Bitterstoffe, Pflanzenextrakte

Bitterstoffe: Neun Pflanzenextrakte steigern Magensäure signifikant

10.06.2026 - 08:10:40 | boerse-global.de

Nestlé kauft yfood komplett, während Bitterstoff-Studien und Probiotika-Kooperationen den Markt für Verdauungsgesundheit befeuern.

Nestlé übernimmt yfood: Darmgesundheit als Milliardenmarkt
Bitterstoffe - Nahaufnahme von Bitterkräutern wie Meisterwurz, Wacholder und Salbei, mit unscharfen Laborgeräten im Hintergrund. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forschung, Industrie und digitale Anbieter vernetzen sich zunehmend, um neue Wirkstoffe, Produkte und Vertriebswege zu erschließen.

Bitterstoffe: Altes Wissen neu entschlüsselt

Forscher des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München haben den molekularen Wirkmechanismus von Bitterstoffen entschlüsselt. Die am 20. März im Fachjournal „Molecular Nutrition & Food Research“ veröffentlichte Studie zeigt: Extrakte aus Meisterwurz, Wacholder, Salbei und Schafgarbe steigern die Magensäureproduktion signifikant. Besonders effektiv war eine Kombination aus neun verschiedenen Pflanzenextrakten.

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Parallel dazu liefert die Mikrobiom-Forschung neue Erkenntnisse. Eine Studie in „Plos Biology“ wies in Tierversuchen nach: Lebende Darmbakterien können bei fettreicher Diät über den Vagusnerv bis ins Gehirn gelangen. Kehrten die Tiere zu ausgewogener Ernährung zurück, verschwanden die Bakterien im Gehirn wieder.

Nestlé übernimmt yfood vollständig

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé kauft die restlichen Anteile an der yfood Labs GmbH. Nachdem Nestlé bereits seit 2023 mit 49 Prozent beteiligt war, gehen die Gründeranteile vorbehaltlich der Regulierungsgenehmigungen zum 3. Juli 2026 an den Konzern über. Das Münchner Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro und ist in 30 Ländern aktiv. Die Leitung übernimmt künftig Nestlé-Managerin Jolanda Schwirtz.

Nestlé forscht zudem mit dem New Yorker Start-up Helaina an bioaktiven Proteins für die Säuglingsernährung. Helaina, das 2024 eine Series-B-Finanzierung über 45 Millionen US-Dollar abschloss, skaliert derzeit die Produktion eines Proteins, das menschlichem Lactoferrin nachempfunden ist.

Probiotika per Essenslieferung

Neue Kooperationsmodelle verändern die Distribution. In Vietnam arbeitet Biofermin, eine Tochter von Taisho Pharma, seit Juni 2026 mit dem Lieferdienst GrabFood zusammen. Kunden erhalten Probiotika-Proben zu ihren Essensbestellungen.

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In Indien brachte Bayer Consumer Health am 8. Juni ein ayurvedisches Brausepulver auf den Markt. Alka-Seltzer enthält erstmals Probiotika der Gattung Lactobacillus – gezielt gegen Verdauungsstörungen.

Urintest plus Nahrungsergänzung

Das japanische Unternehmen Yuuria und Furofushi Kenkyujo aus Tokio gaben am 8. Juni eine Partnerschaft bekannt. Sie kombinieren eine Urintest-Plattform mit spezifischen Nahrungsergänzungsmitteln. Verbraucher können ihren Nährstoffstatus vor und nach der Einnahme per App visualisieren.

Auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung tut sich was. Das Münchner Food-Tech-Unternehmen Foodji kooperiert mit Koch Holger Stromberg. Ab Mitte Juni erweitern Salatbowls und Ravioli das Sortiment für die Arbeitsplatzverpflegung. Eine Foodji-Umfrage aus 2025 zeigt: 52 Prozent der Befragten sehen das Verpflegungsangebot als Anreiz für die Arbeit im Büro, 92 Prozent fühlen sich durch gesunde Kost fitter.

AOK Bayern setzt auf digitale Darmkrebsvorsorge

Krankenkassen integrieren zunehmend digitale Lösungen. Seit dem 5. März bietet die AOK Bayern Versicherten zwischen 40 und 49 Jahren in Kooperation mit DoctorBox einen jährlichen Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge an. Der Test wird direkt über die Kassen-App angefordert und zu Hause durchgeführt. Hintergrund: In Deutschland sterben jährlich rund 24.000 Menschen an Darmkrebs.

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