Bewegungsmangel: ASICS-Studie zeigt 86 Prozent inaktiver Wachzeit
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 14:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unternehmer und Führungskräfte stehen in anspruchsvollen Phasen häufig vor der Herausforderung, die eigene Leistungsfähigkeit über lange Zeiträume aufrechtzuerhalten. Das Beratungsunternehmen JETZT Performance plädiert in diesem Kontext dafür, Gesundheit und Leistungsvermögen nicht allein über Willenskraft abzusichern.
Gründerin Lea Feder, die seit mehr als neun Jahren Unternehmer im Coaching begleitet, empfiehlt stattdessen, die zentralen Säulen Schlaf, Bewegung, Ernährung und Regeneration durch kleine, nahtlos in den Alltag integrierbare Gewohnheiten fest zu verankern. Das Unternehmen stützt diese Einschätzung nach eigenen Angaben auf Erfahrungen aus der Begleitung von mehr als 2.000 Klienten.
Fehlende Bewegung im Berufsalltag als strukturelles Problem
Die Notwendigkeit pragmatischer Ansätze verdeutlichen auch internationale Erhebungen zum Bewegungsverhalten. Laut einer im Juli 2026 durchgeführten ASICS-Studie unter 34.000 Befragten in 31 Ländern verbringen Menschen nach eigenen Angaben 86 Prozent ihrer 16-stündigen Wachzeit ohne körperliche Aktivität.
Zudem erreichen 53 Prozent der Befragten die empfohlenen Bewegungsmengen nicht; 23 Prozent berichten sogar von weniger als 30 Minuten Sport pro Woche. Setze sich dieser Trend fort, könnte der Anteil der Inaktiven bis zum Jahr 2035 auf 56 Prozent steigen, was rund 2,3 Milliarden Erwachsenen in den untersuchten Ländern entspräche.
Wer im dichten Arbeitsalltag unter Zeitmangel leidet, kann bereits mit minimalen Zeiteinheiten von nur drei Minuten pro Tag wirksam gegen Bewegungsmangel und Verspannungen vorgehen. Dieser kostenlose Ratgeber stellt 17 hocheffiziente Übungen vor, die sich ohne Aufwand in jede Pause integrieren lassen. 17 Übungen für maximale Ergebnisse in 3 Minuten entdecken
Zugleich belegen Daten, dass bereits kurze Interventionen wirksam sind. ASICS-Untersuchungen zufolge können bereits 15 Minuten und 9 Sekunden sportlicher Betätigung die mentale Verfassung messbar verbessern, Stress reduzieren und die Konzentration fördern.
Der Sportpsychologe Jan Rauch weist darauf hin, dass feste Verabredungen und soziale Bindungen, beispielsweise in Laufgruppen mit unterschiedlichen Tempogruppen, die langfristige Motivation stärken können.
Evidenz für niedrigschwellige Aktivität und Regeneration
Dass gesundheitliche Effekte keine extremen Belastungen erfordern, bestätigen auch wissenschaftliche Untersuchungen zu Alltagsbewegungen. Eine im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Studie der Monash University und der University of Sydney, die Daten von 64.743 Teilnehmenden aus der UK Biobank mit Trackermessungen zwischen 2013 und 2015 auswertete, zeigte deutliche Risikosenkungen: Bereits zügiges Gehen bei weniger als 5.000 Schritten täglich oder langsameres Gehen bei 5.000 bis 7.500 Schritten täglich war mit einem um bis zu 43 Prozent geringeren Risiko eines vorzeitigen Todes verbunden.
Die weit verbreitete Vorgabe von 10.000 Schritten beruhte laut Mitautor Nicholas Koemel historisch lediglich auf einer japanischen Marketingkampagne aus den 1960er-Jahren und nicht auf wissenschaftlicher Evidenz.
Wenn die Zeit für lange Trainingseinheiten fehlt, helfen gezielte Kraftübungen für zuhause dabei, die Muskulatur zu erhalten und typische Volkskrankheiten sowie Gelenkschmerzen abzuwehren. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie mit nur sechs einfachen Übungen ohne Fitnessstudio Ihre Energie und Belastbarkeit steigern. Kostenlosen PDF-Ratgeber für effektives Heimtraining sichern
Auch für den Erhalt von Kraft und Stabilität sind keine zeitraubenden Trainingsprogramme zwingend erforderlich. Fachbeiträge im Kontext des Ausdauersports verweisen darauf, dass zur Kraftkonservierung bereits zwei kurze Krafttrainingseinheiten pro Woche ausreichen können, ergänzt durch sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht für die körperliche Erholung.
Hinsichtlich der Trainingsgestaltung deuten zudem Studien mit Beteiligung des Forschers Konstantin Warneke darauf hin, dass gezieltes, intensives Dehnen von 15 Minuten an vier Tagen pro Woche vergleichbare Kraftzuwächse wie reguläres Krafttraining an drei Tagen erzielen kann.
Untersuchungen zur Vorbereitung auf Laufeinheiten legen wiederum nahe, dynamisches Dehnen dem statischen vorzuziehen, da letzteres unmittelbar vor dem Sport die Leistungsfähigkeit um bis zu fünf Prozent mindern kann.
Die wissenschaftlichen Befunde stützen somit den Ansatz, im Berufsalltag auf dosierte, verlässliche Abläufe zu setzen, um dauerhafte Belastbarkeit ohne Überlastung zu gewährleisten.
