Betrugswelle mit KI: 500% mehr Fälle – so schützen Sie sich
23.06.2026 - 16:14:55 | boerse-global.de
In Deutschland und Österreich häufen sich Fälle von hochprofessionellem Online-Anlagebetrug. Die Täter setzen dabei zunehmend auf Künstliche Intelligenz.
Die finanziellen Schäden sind enorm: Pro Einzelfall geht es um mehrere hunderttausend Euro, global betrachtet um Milliardenverluste.
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So locken die Betrüger ihre Opfer
Die Masche ist immer ähnlich. Die Polizei Bonn dokumentiert die Vorgehensweise: Täter werben über soziale Medien und Online-Anzeigen für angebliche Krypto-Investments. Die Ersteinlage ist gering – meist zwischen 250 und 500 Euro.
Auf manipulierten Plattformen sehen die Anleger dann hohe Gewinne. Das soll sie zu weiteren Zahlungen animieren. Doch ausgezahlt wird nie. Stattdessen verschwinden die Plattformen plötzlich.
Ein Fall aus Altenburg zeigt die Dramatik: Ein 59-Jähriger investierte seit Februar 2025 auf der Plattform „YUM“ rund 250.000 Euro. Trotz versprochener Rückzahlungen bekam er nie Geld. Die Kripo ermittelt.
Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) warnte allein dieses Jahr bereits 35 Mal vor unerlaubtem Geschäftsbetrieb.
KI macht Betrug kaum erkennbar
Der entscheidende neue Faktor: Künstliche Intelligenz. Laut einer US-Kongressanhörung stieg die Zahl KI-gestützter Betrugsfälle um 500 Prozent. Sicherheitsexperten von Zscaler identifizierten über 413.000 KI-generierte Webseiten – jede zehnte davon bösartig.
Besonders perfide: Deepfakes. In Villach lockte eine KI-generierte Website mit einem bekannten Nachrichtensprecher, der für Geldanlagen warb. Eine Seniorin biss an. Nach der ersten Überweisung trieben angebliche Trader sie zu weiteren Zahlungen – vierstelliger Schaden.
Kaspersky-Experten bestätigen: Die meisten Opfer sind überzeugt, dass KI im Spiel war. Besonders häufig kommen Anlagebetrug, gefälschte Lieferbenachrichtigungen und Markenimitationen von Microsoft oder Google vor.
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Von QR-Codes bis zum Falschgeld-Trick
Doch nicht nur High-Tech kommt zum Einsatz:
- Quishing: In Sankt Augustin erbeuteten Täter über einen gefälschten QR-Code eines Verkaufsportals 1.500 Euro. Eine Fingerabdruck-Bestätigung reichte für den Zugriff auf die Bankdaten.
- Falscher Bankberater: In Bielefeld täuschte eine Bande einem Senior vor, er habe Falschgeld abgehoben. Unter diesem Vorwand kassierten sie Bargeld und EC-Karte.
- Geldwäsche im Auftrag: Vor dem Amtsgericht Mühldorf stand eine Rentnerin, die ihr Konto für Überweisungen aus Fakeshops und Love-Scamming zur Verfügung stellte. Ihre Verteidigung: Sie sei selbst Opfer eines Kreditbetrugs.
Die Polizei rät: Vor jeder Investition die BaFin-Datenbank prüfen. Niemandem Zugriff per Fernwartungssoftware gewähren. Keine sensiblen Bankdaten über Links oder QR-Codes eingeben. Im Schadensfall sofort Anzeige erstatten und die Hausbank kontaktieren.
