 zeigt: 79 Prozent aller Ransomware-Angriffe nutzen inzwischen gestohlene Identitäten, um in Netzwerke einzudringen.

Ausgenutzte Sicherheitslücken sind dagegen auf 18 Prozent der Zugangspunkte gesunken. Phishing-Mails und bösartige E-Mails spielen weiterhin eine zentrale Rolle – sie machen 26 beziehungsweise 24 Prozent der Einbrüche aus. Der alarmierende Befund: 97 Prozent der betroffenen Organisationen hatten Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktiviert. Die Angreifer finden offenbar immer häufiger Wege, diese Sicherheitsschicht zu umgehen.

Anzeige

Rekord-Schäden durch Phishing zeigen, wie gnadenlos Hacker psychologische Schwachstellen bei Mitarbeitern ausnutzen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt in 4 Schritten, wie Ihr Unternehmen die Abwehr gegen moderne Manipulationsversuche stärkt. Anti-Phishing-Paket gratis herunterladen

Weitere Bedrohungen im Visier

Neben BL4CK SP1D3R bleibt die Inc-Ransomware-Gruppe aktiv, die zuletzt SonicWall-SMA-1000-Serien angriff. Die Gruppe nutzte zwei Zero-Day-Sicherheitslücken (CVE-2026-15409 und CVE-2026-15410) für nicht authentifizierte Remote-Code-Ausführung. Obwohl der Hersteller am 14. Juli 2026 einen Hotfix veröffentlichte, hat die US-Cybersicherheitsbehörde CISA die Schwachstellen in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken aufgenommen.

Die Botschaft an Unternehmen ist klar: Identitätsschutz und mehrstufige Sicherheitsstrategien sind kein Luxus mehr, sondern überlebenswichtig. Wer seine Zugangsdaten nicht schützt, spielt den Erpressern direkt in die Karten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69798205 |