Bewegungsmangel, Stuttgart

Bewegungsmangel in Stuttgart: Nur 20% der Jugendlichen erfüllen WHO-Ziele

29.06.2026 - 13:03:43 | boerse-global.de

Eine Umfrage der Stadt Stuttgart belegt erhebliche Bewegungsdefizite bei Jugendlichen und Senioren. Nur eine Minderheit erreicht die WHO-Empfehlungen.

Stuttgarter Gesundheitsstudie: Jugendliche und Senioren bewegen sich zu wenig
Bewegungsmangel - Jugendliche und Senioren aus Stuttgart sind in einem modernen Stadtpark aktiv, während im Hintergrund städtische Gebäude zu sehen sind. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die meisten erreichen die WHO-Empfehlungen für körperliche Aktivität nicht.

15.000 Bürger befragt

Die Stadt Stuttgart hat 15.000 Bürger ab 14 Jahren angeschrieben. Auswertbar waren die Daten von 5.169 Personen. Erste Trends diskutierten Experten bereits am 26. Juni in der SCHARRena. Ein detaillierter Bericht folgt im Herbst 2026.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Ein Großteil der Stuttgarter bewegt sich zu wenig. Besonders betroffen sind junge Menschen und Hochbetagte.

Jugendliche: Nur 20 Prozent erreichen die Vorgaben

Lediglich ein Fünftel der 14- bis 17-Jährigen erfüllt beide WHO-Empfehlungen – also Ausdauer- und Krafttraining. Die große Mehrheit bleibt damit hinter den Werten zurück, die für eine gesunde Entwicklung nötig wären.

Am anderen Ende des Altersspektrums sieht es ähnlich aus. Bei den über 80-Jährigen schaffen nur rund 25 Prozent die gesteckten Ziele. Dabei ist Bewegung im Alter entscheidend für Mobilität und Selbstständigkeit.

Ausdauer besser als Muskelkraft

Bei Erwachsenen zeigt sich ein gespaltenes Bild. Rund 50 Prozent erreichen die Ausdauer-Vorgaben. Bei Kraftübungen sind es 46 Prozent. Die Kombination aus beidem gelingt nur etwa einem Drittel.

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Ein wesentlicher Grund: Rund 60 Prozent der Befragten verbringen ihren Arbeitstag überwiegend im Sitzen oder Stehen. Diese statische Belastung gilt als Risikofaktor für Zivilisationskrankheiten.

Hitzewelle als zusätzliche Hürde

Am Wochenende des 27. Juni erschwerte eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen bis 37 °C sportliche Aktivitäten im Freien. Die Feuerwehr Stuttgart löste eine „Außergewöhnliche Einsatzlage“ aus. Das Gesundheitsamt warnte vor Dehydrierung und Kreislaufproblemen, besonders bei Kindern, Senioren und chronisch Kranken.

Solche Wetterextreme werden zur zusätzlichen Barriere für Bewegung in der Stadt.

Vereinssport als Gegenpol

Trotz der Defizite gibt es positive Beispiele. Athleten des MTV Stuttgart wie Ferdinand Müller und Athena Westermann erzielten bei den Württembergischen Hallen-Meisterschaften im Februar persönliche Bestleistungen. Der organisierte Vereinssport zeigt, was möglich ist – steht aber im Kontrast zum Bewegungsmangel der breiten Masse.

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Um die Teilhabe zu erhöhen, sind inklusive Angebote in Planung. Am 10. Juli findet in Ludwigsburg der Barock-Lauf statt. Der „Theo-läuft!“-Lauf bietet über 1,5 Kilometer ein barrierefreies Format für Menschen mit und ohne Handicap.

Auch die Stadtgestaltung soll helfen: Ein Rahmenplan zur Umgestaltung der B14 sieht die Entsiegelung von 30.000 Quadratmetern und die Pflanzung von über 100 Bäumen vor. Das könnte die Innenstadt attraktiver für Fußgänger machen – und damit für mehr Bewegung im Alltag sorgen.

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