Birkenpech, Uralter

Birkenpech: Uralter Klebstoff wirkt gegen Krankenhauskeim

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 14:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung belegt antibakterielle Wirkung von Birkenpech gegen resistente Staphylococcus-aureus-Keime und eröffnet neue medizinische Perspektiven.

Steinzeit-Kleber Birkenpech: Neue Hoffnung gegen Krankenhauskeime
Ein dunkles Stück Birkenpech auf einem Stein neben einem Birkenstamm als Symbol für die medizinische Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Birkenpech half Neandertalern, ihre Werkzeuge zu reparieren. Jetzt zeigt sich: Der uralte Klebstoff könnte auch die moderne Medizin bereichern. Eine aktuelle Studie belegt antibakterielle Eigenschaften – ausgerechnet gegen einen gefürchteten Krankenhauskeim.

Wirksam gegen Staphylococcus aureus

Die Untersuchung, veröffentlicht am 22. Juli 2026, weist eine biologische Aktivität von Birkenpech gegen Staphylococcus aureus nach. Das Bakterium verursacht häufig Wundinfektionen und wird zunehmend resistent gegen herkömmliche Antibiotika. Ein internationales Team aus der Universität zu Köln, der University of Oxford, der Universität Lüttich und der Cape Breton University war an der Forschung beteiligt.

Tjaark Siemssen von der University of Oxford initiierte die Experimente. Ziel war es, die medizinischen Eigenschaften eines Materials zu untersuchen, das bisher vor allem als prähistorischer Universalkleber bekannt war. Michael Petraglia von der Griffith University ordnet die Entdeckung so ein: Sie eröffne neue Einblicke in die Ressourcennutzung früherer Menschengruppen.

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Mehrere Durchbrüche im Juli 2026

Die Erkenntnisse zum Birkenpech sind Teil einer Serie aktueller Forschungsfortschritte. In der Fachzeitschrift eGastroenterology berichteten Wissenschaftler am 22. Juli 2026 über das Peptid LR. Mithilfe künstlicher Intelligenz identifiziert, zeigt es ebenfalls Wirkung gegen Staphylococcus aureus und E. coli. Im Mausmodell reduzierte der Wirkstoff Entzündungen effektiv.

Ein Wiener Forschungsteam veröffentlichte am 21. Juli 2026 in Nature Structural and Molecular Biology eine Studie über ein Peptid aus dem Gift der Kegelschnecke (Conus araneosus). Der Wirkstoff AoIA hemmt den Noradrenalin-Transporter – und linderte in Tiermodellen entzündungsbedingte Schmerzen.

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Was steckt im Steinzeit-Kleber?

Die Analyse historischer Substanzen mit modernen Labormethoden kann neue Wirkmechanismen identifizieren. Während Birkenpech ursprünglich für seine mechanischen Eigenschaften als Klebemittel geschätzt wurde, rückt nun die chemische Zusammensetzung in den Fokus.

Forscher aus klinischer Pharmakologie und Evolutionsanthropologie betonen: Die antibakterielle Wirkung könnte ein Beleg für das komplexe Wissen prähistorischer Kulturen sein. Die Identifizierung der spezifischen Wirkstoffe im Birkenpech könnte langfristig neue Behandlungsansätze gegen hartnäckige bakterielle Infektionen ermöglichen.

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