Binance stoppt nach Hackerangriff Auszahlungen über 6,3 Milliarden Dollar
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuswirkungen auf den Kryptohandel
- Binance fror nach dem Angriff rund drei Milliarden Dollar an betroffenen Digitalwährungs-Einheiten ein.
- TRM Labs bezifferte die aktuell nicht erreichbaren Bestände auf etwa 2,4 Milliarden Dollar.
- Die Angreifer bewegten laut TRM Labs binnen 20 Minuten den Großteil der Summe von 6,36 Milliarden Dollar.
Binance stoppt Ein- und Auszahlungen nach Angriff
Die Kryptobörse Binance ist Ziel eines Hackerangriffs geworden, bei dem schätzungsweise Werte von 6,3 Milliarden Dollar betroffen sind. Das Unternehmen setzte daraufhin sämtliche Ein- und Auszahlungen vorübergehend aus.
Binance verspricht Ersatz für Verluste
Binance erklärte auf der Online-Plattform X, die Bestände der Nutzer seien sicher. Die Börse kündigte außerdem an, alle Verluste auszugleichen.
Gemeinsam mit Partnern habe Binance bislang betroffene Einheiten im Wert von rund drei Milliarden Dollar eingefroren. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass weitere gestohlene Digitalwährungen verschoben werden.
TRM Labs sieht bislang größten Börsen-Hack
Die Analysefirma TRM Labs schrieb den Angriff nordkoreanischen Hackern der Gruppe TraderTraitor zu. Nach ihren Erkenntnissen bewegten die Angreifer binnen 20 Minuten den Großteil der Summe von 6,36 Milliarden Dollar.
TRM Labs bezeichnete den Vorfall als Angriff auf eine Digitalwährungsbörse mit dem bislang größten Ausmaß. Anfang 2025 waren bei der Kryptobörse Bybit rund 1,5 Milliarden Dollar in Digitalwährungen erbeutet worden; auch damals wurde die nordkoreanische Hackergruppe dafür verantwortlich gemacht.
Gestohlene Werte bleiben teilweise unerreichbar
Nach Angaben von TRM Labs versuchten die Angreifer, dem Einfrieren der gestohlenen Einheiten durch weitere Transaktionen zuvorzukommen. Aktuell hielten sie Kryptowährungen im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar, auf die deren Herausgeber nicht zugreifen könnten.
Der Angriff trifft eine Plattform, die im weltweiten Kryptohandel eine zentrale Rolle spielt. Binance setzte deshalb Ein- und Auszahlungen aus, während das Unternehmen zugleich erklärte, die Bestände der Nutzer seien sicher und Verluste würden ausgeglichen.
Die Größenordnung verändert die Einordnung des Vorfalls: Nach Angaben von TRM Labs bewegten die Angreifer den Großteil der Beute binnen 20 Minuten. Damit steht nicht nur der unmittelbare Vermögensschaden im Mittelpunkt, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der gestohlene digitale Werte über verschiedene Transaktionen verteilt werden können.
Spuren führen zu früheren Angriffen
TRM Labs schrieb die Attacke der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu. Als Vergleich gilt der Angriff auf Bybit Anfang 2025, bei dem rund 1,5 Milliarden Dollar erbeutet worden waren. Die nun genannte Summe von 6,3 Milliarden Dollar liegt deutlich darüber.
Die eingefrorenen Vermögenswerte zeigen zugleich, dass Börsen, Herausgeber digitaler Währungen und Analysefirmen bei der Reaktion eng zusammenarbeiten können. Nach Angaben von Binance waren zunächst rund drei Milliarden Dollar blockiert; auf weitere Vermögenswerte im Wert von etwa 2,4 Milliarden Dollar hatten deren Herausgeber demnach keinen Zugriff.
Folgen für Nutzer und Markt
Für Kunden ist die Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs der nächste zentrale Schritt. Bis dahin bleibt die Börse trotz der Zusicherung, Verluste zu ersetzen, nur eingeschränkt nutzbar. Der Fall dürfte zudem die Debatte über Sicherheitskontrollen, Notfallmechanismen und die Abhängigkeit des Kryptomarkts von einzelnen Handelsplattformen verschärfen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „Hackerangriff auf Binance – 2,5 Milliarden Dollar eingefroren“ (30.10.2026)
Der Beitrag bestätige den schweren Angriff und die vorübergehende Aussetzung von Ein- und Auszahlungen. Er setze den Schwerpunkt auf eine abweichende Schätzung der gestohlenen Summe und auf die zunächst unklare Schadenshöhe.
Euronews: „Kryptobörse Binance meldet schweren Hack, über 2,5 Milliarden Dollar eingefroren“ (30.10.2026)
Der Artikel bestätige den Angriff, die eingefrorenen Vermögenswerte und die ausgesetzten Transaktionen. Anders als die dpa-Meldung beleuchte er zusätzlich Kursverluste sowie die Rolle mehrerer Stablecoin-Herausgeber; der genaue Angriffsvector bleibe offen.
Beide Beiträge stimmten beim Angriff und beim Einfrieren großer Vermögenswerte überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Schadensschätzung und bei der Gewichtung von Marktfolgen und technischen Details.
