Bitcoin-Wallets, Passwörter

Bitcoin-Wallets: KI knackt Passwörter, Angreifer stehlen 88,6 Mio. USD

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 20:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KI-gestützte Passwortwiederherstellung befreit 400.000 Dollar aus alter Bitcoin-Wallet. Zeitgleich deckt die Technologie Sicherheitslücken bei Coldcard-Wallets auf.

KI knackt 11 Jahre alte Bitcoin-Wallet: 400.000 Dollar gerettet
Eine Hardware-Wallet für Kryptowährungen neben einer abstrakten Visualisierung eines KI-Neuronennetzes auf einem Monitor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das KI-Modell Claude hat erfolgreich den Zugriff auf eine seit über einem Jahrzehnt gesperrte Bitcoin-Wallet ermöglicht. Wie Branchenberichte Anfang August 2026 bestätigen, gelang es der künstlichen Intelligenz, das Passwort einer elf Jahre alten Wallet zu knacken. Dadurch konnten digitale Vermögenswerte im Wert von 400.000 US-Dollar für den Besitzer wiederhergestellt werden. Der Fall unterstreicht die wachsende Bedeutung von KI-Technologien im Bereich der Kryptosicherheit – sowohl bei der Datenrettung als auch bei der Identifizierung von Sicherheitslücken.

Technologische Fortschritte werfen Schatten auf Hardware-Wallets

Während der Erfolg von Claude als Beispiel für die nützliche Anwendung von KI bei der Passwort-Wiederherstellung gilt, steht die Technologie gleichzeitig im Verdacht, bei großangelegten Angriffen auf Krypto-Infrastrukturen eine Rolle zu spielen. Der Wallet-Hersteller Coinkite äußerte die Vermutung, dass eine künstliche Intelligenz dazu genutzt worden sein könnte, einen kritischen Firmware-Fehler in seinen Coldcard-Hardware-Wallets zu entdecken. Ein abschließender Beweis für diese Annahme steht jedoch noch aus.

Der besagte Softwarefehler, der bereits auf den März 2021 zurückgeht, hat die Sicherheit von Tausenden von Wallets massiv beeinträchtigt. Betroffen sind insbesondere die Modelle Mk2 und Mk3, bei denen die Entropie der Seed-Generierung auf lediglich 40 Bit reduziert wurde. Auch bei neueren Modellen wie dem Mk4, Mk5 und dem Modell Q führte der Fehler zu einer verringerten Sicherheit von etwa 72 Bit. Diese Schwachstelle führte dazu, dass die generierten Seed-Phrasen für Angreifer vorhersagbar wurden.

Massive Verlustwelle bei Coldcard-Nutzern

Die Auswirkungen dieses Firmware-Fehlers zeigten sich in den vergangenen Tagen in einer Serie von koordinierten Angriffswellen. Laut Analysen von Galaxy Research wurden insgesamt 1.367,05 BTC aus 4.585 Adressen entwendet, was beim aktuellen Marktwert einer Summe von etwa 88,6 Mio. USD entspricht.

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Die erste große Angriffswelle ereignete sich am 30. Juli 2026. Innerhalb von nur 41 Minuten gelang es den Angreifern, 1.082,65 BTC aus 1.196 Adressen abzuziehen. Weitere Analysen des Unternehmens Block führten den Diebstahl von 594 BTC aus rund 500 Wallets an diesem Tag auf einen Fehler in der Firmware-Version 4.0.0 zurück, der den Hardware-Zufallszahlengenerator deaktiviert hatte.

Ein prominentes Opfer der Sicherheitslücke wurde der kanadische Unternehmer Jonathan Goodman, der am 29. Juli 2026 innerhalb von sieben Minuten 18,25 BTC verlor. Der Wert dieses Verlusts beläuft sich auf rund 1,6 Mio. USD. Am 2. August 2026 wurde zudem eine dritte Angriffswelle beobachtet, die sich primär auf kleinere Beträge konzentrierte und komplexere Transaktionsmuster nutzte. Dabei wurden weitere Bestände erfasst, was die Gesamtzahl der betroffenen Adressen auf 4.585 erhöhte.

Reaktionen und Schutzmaßnahmen für Anleger

Infolge der Berichte über die Sicherheitslücke und die massiven Abflüsse geriet auch der Kryptomarkt unter Druck; der Bitcoin-Kurs fiel zeitweise unter die Marke von 63.000 US-dollar. Coinkite hat bereits mit der Auslieferung einer Notfall-Firmware reagiert, um die Schwachstelle in der Seed-Generierung zu beheben.

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Sicherheitsexperten weisen jedoch darauf hin, dass ein reines Firmware-Update nicht ausreicht, da bereits generierte Seed-Phrasen weiterhin als kompromittiert gelten müssen. Das Unternehmen rät betroffenen Nutzern daher dringend dazu, ihre Bestände sofort auf neue Wallets zu transferieren und dabei vollständig neue Seeds zu generieren. Die Entdeckung, dass sowohl legitime Wiederherstellungsbemühungen wie im Fall der 400.000-Dollar-Wallet als auch kriminelle Ausbeutungen von Schwachstellen zunehmend durch KI-Unterstützung geprägt sind, markiert nach Einschätzung von Branchenanalysten eine Zäsur für die Sicherheit digitaler Sachwerte.

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