Biologika-Produktion, Studienunterlagen

Biologika-Produktion: KI verkürzt klinische Studienunterlagen von 10 Wochen auf 10 Minuten

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 11:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sanofi skaliert Biologika in Frankfurt hoch, während AstraZeneca, Sartorius, Novo Nordisk und weitere Unternehmen ihre Aktivitäten ausbauen.

Sanofi startet Pilotanlage, während Pharmabranche global investiert
Moderne industrielle Pilotanlage mit Edelstahl-Bioreaktoren in einem Labor- und Fertigungsumfeld. Illustration mit AI erstellt.

Am BioCampus Frankfurt hat das Pharmaunternehmen Sanofi eine neue Pilotanlage in Betrieb genommen, die als zentrales Bindeglied zwischen der frühen Forschung und der industriellen Fertigung fungiert. Die Einrichtung ist darauf spezialisiert, Biologika vom Labormaßstab in den Produktionsmaßstab für klinische Prüfware hochzuskalieren. Ziel ist es, den Übergang von der Entwicklung zur kommerziellen Herstellung effizienter zu gestalten.

Prozessstabilität und technologische Innovation am Standort Frankfurt

Die Anforderungen an die in der Pilotanlage entwickelten Prozesse sind hoch. Laut Berichten müssen diese nicht nur hochproduktiv und robust sein, sondern auch eine über die gesamte Haltbarkeitsdauer stabile Qualität der Arzneimittel gewährleisten. Ein Laborteam für das sogenannte Downstream Processing innerhalb der mikrobiellen Plattform wird dabei von Eva Jungbluth geleitet.

Um die Arzneimittelentwicklung zu beschleunigen, setzt das Unternehmen auf einen End-to-End-Ansatz. Dabei kommen unter anderem moderne Prozesssimulationstools zum Einsatz, welche die benötigten Rohstoffmengen automatisch berechnen und so die Planungssicherheit erhöhen. Diese digitale Integration soll dazu beitragen, Entwicklungszyklen zu verkürzen und die Skalierbarkeit neuer Wirkstoffe sicherzustellen.

Internationale Expansion und Investitionen in die Infrastruktur

Parallel zur technologischen Aufrüstung in Frankfurt meldet AstraZeneca umfangreiche Investitionen in den chinesischen Markt. Das Unternehmen investiert 198,8 Mio. RMB in die Modernisierung eines Gebäudes für die Arzneimittelentwicklung und -versorgung am Standort Wuxi.

Auf einer Fläche von etwa 5.800 Quadratmetern soll eine Kapazität für die Produktion von jährlich 400 Millionen Tabletten eines Herz-Kreislauf-Medikaments geschaffen werden. Die Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal 2029 geplant. Das Vorhaben ist Teil eines großangelegten Investitionsplans in China, der bis zum Jahr 2030 ein Volumen von mehr als 100 Mrd. RMB erreichen soll.

Auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung gibt es industrielle Impulse. Sartorius und das National Institute for Bioprocessing Research and Training (NIBRT) errichten in Dublin ein Trainingszentrum für intensivierte und kontinuierliche Bioprozesse. Sartorius stattet die Einrichtung mit der Pionic-Plattform aus.

Ab dem geplanten Start im vierten Quartal 2026 sollen dort jährlich mehr als 1.000 Fachkräfte geschult werden. Sartorius, das im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 3,5 Mrd. Euro mit mehr als 14.000 Mitarbeitenden erzielte, verzeichnete an der Börse zuletzt eine leichte Kurssteigerung der Vorzugsaktie auf 239,2 EUR.

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KI-Integration und Automatisierung in der Forschung

Die Digitalisierung der Branche wird durch neue Kooperationen im Bereich der künstlichen Intelligenz vorangetrieben. Novo Nordisk ist eine Partnerschaft mit Anthropic eingegangen, um die Arzneimittelforschung zu beschleunigen.

Das Unternehmen nutzt dabei die Plattform Claude Science für Forschungs-Workflows und setzt KI-Modelle für die Softwareentwicklung ein. Durch den Einsatz von Werkzeugen wie NovoScribe konnte die Zeit für die Erstellung klinischer Studienunterlagen laut Unternehmensangaben von über zehn Wochen auf zehn Minuten reduziert werden.

Im Sektor der Zelltherapie setzen Unternehmen verstärkt auf Automatisierung. Ori Biotech schloss eine zehnjährige Partnerschaft mit einem Biopharmaunternehmen ab, um die IRO-Plattform in die kommerzielle Fertigung zu integrieren. Der Vertragswert wird auf bis zu 120 Mio. US-Dollar beziffert.

Die IRO-Plattform, die bereits 2025 eine FDA-Auszeichnung erhielt, kam im Mai 2026 erstmals bei der Herstellung einer Therapie für eine Patientenverabreichung unter GMP-Bedingungen zum Einsatz. Cellares kooperiert zudem mit GenomeFrontier Therapeutics, um die automatisierte Herstellung einer virusfreien CAR-T-Therapie auf der Cell-Shuttle-Plattform zu evaluieren.

Strategische Portfoliostrukturierung bei Sanofi

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Neben dem Ausbau der Pilotkapazitäten in Frankfurt strukturiert Sanofi sein Portfolio und seine Produktionslandschaft um. Das Unternehmen überträgt 20 etablierte Medikamente sowie drei Produktionsstandorte in Ungarn, Singapur und Frankreich an CHEPLAPHARM.

Im Gegenzug erhält Sanofi eine Beteiligung von 26,4 % an CHEPLAPHARM. Die kommerzielle Übertragung soll im ersten Quartal 2027 beginnen und voraussichtlich im dritten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Auf die Finanzprognose für das laufende Jahr 2026 hat diese Transaktion laut Berichten keine Auswirkungen.

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