Bio-Lebensmittel, Gen

Bio-Lebensmittel: 90 Prozent der Gen Z kaufen regelmäßig ökologisch

17.06.2026 - 21:31:46 | boerse-global.de

Der Umsatz mit Bio-Produkten in Deutschland steigt 2025 auf 18,23 Milliarden Euro. Die heimische Produktion kann mit der Nachfrage nicht Schritt halten.

Bio-Lebensmittel: Rekordumsatz 2025 trotz wachsender Importabhängigkeit
Bio-Lebensmittel - Frisches Bio-Gemüse auf einem Marktstand, mit Händen, die im Hintergrund Geld austauschen. Symbolisiert steigende Nachfrage und Angebot. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

2025 stieg der Umsatz mit ökologischen Produkten auf 18,23 Milliarden Euro – ein Plus von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Generation Z treibt das Wachstum: Rund 90 Prozent der jungen Konsumenten kaufen regelmäßig Bio-Waren.

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Nachfrage boomt, heimische Flächen wachsen nur langsam

Trotz der Rekordzahlen hinkt die heimische Produktion hinterher. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wuchs 2025 nur um 1,1 Prozent. Ihr Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt bei 11,7 Prozent. Jeder siebte Betrieb arbeitet nach ökologischen Kriterien.

Die Branche beschäftigt rund 388.000 Menschen. Und sie sucht weiter Personal: 45 Prozent der Bio-Unternehmen planen Neueinstellungen.

Importabhängigkeit wächst: Jede zweite Bio-Möhre kommt aus dem Ausland

Die Lücke zwischen Nachfrage und heimischem Angebot wird durch Importe gefüllt. 2024 mussten bereits 40 Prozent der Bio-Möhren und 25 Prozent der Bio-Zwiebeln aus dem Ausland kommen. Auch beim Fleisch zeigt sich das Problem: Ein Drittel des Bio-Schweinefleisches stammte 2024 aus Nachbarländern. 2025 kamen Lieferungen aus Belgien und Spanien hinzu.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) drängt auf die nationale Bio-Strategie. Das Ziel der Bundesregierung: Bis 2030 sollen 30 Prozent der Flächen ökologisch bewirtschaftet werden. „Dafür brauchen wir eine stärkere Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik auf Umweltleistungen", sagt BÖLW-Vorsitzende Andres.

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Gentechnik-Debatte: EU lockert Regeln, Bio-Verbände warnen

Am heutigen Mittwoch stimmte das EU-Parlament für eine Lockerung der Gentechnik-Regeln. Neue genomische Techniken (NGT) der Kategorie NGT1 – bei denen nur geringfügige Eingriffe vorgenommen wurden – sollen ab Mitte 2028 ohne spezielle Kennzeichnung verkauft werden dürfen. Risikoprüfungen entfallen für diese Produkte.

Bio-Verbände wie Bioland schlagen Alarm. Präsident Jan Plagge warnt vor einem „Souveränitätsverlust der Landwirte" und steigenden Lebensmittelpreisen. Patente auf NGT-Pflanzen könnten den Zugang zu genetischen Ressourcen blockieren. Der ökologische Landbau bleibt zwar von der Nutzung der neuen Techniken ausgenommen. Doch die Branche sorgt sich um die gentechnikfreie Produktion entlang der gesamten Lieferkette.

Bio-Fachhandel stellt sich neu auf

Parallel zu den politischen Debatten sortiert sich der organisierte Bio-Fachhandel personell neu. Auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) in Berlin wurde der Vorstand neu besetzt. Luca Radau kam neu hinzu, langjährige Mitglieder wie Vorsitzende Rosi Weber und Gerhard Bickel schieden aus.

Der neue Vorstand: Daniela Feldt, Thomas Hölscher, Volkmar Spielberger und Mathilde Szczesny. Der Verband vertritt 160 Unternehmen. Diskutiert wird über eine emotionalere Kundenansprache – der Wettbewerb mit dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel wird härter. Seit Frühjahr 2025 begleitete der BNN 34 Gesetzesvorhaben. Die regulatorische Dynamik in der Branche ist enorm.

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