Bitdefender warnt: Malware infizierte Android-Handys in über 150 Ländern
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 23:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf einigen preisgünstigen Android-Smartphones befindet sich bereits beim Kauf ab Werk gefährliche Schadsoftware. Wie aktuelle Sicherheitsanalysen des IT-Sicherheitsunternehmens Bitdefender belegen, ist eine Bedrohung namens Midnight Mimosa tief in der Firmware bestimmter Mobiltelefone verankert. Betroffen sind vor allem Geräte des unteren Preissegments, die mit Prozessoren des Herstellers MediaTek ausgestattet sind.
Weltweite Kampagne über zwei Jahre aktiv
Nach Angaben von Bitdefender wurde die Schadsoftware-Kampagne über einen Zeitraum von rund zwei Jahren beobachtet. In dieser Zeitspanne registrierten die Experten Infektionen auf tausenden Endgeräten in über 150 Ländern. Die meisten Betrugsfälle traten dabei in Mexiko, Frankreich und Italien auf, dicht gefolgt von den Vereinigten Staaten, Deutschland, Brasilien und Spanien.
Unter den betroffenen Geräten finden sich Modellbezeichnungen wie das Doogee S200 X sowie das Cubot KINGKONG X. Bitdefender wies jedoch darauf hin, dass keineswegs alle im Umlauf befindlichen Exemplare dieser Modellreihen von der Manipulation betroffen sind.
Die Schadsoftware tarnt sich im Betriebssystem geschickt unter unauffälligen Paketnamen wie com.android.system.lite, com.android.sys.prot sowie com.android.sys.gmsprot. Dadurch bleibt die Infektion für gewöhnliche Nutzer bei oberflächlicher Betrachtung meist unsichtbar.
Millionen Android-Nutzer sind täglich Hackern schutzlos ausgeliefert – ohne es zu wissen. Ein veraltetes oder manipuliertes Smartphone ist wie eine offene Haustür für Cyberkriminelle, weshalb dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie Sicherheitslücken schließen und sich effektiv schützen. Kostenlosen Android-Sicherheitsreport herunterladen
Werbebetrug und Einbindung in Botnets
Das primäre Ziel der Hintermänner liegt laut Berichten im groß angelegten Werbebetrug. Die Malware ist in der Lage, ohne jede Benachrichtigung oder Zustimmung der Nutzer eigenständig Anwendungen zu installieren und zu entfernen, weitreichende Systemrechte zu vergeben und externen Schadcode nachzuladen.
Zudem kann sie gefälschte Werbeeinblendungen erzeugen und die Mobiltelefone als Proxy-Server missbrauchen. Einige der kompromittierten Geräte wurden zudem in Botnets eingegliedert, um für koordinierte Netzwerkaktivitäten instrumentalisiert zu werden.
Eine Bereinigung gestaltet sich für Anwender als außergewöhnlich schwierig, da die Malware fest im Firmware-Bereich des Betriebssystems verankert ist. Eine einfache Rücksetzung auf die Werkseinstellungen reicht nicht aus, um die Bedrohung zu beseitigen. Für eine vollständige Entfernung ist der Einsatz spezieller Entwicklerwerkzeuge wie der Android Debug Bridge (ADB) erforderlich.
Wer sich mit der Sicherheit seines Android-Smartphones befasst, sollte die wichtigsten Abwehrmethoden kennen, um Hacker und Viren abzuwehren. Dieser gratis PDF-Ratgeber zeigt 5 einfache Schritte, die jeder Nutzer sofort zur Absicherung umsetzen kann. 5 Schutzmaßnahmen für Android jetzt gratis entdecken
Urheberschaft und Warnhinweise für Verbraucher
Die genauen Urheber hinter der Kampagne sind bislang unbekannt. Allerdings existieren Hinweise auf das chinesische Unternehmen Zedi Technology, dessen genaue Beteiligung an den Vorfällen jedoch unklar bleibt. Zudem wurden Middleware-Signaturen teilweise der Firma Shenzhen Zediel zugeordnet; auch hier ist die genaue Rolle innerhalb der Hersteller- und Lieferkette bislang nicht abschließend geklärt.
Bitdefender mahnt Verbraucher vor diesem Hintergrund zur erhöhten Vorsicht beim Erwerb auffallend billiger Smartphones über unbekannte Händler oder Plattformen. Typische Warnzeichen für eine verdeckte Infektion seien unerklärliche Werbeeinblendungen im laufenden Betrieb, plötzlich auftauchende, fremde Apps sowie ein ungewöhnlich schneller Schwund der Akkuladung.
