Biometrie-Risiko, Fingerabdrücke

Biometrie-Risiko: 200-Megapixel-Kameras verraten Fingerabdrücke

24.06.2026 - 07:46:23 | boerse-global.de

Malaysische Großbank setzt auf Fingerabdruck und Face ID. Neue Risiken durch hochauflösende Kameras und KI.

RHB Bank startet biometrische Authentifizierung im Mobile Banking
Biometrie-Risiko - Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine Banking-App mit überlagertem Fingerabdruck und Gesichtserkennungsgitter, das Sicherheit suggeriert. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die malaysische Großbank RHB hat am heutigen Mittwoch die biometrische Authentifizierung für ihr Mobile Banking aktiviert. Kunden müssen künftig Fingerabdruck oder Face ID für Transaktionen nutzen. Wer noch keine biometrischen Daten hinterlegt hat, wird beim nächsten Login zur Einrichtung aufgefordert. Der Schritt folgt einem globalen Trend zu mehrstufigen Sicherheitsverfahren.

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Indonesien verschärft SIM-Karten-Registrierung

Auch Indonesien zieht nach: Ab dem 1. Juli ist dort eine Gesichtsverifizierung für neue SIM-Karten Pflicht. Mobilfunkbetreiber dürfen die erhobenen Daten laut offiziellen Vorgaben jedoch nicht dauerhaft speichern. Ziel ist die Eindämmung von digitalem Betrug.

Hochauflösende Kameras als Sicherheitsrisiko

Doch die zunehmende Verbreitung biometrischer Verfahren schafft neue Angriffsvektoren. Der IT-Sicherheitsreport 2025 zeigt: Dank 200-Megapixel-Kameras hat sich die Erkennungsrate von Fingerabdrücken auf Social-Media-Fotos verfünffacht. KI kann biometrische Merkmale heute aus hochauflösenden Selfies extrahieren.

Experten raten zur Vorsicht bei Aufnahmen mit sichtbaren Handflächen oder Fingern – etwa beim Peace-Zeichen. Empfohlen wird, Fotos vor dem Hochladen auf unter zwei Megapixel zu komprimieren. Biometrie sollte zudem nie der alleinige Zugangsfaktor zu sensiblen Konten sein.

Hardware-Schwachstellen bleiben bestehen

Neben Nutzerverhalten sorgen auch Hardware-Mängel für Sicherheitsbedenken. Die Schwachstelle „usbliter8“ in älteren Apple-Chipsätzen (A12 und A13) betrifft iPhone 11 und verschiedene iPads. Der Fehler im BootROM lässt sich nicht per Software-Update beheben – die Secure Enclave bleibt jedoch verschont. Im Android-Segment wurde im Januar 2026 ein Patch für eine Sicherheitslücke in der Samsung-KNOX-Umgebung ausgerollt.

KI-Anbieter reagieren

Anthropic verlangt ab dem 8. Juli von bestimmten Nutzergruppen des Chatbots Claude eine Identitätsprüfung. Betroffene müssen einen Lichtbildausweis und ein Live-Selfie über den Dienstleister Persona einreichen. Hintergrund sind Missbrauchsabwehr und rechtliche Verpflichtungen.

Rekordschäden durch Cyberkriminalität

Die Notwendigkeit strengerer Sicherheitsmechanismen untermauern aktuelle Zahlen. Das Bundeskriminalamt meldete für 2025 insgesamt 382.470 Phishing-Fälle in Deutschland. Der Gesamtschaden durch Cyberkriminalität belief sich laut Bitkom auf 289 Milliarden Euro.

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Besonders erfolgreich sind KI-generierte Angriffe. Beim sogenannten Quishing setzen Betrüger bösartige QR-Codes ein. Erst am 22. Juni wurde ein Fall aus Sankt Augustin bekannt: Eine Nutzerin verlor nach dem Scannen eines präparierten Codes rund 1.500 Euro.

Der Bundesgerichtshof stärkte mit einem Urteil vom 22. Juli 2025 zwar die Verbraucherrechte bei unautorisierten Zahlungen, stellte aber klar: Grobe Fahrlässigkeit kann eine Erstattung durch die Bank ausschließen.

Für künftige Projekte wie den digitalen Euro empfehlen IT-Dienstleister wie NTT DATA eine konsequente Nutzerführung. Ein reibungsloses Onboarding und klare Offline-Funktionen seien entscheidend für Akzeptanz und Sicherheit.

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