BIPA-Erhebung, Druck

BIPA-Erhebung: 76 Prozent der Befragten belastet der Druck auf Mütter

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine BIPA-Erhebung zeigt Belastungen durch Erwartungen und Schweigen über Überforderung. Viele wünschen sich bessere Informationen und Unterstützung im Beruf.

BIPA-Erhebung: Hoher Druck auf Mütter und Wunsch nach Unterstützung
Ein ruhiger, minimalistisch eingerichteter Raum mit einem leeren Sessel und einer Decke, der eine Atmosphäre der Stille vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Der gesellschaftliche Druck auf Mütter und werdende Eltern ist nach wie vor beträchtlich. Wie aus einer Erhebung des Unternehmens BIPA hervorgeht, über die am 23. September 2026 berichtet wurde, empfinden 76 Prozent der Befragten die Erwartungshaltung als massive Belastung.

Konkret gaben drei Viertel an, dass Mütter durch unrealistische Darstellungen einer perfekten Schwangerschaft sowie durch Bilder makelloser Körper nach der Geburt stark unter Druck gesetzt werden. Hinzu kommt eine ständige Einmischung des Umfelds: 82 Prozent beobachten, dass Schwangere fortlaufend unerwünschte Ratschläge erhalten.

Tabus rund um Erschöpfung und mentale Gesundheit

Trotz der weiten Verbreitung dieser Belastungen herrscht im Alltag häufig Schweigen über die tatsächlichen Herausforderungen der Elternschaft. Der Erhebung zufolge trauen sich 6 von 10 Müttern und über die Hälfte der Väter in bestimmten Situationen nicht, offen über Gefühle der Erschöpfung oder Überforderung zu sprechen.

Besonders ausgeprägt sind die Vorbehalte bei spezifischen Problemfeldern:
* Wochenbettdepressionen werden von 39 Prozent der Befragten verschwiegen.
* Zweifel an der eigenen Mutterrolle behalten ebenfalls 39 Prozent für sich.
* Veränderte Körperbilder stellen für 43 Prozent ein Tabuthema dar.
* Über Sexualität in der Schwangerschaft sprechen 45 Prozent nicht offen.

Informationsdefizite und finanzielle Belastungen

Bei Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt greifen die Betroffenen vor allem auf medizinisches Fachpersonal zurück. Gynäkologinnen und Gynäkologen dienen für 35 Prozent als Informationsquelle, gefolgt von Hebammen mit 29 Prozent. Digitale Kanäle spielen eine geschlechtsspezifisch unterschiedliche Rolle: Soziale Medien werden von Frauen mit 17 Prozent fast doppelt so häufig zur Information genutzt wie von Männern mit 9 Prozent.

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Gleichzeitig besteht eine erhebliche Verunsicherung: 57 Prozent der Befragten wünschen sich verlässlichere Informationen. Diese Unklarheit wirkt sich auch auf das Konsumverhalten aus. So nahmen 45 Prozent der Mütter Nahrungsergänzungsmittel auf Verdacht ein. Für 47 Prozent stellten die damit verbundenen Kosten zudem eine finanzielle Belastung dar.

Forderungen an Arbeitgeber und generationale Unterschiede

Vor dem Hintergrund dieser Belastungen fordern 86 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher eine verpflichtende Unterstützung für werdende Eltern in Unternehmen. Zu den meistgenannten Maßnahmen zählen flexible Arbeitszeiten, die von 54 Prozent befürwortet werden, sowie Still- und Ruheräume am Arbeitsplatz, für die sich 31 Prozent aussprechen.

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57 Prozent der Befragten wünschen sich verlässlichere Informationen zu Schwangerschaft und Geburt — und 45 Prozent der Mütter nahmen Nahrungsergänzungsmittel auf Verdacht ein. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen, woran Sie seriöse Quellen erkennen und wie Sie Gespräche mit dem Umfeld souverän führen. Checkliste für verlässliche Infos sichern

Hinsichtlich betrieblicher Angebote zur mentalen Gesundheit zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während 34 Prozent der Angehörigen der Generation Z solche Angebote am Arbeitsplatz befürworten, liegt die Zustimmungsrate bei den Babyboomern lediglich bei 11 Prozent. Das den Bericht initiierende Unternehmen BIPA beschäftigt 4.000 Mitarbeitende und weist einen Frauenanteil von 98 Prozent auf.

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