Betrugswelle: First-Party Fraud in Europa auf 52 Prozent gestiegen
22.06.2026 - 16:38:12 | boerse-global.de
Die Bande versorgte kriminelle Organisationen mit technischer Infrastruktur.
Am 19. Juni nahm die Polizei in Ipoh drei Verdächtige fest – eine Malaysierin und zwei Chinesen zwischen 27 und 58 Jahren. Sie sollen seit Jahresbeginn Mobiltelefone mit vorregistrierten SIM-Karten an Scam-Syndikate verkauft haben. Pro Einheit verlangte die Gruppe zwischen 300 und 500 Ringgit (etwa 60 bis 100 Euro).
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Razzia fördert umfangreiches Beweismaterial zutage
Bei der Durchsuchung eines Wohnkomplexes in Bandar Baru Medan stellten die Beamten Beweise im Wert von rund 310.400 Ringgit sicher. Die Liste ist beeindruckend: 1.335 SIM-Karten, 409 Mobiltelefone und fünf sogenannte SIM-Boxen für automatisierte Massenkommunikation. Dazu kamen Laptops, Computer und ein Geländewagen.
Parallel gelangen den Behörden weitere Erfolge. Fünf Personen wurden festgenommen, die mit einer Gewinnspiel-Masche zwei ältere Frauen um 77.600 Ringgit gebracht haben sollen. Die Täter täuschten Goldgewinne vor und lockten den Opfern Schmuck sowie Bankdaten aus der Hand.
Betrugswelle schwappt um den Globus
Die Fälle in Südostasien sind kein Einzelfall. Eine Analyse von LexisNexis Risk Solutions auf Basis von 116 Milliarden Transaktionen zeigt einen alarmierenden Trend. Der Anteil des „First-Party Fraud“ – Betrug durch eigentlich echte Kunden – stieg 2025 weltweit auf 38,8 Prozent. In Europa liegt die Quote sogar bei fast 52 Prozent.
Organisierte Banden werben gezielt Personen mit geringer Bonität oder Studierende an. Diese bestellen Waren auf Kredit – ohne Zahlungsabsicht.
Auch Deutschland kämpft mit dem Problem. Laut einer Schufa-Umfrage vom Februar 2025 wurden 24 Prozent der Verbraucher bereits Opfer von Online-Betrug. Allein 2025 gingen bei Verbraucherzentralen rund 10.000 Beschwerden über Fake-Shops ein. Die Verbraucherschutzminister der Länder fordern einen nationalen Aktionsplan.
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Neue Gesetze und Techniken gegen die Flut
Die Bekämpfung läuft auf mehreren Ebenen. Vietnam sperrte Mitte Juni die ausgehenden Anrufe von Millionen nicht verifizierter Teilnehmer. Allein der Anbieter Viettel blockierte über fünf Millionen Anschlüsse. Doch vorverifizierte SIM-Karten gelangen weiterhin über soziale Medien in den Umlauf.
Google kündigte eine neue Funktion für Android-Smartphones an. Das System erkennt betrügerische Anrufe durch digitalen Identitätsabgleich – und entlarvt KI-gestimmte Stimmenimitationen sowie gefälschte Anrufer-IDs.
Malaysia brachte am heutigen Montag ein neues Cyberkriminalitätsgesetz ins Parlament ein. Der Entwurf sieht für Computer-Datenfälschung Strafen von bis zu 500.000 Ringgit und sieben Jahren Haft vor.
Interpol schlägt Alarm: Kriminelle Organisationen in Asien erwirtschaften jährlich fast 40 Milliarden US-Dollar durch Online-Betrug. Künstliche Intelligenz macht ihre Operationen effizienter und grenzüberschreitender.
